Hinweisschilder an der Tilbecker Straße in Roxel

Keine Wanderung ohne gps-wandern.de

Wandern ist eine meiner Lieblingsbeschäftigungen. Mit dem Hund gemeinsam durch die Gegend zu streifen, ist immer noch die beste Methode, um den Kopf etwas freier zu bekommen. Natürlich will ich nicht immer nur auf bekannten Wegen marschieren und entdecke deswegen gern auch mal unbekannte Strecken. Mein Vater hätte zur Vorbereitung einer neuen Tour in seinen Karten-Fundus gegriffen und dann mit verschiedenen Hilfsmitteln die Route bestimmt. Heutzutage geht das leichter.

Mein Karten-Archiv heißt OpenStreetMap, meinen Routenplaner finde ich online bei gps-wandern.de. Damit kann ich Routen erstellen und als GPX-Datei exportieren, die ich dann auf ein Gerät lade, das sich zur Navigation auf der Basis selbst erstellter Routen-Dateien eignet. Und es geht noch weiter: GPS-Navigationsgeräte „protokollieren“ auch die Wege, die ihr Träger zurücklegt. Diese GPX-Tracks kann man wiederum auf seinen Rechner laden und mit dem GPS-Wandern-Routenplaner nachbearbeiten. Wozu? Beispielsweise, um sie zum Download anzubieten, wie ich es hier für die Tour Roxel – Baumberge – Havixbeck – Burg Hülshoff – Roxel mache.

Meine technische Ausstattung

Für die oben beschriebenen Spielereien benötigt Ihr natürlich Technik. In meinem Fall habe ich die Wahl zwischen zwei Geräten, die ich je nach geplanter Tour einsetze.

Schon lange nutze ich das mittlerweile nicht mehr neu erhältliche Garmin Dakota 20. Dieses kleine Outdoor-Navi bietet alles, was man fürs Wandern, Radfahren oder Geocachen benötigt. Es lässt sich mit OpenStreetMap-Daten füttern, es zeigt GPS-Tracks an, kann Routen verarbeiten und gibt dann optische Navigationsanweisungen. Es kann auch selbst Navigationen berechnen.

Ein großes Plus des Gerätes ist, dass es mit handelsüblichen AA-Akkus betrieben wird. Die Akkus halten lange. Halbtageswanderungen sind kein Problem. Mit Ersatz-Akkus im Gepäck braucht mensch keine Angst zu haben, die technische Unterstützung während einer Tour zu verlieren.

Schlanke, aber nicht sehr ausdauernde Navigationslösung

Schlanker kommt die Fitness-Uhr TomTom Runner 3 daher. Im Wesentlichen verwende ich sie ganz klassisch beim Joggen, um Zeiten und Durchschnitte zu messen und online in der TomTom-MySports-App zu verarbeiten.

Super-praktisch an der Uhr ist aber, dass über die App GPX-Routen darauf geladen werden können. Dies dient dazu, um für eine Jogging-, Wander- oder Rad-Tour die Route in einer einfachen Strich-Darstellung ohne Karten-Hintergrund auf dem Uhren-Display anzuzeigen. Ein Pfeil zeigt die aktuelle Position an. So kann kontrolliert werden, ob mensch noch auf der Route unterwegs ist. Dieses Feature ist sehr hilfreich, wenn man in fremden Gefilden laufen gehen möchte. Einfach im Vorfeld eine Route heraussuchen (bei GPS-Wandern selbst erstellen oder beispielsweise bei Outdooractive herunterladen), auf die Uhr laden, loslaufen!

Fürs Wandern hat die Uhr zwei Nachteile: Erstmal ist es natürlich nicht schön, keine Kartenübersicht zu haben. Das merkt Ihr spätestens, wenn die vorgesehene Route aus welchem Grund auch immer blockiert ist und ihr einer Umleitung folgen müsst. Dann lauft Ihr im Wortsinne im Dunkeln. Der zweite Nachteil ist die kurze Akku-Laufzeit. Die Uhr hält mit eingeschalteter GPS-Navigation so fünf bis sechs Stunden durch. Für lange Wanderungen ist das zu wenig. Der Akku ist fest verbaut und kann nicht einfach ausgetauscht werden.

Hierbei hilft Euch GPS-Wandern

Nach langer Vorrede wollen wir nun starten: Der Routenplaner begrüßt Euch mit einer Darstellung wie hier abgebildet. Ich habe bereits eine Route geladen, damit Ihr die wichtigsten Elemente seht.

Gesamtansicht einer GPX-Route im Bearbeitungsmodus auf gpswandern.de

Ihr seht eine Kartendarstellung, die Ihr auf eine Satellitenansicht und zwei verschiedene Stile der OpenStreetMap umschalten könnt. Auf die Karte ist eine Route gelegt. Die verschiedenen Knotenpunkte der Route sind als gelbe, schwarz umrandete Kreise erkennbar.

Weiter oben, über der Karte, erkennt Ihr außerdem ganz klassische, von jeder Desktop-Software bekannte Menüpunkte. Im Datei-Menü könnt Ihr – wenig überraschend – GPX-Tracks speichern oder einen neuen Track auf die Karte hochladen. Denn eine Kartenansicht kann mehrere Tracks anzeigen. Die jeweils aktive Route könnt Ihr über das Dropdown-Feld „Route“ links oben, direkt über der Karte einstellen.

Wegpunkt-Eigenschaften im Routenplaner von gpswandern.de
Wegpunkt-Eigenschaften im Routenplaner von gpswandern.de

Eine Route wird erst zur Route über die Wegpunkte. So werden die gelben Knoten genannt, die Ihr auf der Karte seht. Einen Wegpunkt setzt Ihr an Stellen, wo sich eine Richtung ändert oder wo etwas anderes Interessantes markiert werden soll.

Im Routenplaner könnt Ihr mit der Maus auf einen Wegpunkt klicken. Dann erscheint das oben abgebildete Eigenschaften-Fenster. Dort könnt Ihr den Wegpunkt beschreiben und kommentieren, manuell nummerieren oder auch eine Höhenangabe hinzufügen. Exkurs: Viel einfacher ist es aber, die Höhenangaben, wenn alles fertig ist, automatisch hinzufügen zu lassen. Das geht über das Extras-Menü. Dort gibt es den Menüpunkt „Höhe“ mit der entsprechenden Funktionalität.

Wegpunkte könnt Ihr aber auch löschen oder als einzelnen Punkt abspeichern. Und – das ist das eigentlich Wichtige! – Wegpunkte könnt Ihr mit der Maus verschieben. Einfach draufklicken und bei gehaltener Maustaste an eine beliebige Stelle in der Karte ziehen. Die Verbindungslinie zum vorherigen Wegpunkt verändert sich automatisch mit.

Wie die Wegpunkte auf die Karte kommen

Nun habe ich viel über Wegpunkte geredet. Aber wie kommen die eigentlich auf die Karte? Dafür gibt es zwei Möglichkeiten:

  1. Ihr erstellt Sie selbst, indem Ihr eine neue Route komplett selbst manuell anlegt.
  2. Ihr ladet eine Route von Eurem GPS-Gerät in den Routenplaner, um sie nachzubearbeiten.

Befassen wir uns mit der ersten Möglichkeit. Dieser Prozess beginnt mit Eurer Idee. Ihr wollt von A nach B laufen, wandern, radeln – whatever! Im Idealfall wisst Ihr also, wo Ihr starten wollt und wo Eure Tour enden soll. Kennt Ihr auch Zwischenstationen, die Ihr auf jeden Fall absolvieren wollt?

Nun geht es los, wie auch mein Papa auf der gedruckten Wanderkarte vorgehen würde. Er markiert den Startpunkt und den Endpunkt, legt ein Lineal dazwischen und schaut, welche passenden Wege in der Nähe sind. Das macht Ihr jetzt auch. Das Lineal könnt Ihr Euch sparen. Denn, ich schrieb es schon, der Routenplaner verbindet die Wegpunkte automatisch.

Exkurs: Allerdings müsst Ihr erstmal die richtige Kartenansicht finden. Denn der GPS-Routenplaner startet standardmäßig mit einem Kartenausschnitt rund um München. Um zu Eurem Wunschort zu kommen, nutzt Ihr den Menüpunkt „Ansicht – Lokation suchen“. Dort gebe ich häufig „Roxel“ ein und schon zoomt die Kartenansicht von Münster-Roxel in den Routenplaner.

Weiter mit dem Anlegen der Route: Ihr findet auf der Karte nun eine Zwischenstation, die auf dem Weg liegen soll. Dann sucht Ihr Euch den „Anfasser“ der Verbindungslinie zwischen den Wegpunkten, die vor und hinter der Zwischenstation liegen. Tipp: Dieser Punkt befindet sich in der Mitte der Verbindungslinie. Ihr fahrt mit der Maus über die Linie und seht dann diesen Punkt. Ihr klickt darauf, haltet die Maustaste gedrückt und zieht den Punkt an die gewünschte Stelle.

So verfahrt Ihr auch, um Weggabelungen, Abzweige und Richtungsänderungen eurer neuen Route anzulegen. Das ist alles etwas Arbeit, lohnt sich aber durchaus. Nach einiger Zeit habt Ihr eine fertige Route. Wieviele Kilometer sie lang ist, erfahrt Ihr oben in der blauen Textzeile direkt unter den Menüpunkten. Dieser gebt Ihr im Eigenschaften-Modus (dieser findet sich im Bearbeiten-Menüpunkt) noch die wichtigen Informationen mit und speichert sie dann auf Euren Rechner.

Die Route ist fertig, aber noch nicht hübsch: Was nun?

Eure GPS-fähigen Geräte überwachen Euch. Immer. Sie schneiden die Strecken, die Ihr zurücklegt, exakt mit. Das Gute daran: Ihr könnt die Routen meist von den Outdoor-Navis und Fitness-Uhren herunterladen. Nützlich ist dies unter anderem, um die Routen anderen zur Verfügung stellen zu können oder auch sie aufzubewahren, falls man den selben Weg nochmal machen möchte.

Wenn Ihr wandert, macht Ihr aber so manchen unnützen Meter. Von der Pinkelpause über den Schritt zur Seite, weil das Fotomotiv dort schöner ist bis hin zu „Extra-Meilen“, weil man sich verlaufen hat, wird von den Geräten einiges registriert, das in den abzuspeichernden Routen nichts zu suchen hat.

Es wäre also schön, die GPX-Tracks nachbearbeiten zu können. Auch das leistet der Routenplaner bei GPS-Wandern. Ihr könnt über das Datei-Menü eine oder mehrere Dateien öffnen und in die Kartendarstellung laden.

Aufgeklapptes Bearbeiten-Menü im Routenplaner von gpswandern.de
Aufgeklapptes Bearbeiten-Menü im Routenplaner von gpswandern.de

Was Ihr dann seht, ist Eure reale Tour. Allerdings werdet Ihr auch Fehler erkennen. GPS-Geräte orten die Position manchmal nicht ganz exakt, beispielsweise im Wald. Auch die genannten „Schlenker“, die Ihr gelaufen seid, werden gnadenlos protokolliert. Und wollt Ihr wirklich jeden Pinkelpausen-Standort für die Nachwelt festhalten?

Deshalb werdet Ihr nun beginnen, den ein oder anderen Wegpunkt zu löschen oder zu verschieben, damit er besser zu den Angaben der OpenStreetMap passt. In dieser Bearbeitungsphase wird das Bearbeiten-Menü Euer bester Freund werden. Dieses bietet Euch verschiedene Funktionen, die das Editieren vereinfachen.

Dies gilt beispielsweise für das Zusammenfügen von Routen. Mir passiert es regelmäßig, dass ich mit der Fitness-Uhr loslaufe, aber die Routenaufzeichnung bei größeren Pausen abschalte (das spart nämlich auch Akku). Wenn ich weitergehe, starte ich die nächste Aufzeichnung. So komme ich dann mit zwei oder drei Teil-Routen nach Hause. Diese lade ich dann in den Routenplaner und füge sie über den Menüpunkt „Routen zusammenfügen“ zu einer einzigen Route zusammen.

Umgekehrt könnt Ihr auch eine Route an einem bestimmten Wegpunkt teilen. Praktisch ist es auch, eine ganze Reihe von Wegpunkten auf einmal löschen zu können. Das mache ich regelmäßig, um den Weg vom Parkplatz zum Tourenstart zu entfernen oder den Abzweig zu einer Einkehrstation auszublenden.

Fertig! Aber ganz perfekt ist die Route noch nicht

Fertig! Es bleibt noch ein Arbeitsschritt übrig. Nun reduzieren wir noch die Anzahl der Wegpunkte. Das gilt besonders für den Fall, dass wir die automatisch aufgezeichnete Route unseres Outdoor-Navis nachbearbeitet haben. Dann sind viele Wegpunkte da, die nicht wirklich nötig sind.

Zu diesem Zweck bietet der Routenplaner die Funktion „Punkte reduzieren“. Ihr werdet staunen, wie wenige Wegpunkte nötig sind, um Eure Route exakt zu beschreiben!

Das war es nun wirklich. Viel Spaß beim Routenplanen und -wandern.

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