Texte über Bücher in Ulrich Kloses Logbuch

Beitrag vom: 3. Februar 2014 - 22:36 | Von: junirio

Sie kann nerven. Zutiefst von sich überzeugt sieht sie überall faschistische Gefahren drohen. Sie wirkt bisweilen allzu verbissen, wenn sie die wachsende Kluft zwischen den ganz Reichen und den ganz Armen beklagt. "Sie zeigt keinen Zweifel daran, dass sie nie auf der falschen Seite gestanden habe", schreibt beispielsweise die FAZ über Jutta Ditfurth. Und das ist auch gut so. Denn es ermöglicht in Zeiten, in denen seriöse Medien Textexegese am Beispiel der Dschungelcamp-Moderationen betreiben, erhellende Einblicke in unsere Geschichte und Gesellschaft.

Denn auch wenn Konservative und Neoliberale wohl Juckreiz bekommen mögen, wenn Ditfurth in der Nähe ist: Keinesfalls ist ihr abzusprechen, dass sie so engagiert wie kenntnisreich und gut recherchiert gesellschaftliche Missstände benennt und analysiert. Oft ist dies nicht schmeichelhaft für die jeweils analysierte Gruppe. Ich hatte vor vielen Jahren mal die Freude, sie bei einer Diskussion zu Biologismus und Esoterik in der Neuen Rechten zu erleben - einem Thema, das sie in ihrem Buch Entspannt in die Barbarei bearbeitet hat. Dabei erlebte ich sie als einnehmende, meinungsstarke und überzeugende Diskutantin.

Und nun ihr aktuelles Buch Der Baron, die Juden und die Nazis, das mir die vergangene Woche verschönert hat. Jutta Ditfurth nimmt sich des Adels an. Ausgehend von einem Besuch mit ihrer Mutter nach dem Fall der Grenze zur DDR an den Orten des ehemaligen Familienbesitzes derer von Ditfurth stößt sie dabei auf ihren Urgroßonkel Börries von Münchhausen. Dieser war zu Beginn des vorigen Jahrhunderts bis in die Nazi-Zeit ein bekannter und anerkannter Balladen-Dichter.

Dieser mir bis dato völlig unbekannte Herr war offenbar ein Antisemit, wie ihn sich die Nazis nicht besser hätten wünschen können. Das stellt Ditfurth schnell fest und nimmt es zum Anlass, sich die Haltung ihrer großen Familie zu den jüdischen Deutschen mal genauer anzuschauen.

Das Ergebnis präsentiert sie in ihrem Buch. Es fällt eindeutig aus. Auf Differenzierungen verzichtet sie. In den Kreisen ihrer Vorfahren galt es als schick, von einer jüdischen Rasse zu faseln, den jüdischen Deutschen übermäßigen Geschäftssinn zu unterstellen und sie zum Sündenbock für das eigene Versagen zu machen. Davon ist die Frankfurterin mit dem abgelegten Adels-Von überzeugt. Verdichten ließe sich eine der Haupt-Thesen des Buches darauf, dass Ditfurth dem Adel unterstellt, seine Willfährigkeit während der Nazi-Zeit habe die damalige Barbarei maßgeblich ermöglicht, schreibt der Hessische Rundfunk in einem Beitrag zu dem Buch.

Beitrag vom: 7. Januar 2014 - 22:30 | Von: junirio

Erfreulich ist die Lektüre von Thomas Grüters neuem Buch "Offline! Das unvermeidliche Ende des Internets und der Untergang der Informationsgesellschaft" nicht. Denn: Wir werden alle sterben! Soweit, so selbstverständlich. Der Grund dafür ist nach Grüters Argumentation in diesem Fall aber unsere Abhängigkeit vom Internet. Weil immer mehr Aspekte unseres Lebens ohne das Netz nicht mehr denkbar wären, führte ein Zusammenbrechen dieser Infrastruktur unweigerlich zur großen Menschheitskatastrophe. Wer wollte das bestreiten?

Thomas Grüter ist unter anderem Autor "populärwissenschaftlicher" Sachbücher. "Offline!" ist eines davon. Kürzlich berichteten die Westfälischen Nachrichten über das aktuelle Werk des Roxeler Autoren. Mit großem Gewinn habe ich beispielsweise vor einiger Zeit sein Buch "Freimaurer, Illuminaten und andere Verschwörer - Wie Verschwörungstheorien funktionieren" gelesen. Leicht und locker führt er darin anhand zahlreicher Beispiele aus, welcher Mittel sich die Konstrukteure von Verschwörungstheorien bedienen und so ihr Spielchen mit der diffusen Furcht der Bevölkerung spielen.

Und nun macht der sympathische Roxeler ganz etwas Ähnliches. Denn Grüter macht das ganz große Fass auf. Anhand unbezweifelbarer Fakten - Mediatisierung, Computerisierung, Digitalisierung unserer Gesellschaft - konstruiert er ein in sich schlüssiges Bedrohungsszenario, dass er dann auch noch laut Titel - und auf der Kanzlerinnen-Spur - als alternativlos beziehungsweise unausweislich hinstellt.

Beitrag vom: 24. November 2013 - 13:19 | Von: junirio

OK, ein kompletter Neuling war ich nicht. An meinem Arbeitsplatz habe ich mir bereits E-Mail-Verschlüsselung eingerichtet (die kundenseitig zu null Prozent nachgefragt wird, was ich wirklich bemerkenswert finde). Dass ich das Konzept komplett verstanden hätte, hätte ich bis dato aber nicht behaupten können. Insofern kam das mit einigem bewerbendem Medienecho begleitete eBook "Verschlüsselt!" von Tobias Gillen gerade recht. Aus der Sicht eines totalen Anfängers habe er E-Mail-Verschlüsselung erlernt, dies in Tagebuch-Form gebracht und zu "Step-by-Step-Anleitungen zum Selbermachen" gebündelt, erfuhr ich. Das Buch reizte mich. Die überschaubaren Kosten von 2,99 Euro hinderten mich nicht am sofortigen Download. Da es mit insgesamt 57 eBook-Seiten mehr als übersichtlich ist, war es auch fix gelesen.

Meine Erfahrungen mit diesem eBook fasse ich nicht in Tagebuch-Form, sondern in einen Blog-Beitrag. Dieser reicht dafür völlig aus. Und das Fazit ist: Ein Blog-Beitrag - oder eine kleine Serie - hätte auch für Gillens eBook vollkommen genügt. Denn er berichtet nichts wesentlich Neues, was er allerdings auch nicht angekündigt hat. Er macht kaum etwas besser als andere. Und das Anleitungshafte an dem Buch gilt nur für eine eng umrissene Zielgruppe. Zu den Kosten der Veröffentlichung fallen mir zwei Schlüsse ein: Es ist nicht übermäßig teuer. Lieber hätte ich aber fünf oder sechs Euro für ein ausreichend recherchiertes Buch mit mehr Nutzwert bezahlt.

Beitrag vom: 24. November 2013 - 13:19 | Von: junirio

OK, ein kompletter Neuling war ich nicht. An meinem Arbeitsplatz habe ich mir bereits E-Mail-Verschlüsselung eingerichtet (die kundenseitig zu null Prozent nachgefragt wird, was ich wirklich bemerkenswert finde). Dass ich das Konzept komplett verstanden hätte, hätte ich bis dato aber nicht behaupten können. Insofern kam das mit einigem bewerbendem Medienecho begleitete eBook "Verschlüsselt!" von Tobias Gillen gerade recht. Aus der Sicht eines totalen Anfängers habe er E-Mail-Verschlüsselung erlernt, dies in Tagebuch-Form gebracht und zu "Step-by-Step-Anleitungen zum Selbermachen" gebündelt, erfuhr ich. Das Buch reizte mich. Die überschaubaren Kosten von 2,99 Euro hinderten mich nicht am sofortigen Download. Da es mit insgesamt 57 eBook-Seiten mehr als übersichtlich ist, war es auch fix gelesen.

Meine Erfahrungen mit diesem eBook fasse ich nicht in Tagebuch-Form, sondern in einen Blog-Beitrag. Dieser reicht dafür völlig aus. Und das Fazit ist: Ein Blog-Beitrag - oder eine kleine Serie - hätte auch für Gillens eBook vollkommen genügt. Denn er berichtet nichts wesentlich Neues, was er allerdings auch nicht angekündigt hat. Er macht kaum etwas besser als andere. Und das Anleitungshafte an dem Buch gilt nur für eine eng umrissene Zielgruppe. Zu den Kosten der Veröffentlichung fallen mir zwei Schlüsse ein: Es ist nicht übermäßig teuer. Lieber hätte ich aber fünf oder sechs Euro für ein ausreichend recherchiertes Buch mit mehr Nutzwert bezahlt.

Beitrag vom: 23. März 2013 - 22:02 | Von: junirio

Zwei Bücher zu Unternehmens-Blogs und Social-Media-Marketing habe ich den vergangenen Wochen für phindie.de rezensiert: Jens Schlüters Social Media Marketing für Unternehmer. Der 30-Minuten-Faktor und Meike Leopolds Unternehmens-Blogs. Praxis-Handbuch für Aufbau, Strategie und Inhalte. Beide Bände sind dieses Jahr bei Pearson erschienen, dem Verlag, der jetzt seine deutschsprachige EDV-Sparte einstellt. Sie vermitteln auf sehr unterschiedliche Weise Wissenswertes zu Blogs und Social Media. Während Leopolds Veröffentlichung eher eine Hilfestellung bei der Blog-Realisierung ist, gibt Schlüters Werk einen Überblick über die wichtigsten Social-Media-Kanäle.

Dass die Buchbesprechungen - und damit die Lektüre - gerade nun anfielen, war reiner Zufall, passte aber sehr gut. Ich war gerade dabei, ein Blog-Projekt zu konzipieren, das mittlerweile in ersten Anfängen live geschaltet ist: www.dreht-sich.de. Dort soll es um alles gehen, was mit Drehung und Rotation zu tun hat. Denn es dreht sich und rotiert ziemlich viel in der Welt um uns herum, wenn man einmal genau darüber nachdenkt.

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