Notizen in Ulrich Kloses Logbuch

Beitrag vom: 24. Dezember 2014 - 17:38
Von: junirio

Ihr werdet durchschaut! Spart Euch künftig die Geschichten mit Christkind und Weihnachtsmann, die Ihr dem Nachwuchs erzählt.

Gerade hier in Roxel, zwei Mädchen (ca. fünf und sieben Jahre), offenbar bereits beschert, liefen allein auf dem gegenüberliegenden Bürgersteig irgendwo hin.

Beitrag vom: 8. September 2014 - 15:03
Von: junirio

Stelle ich ein gutes Produkt seit Jahrzehnten erfolgreich her, bin ich eigentlich eine arme Sau. Alles funktioniert so, wie es soll, die Kundinnen und Kunden sind zufrieden, der Absatz ist stabil, Verbesserungen scheinen kaum möglich. Wenn ich schon inhaltlich nichts ändern kann, arbeite ich wenigstens am schönen Schein. Flugs wird die Verpackung umgestaltet. Denn Verpackungen sind an marketingfähigen Produkten fast das wichtigste: Denn mit der Verpackung werden optische und haptische Informationen über ein Produkt transportiert, bevor es überhaupt angewendet worden ist.

Beitrag vom: 12. August 2014 - 18:09
Von: junirio

Weil es nicht in 140 Zeichen auf Twitter passt, es aber raus muss:

Landtagsvizepräsident Daniel Düngel tritt zurück. Er scheint Schulden zu haben, für die es vollstreckbare Zahlungstitel gibt. Es scheinen sogar Haftbefehle zur Erzwingung einer Vermögensauskunft zu existieren. Die lieben Kolleginnen und Kollegen des Landtagspräsidiums haben die Chance ganz offensichtlich genutzt, ihrem unbeliebten Kollegen mal so richtig eins auszuwischen. Alles in allem eine schmutzige Kampagne.

Ich kenne Daniel Düngel nicht persönlich, nur durch die sozialen Medien. Ich finde ihn nach diesen Eindrücken sympathisch. Die Lösung seiner Finanzprobleme ist seine Sache und geht niemanden etwas an. Kommentare dazu sind unzulässig (weswegen sie hier auch geschlossen sind). Ich kann ihm nur alles Gute wünschen.

Dann gibt es da aber diese Sätze in seinem Rücktrittsstatement, die in dem Zusammenhang so nicht gehen (was umso mehr gilt, als seine Parteifreunde ihm gerade mit Treuebekundungen Kränze flechten):

"Auch für mich gilt die Piraten-Aussage 'Gläserner Staat statt gläserner Bürger'. Mir liegt eine Transparenz bei politischen Prozessen nach wie vor sehr am Herzen – diese Transparenz hört da auf, wo persönliche Daten geschützt werden müssen."

Beitrag vom: 18. Juli 2014 - 20:12
Von: junirio

Arndt Klocke mit Theodora Bockem-Rohleder und Dr. Meinolf Rohleder an der Zufahrt zur Autobahnraststätte in Roxel
Habe ich Promi-Tourismus betrieben? Ich glaube nicht. Seit Tagen hingen im Rohrbusch-Wald in Roxel Zettel an den Bäumen, dass Grünen-Landtagsmitglied Arndt Klocke, seines Zeichens verkehrspolitischer Sprecher seiner Fraktion, der Bürgerinitiative Landschaftsschutz Roxel einen Besuch abstatten würde, um sich ein Bild von der Lage am geplanten Lkw-Parkplatz zu machen. Erstens habe ich auch etwas gegen die geplante Anlage, auch wenn mir die Bürgerinitiative dazu eher fremd ist, zweitens wollte ich den agilen Grünen doch mal in offizieller Funktion sehen. Schließlich kommen wir ursprünglich aus aus derselben Kleinstadt. Also ging ich hin.

Beharrlich und mit allen (juristischen) Mitteln kämpft die Bürgerinitiative, präsidiert von ihrer Vorsitzenden, der direkten Anliegerin Theodora Bockem-Rohleder, gegen die beiderseits der Rastanlagen an der A1 geplanten neuen Parkmöglichkeiten für Laster. Wer sich dazu informieren möchte, findet auf der Internetseite der Vereinigung reichlich Informationen. Einen kurzen Überblick über die gesamte "Gefechtslage" bietet dieser Artikel eines regionalen Wirtschaftsportals aus dem vergangenen Jahr. Ganz grob umrissen geht es darum, dass der Landesbetrieb Straße NRW auch in Roxel Lkw-Parkplätze bauen will, um den Brummi-Fahrern die Einhaltung ihrer Ruhezeiten zu ermöglichen. Dazu sollen an die vorhandenen Raststätten angrenzende Flächen (derzeit sind es Felder) genutzt werden. Diese liegen allerdings ca. fünf Meter höher als die "tiefergelegte" Autobahn. Deshalb befürchten die Anwohnerinnen und Anwohner Roxels massive Lärmbelästigungen. Weil das Ganze als reines Verwaltungsverfahren läuft und nach Ansicht des Landesbetriebes die prinzipiellen landesplanerischen Möglichkeiten gegeben zu sein scheinen, sind relevante Parlamente nicht mit dem Fall befasst.

Die Bürgerinitiative sieht das ganz anders. Dort geht man davon aus, dass auf der Grundlage falscher Zahlen, dem Verschweigen von Lärmgutachten-Ergebnissen, verheimlichter Verträge mit der "Tank & Rast", Behörden-Willkür und einer irgendwie bösen, weil untätigen Politik eine unnötige Umladefläche für die Transportindustrie geschaffen werden soll. Für Roxel bedeute dies den Horror schlechthin. Lärm, Abgase, Feinstäube, zwielichtiges Gewerbe unterhaltender und animierender Art und vieles mehr werde künftig das Landschaftsschutzgebiet - in dem sich die Raststättenfläche befindet - zerstören. Dieses brachte man - allen voran Theodora Bockem-Rohleder und ihr Ehemann Meinolf - auch Arndt Klocke nahe, der von seinen örtlichen Parteifreundinnen und -freunden Carsten Peters und Vanessa Braun, die den Besuch vorbereitet hatten, offensichtlich eher oberflächlich gebrieft worden war und viele zielorientierte Fragen stellte. Im Wesentlichen dürfte er mitgenommen haben: Die kommunikativen Fronten zwischen den Beteiligten sind verhärtet. Es werden Vorwürfe ausgetauscht, neue Argumente hingegen eher selten.

Beitrag vom: 7. Juli 2014 - 19:29
Von: junirio

Kennt Ihr das auch? In einer Versammlung beteiligt Ihr Euch mit einer Wortmeldung. Die Versammlungsleitung dankt Euch für den wichtigen Beitrag, um ihn dann entweder zu verreißen oder ihn - fast noch schlimmer - komplett zu ignorieren. Mit dem Dankesagen ist das so eine Sache: Danke sagt man von Herzen, sollte man denken. Vielfach gebietet es die gute Erziehung, einen Dank auszusprechen. Danke gehört zum Kitt unserer Gesellschaft. Damit vermitteln wir dem Anderen, dass wir ihn und seine Leistung wahrnehmen und zu schätzen wissen.

Danke kann auch zur bloßen rhetorischen Floskel verkommen. Ein Beispiel dafür wurde einleitend genannt. Es geht aber noch perfider: Dann wird das Danke zum Ausgrenzen missbraucht. Ein besonders schäbiges Beispiel dafür lieferte der aktuelle Landesvorstand der Piraten NRW, als er in einer Sitzung im Vorfeld des außeordentlichen Bundesparteitags der Piratenpartei per Umlaufbeschluss einstimmig (!) bei einer Enthaltung ausschloss, sich an einer Danksagung für den umstrittenen komissarischen Bundesvorstand zu beteiligen.

In den sozialen Medien brandete darauf hin eine Welle der Empörung auf. Nicht alle in der tief zerstrittenen Partei waren mit der Unverschämtheit des "sozial-liberalen" Parteivorstands aus dem Westen einverstanden. Unter anderem reagierte der Landesvorstand Sachsen-Anhalt prompt mit einem exakt gegenteiligen Beschluss. Wäre die Diskussion noch etwas weiter gelaufen, wäre vielleicht noch deutlicher geworden, dass es dem NRW-Vorstand wohl einfach an guter Erziehung mangelte. Was tun, um einen solchen aufkeimenden Stimmungsumschwung zu brechen? Genau: Man stimmt vordergründig zu, zieht das Thema ins Grundsätzliche und vernebelt damit den eigentlichen Zweck des ursprünglichen Vorhabens.

Seiten