Notizen in Ulrich Kloses Logbuch

Beitrag vom: 27. April 2013 - 15:49
Von: junirio

Haus Pröbsting in Roxel nach dem Abriss

Update 10. Mai 2013: Mittlerweile ist das Haus nur noch ein Haufen Schutt. Aber auch der wird sicher bald abtransportiert sein.

Roxelerinnen und Roxeler sollten sich das Haus Pröbsting an der Tilbecker Straße noch einmal genau anschauen. Denn es wird auch abgerissen. Damit verliert der Ortsteil von Münster in kurzer Zeit ein weiteres, ortsbildprägendes Gebäude, das auf die Vergangenheit Roxels hinweist. Erst vor wenigen Wochen war das alte Gasthaus Hölscher verschwunden. Vor einigen Monaten rückten die Abrissbagger auf der anderen Straßenseite einem ehemaligen Schnellimbiss zu Leibe. Und die Fabrik Neumann ist auch erst kürzlich aus dem Ortsbild verschwunden.

Beitrag vom: 24. April 2013 - 22:55
Von: junirio

Ein Mal im Jahr mindestens führe ich mir Informationsveranstaltungen zum Urheber- und/oder Medienrecht zu Gemüte. Ich bin auf verschiedenen Ebenen mit diversen Internetseiten befasst, da kann es nicht schaden, das spätestens seit meinem Redaktionsvolontariat vorhandene Wissen "upzudaten". Hier in Münster sind wir auf diesem Gebiet bestens ausgestattet. An der Universität gibt es das Institut für Informations-, Telekommunikations- und Medienrecht (ITM) mit Star-Professor Thomas Hoeren (ich vermute, dieser Bewertung würde er selbst nicht widersprechen). Hoeren gibt ja das gerade erst jüngst aktualisierte, so umfassende wie legendäre Skript Internetrecht heraus.

Weil aber das ITM so renommiert ist, ist es in Münster quasi omnipräsent. Kaum eine Informationsveranstaltung zum Medienrecht, wo es keine Rolle spielt. Deswegen freute ich mich, als ich über den Online-Kalender der Münsterschen Piraten auf den Vortrag "Einführung in das Urheberrecht (für Nicht-Juristen)" von Matthias Försterling aufmerksam wurde. Angeboten wurde er von der Arbeitsstelle Forschungstransfer der hiesigen Uni. Ich ging also heute dorthin, in der Hoffnung mal einem Nicht-ITM-Referenten zu lauschen.

Dieses Vorhaben misslang, wie ich schnell feststellte, denn Matthias Försterling war bis zum vorigen Jahr ITM-Mitarbeiter. Seine Folien präsentierte er noch im ITM-Layout. Sein Vortrag war sehr grundsätzlich, insofern lernte ich wenig wirklich Neues kennen. Anregungen lieferte er mir allemal.

Beitrag vom: 20. April 2013 - 20:14
Von: junirio

Man muss kein Hardcore-Anhänger von Luhmann, des Konstruktivismus oder einer beliebigen anderen Theorie sozialer Kommunikationssysteme sein, um zu ahnen, dass es politische Probleme nicht "wirklich gibt", sondern dass sie in interpersonalen Aushandlungsprozessen zu Problemen oder Chancen erklärt werden. Der Zuzug von Ausländerinnen und Ausländern ist dafür ein hervorstechendes Beispiel. Kommen sie als Flüchtlinge oder - fast noch schlimmer - als Zuwanderinnen und Zuwanderer auf der Suche nach besseren Lebensverhältnissen, ist dies in der politischen Diskussion ein Problem, das es kleinzuhalten und idealerweise abzuwehren gilt. Betrifft die Zuwanderung Managerinnen und Manager - der Chef der Deutschen Bank ist beispielsweise Brite mit indischer Herkunft -, Akademikerinnen und Akademiker oder hochqualifzierte Fachkräfte, ist sie hingegen hoch erwünscht und entlockt beispielsweise dem Bundesministerium für Bildung und Forschung ein herzliches Willkommen in Deutschland. Ich finde, eine derartig unterschiedliche politische Bewertung ein und desselben Sachverhaltes - Zuwanderung nach Deutschland - lässt sich zum Teil nur rassismustheoretisch erklären.

Münster hat in den vergangenen Wochen und Monaten ein gutes Beispiel für den hochselektiven Umgang mit diesem Thema gegeben. Beschlossen wurde, in Roxel und Wolbeck zwei neue Flüchtlingsheime für jeweils bis zu 50 Asylsuchende zu errichten. Dazu gab es die Vorlage V/0973/2012, Unterbringungskonzept für Flüchtlinge in Münster. Weil der Zuzug so stark sei, wurde diese Woche eine befristete Unterbringung von Flüchtlingen in Container-Lagern beschlossen. An drei vorhandenen Flüchtlingsunterkünften werden zusätzliche Leichtbau-Elemente aufgestellt - und zwar befristet bis Ende 2014, bis die neuen Unterkünfte fertig seien. Diese Maßnahmen gehen aus Vorlage V/0088/2013, Zeitlich befristete Übergangslösungen zur Unterbringung von Flüchtlingen bis zur Fertigstellung neuer Einrichtungen in Roxel und Wolbeck, hervor. Allein das ist schon auffällig. In normalen Neubaugebieten werden Neubauten mittlerweile in zwei bis vier Monaten fertig. Warum beabsichtigt Münster, die neuen Flüchtlingsheime anderthalb Jahre lang zu bauen?

Beitrag vom: 5. März 2013 - 22:37
Von: junirio

Ich sehe meine Erfüllung nicht darin, jeden Tag zwei bis drei Stunden Ratsvorlagen zu studieren, in Sitzungen um Spiegelstriche und Protokollnotizen zu feilschen und zur Krönung alle vier bis sechs Wochen vier bis fünf Stunden in einem prunkvollen Saal "Vorlage" zu murmeln oder Diskussionsbeiträgen zu lauschen, deren Originalität mit jeder Wortmeldung abnimmt - zu Tagesordnungspunkten, deren Abstimmungsergebnis sowieso schon feststeht, weil es zuvor in nur im Dutzend zu zählenden Sitzungen ausgekaspertvorbereitet wurde. Meine Haltung mag falsch sein. Ich will damit auch nicht diejenigen abwerten, die sich das antun. Im Gegenteil: Ich habe großen Respekt vor kommunalpolitischem Engagement. Politisches Engagement wäre mir trotzdem wichtig. Es gibt Dinge, die interessieren mich, bewegen mich oder regen mich schlicht auf. Angebote, mich einzubringen, nehme ich von Fall zu Fall wahr. Gerade in den vergangenen Monaten habe ich manchen Abend auf Zusammenkünften zu kommunalpolitischen Themen verbracht und am Wochenende das ein oder andere für eine anstehende Sitzung vorbereitet. Aber bitte, ich gestehe: Ich betrachte es als Lebensqualität, mal nur faul auf dem Sofa zu liegen, einen langen Spaziergang mit dem Hund zu machen oder auch solche Blog-Texte zu schreiben.

Beitrag vom: 7. Februar 2013 - 22:58
Von: junirio

zunächst mal: Ich darf Dich doch #ratms nennen? Dein Twitter-Spitzname ist so hübsch.

Wie fühlst Du dich eigentlich? Bist Du glücklich mit Deiner Situation? Einmal im Monat wird es bei Dir voll. Dann sitzen alle Ratsmitglieder stundenlang auf Deinen Polstern herum und tun ganz wichtig.

Verstehst Du eigentlich selbst, was sie da reden? Dieses "Vorlage"-Gemurmel? Oder wenn von der linken Seite gebeten wird: "Ich bitte, vom zweiten Absatz des Änderungsantrages der XY-Fraktion den ersten Satz einzeln sowie den zweiten gemeinsam mit dem dritten Satz abstimmen zu lassen"?

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