Notizen in Ulrich Kloses Logbuch

Beitrag vom: 2. Februar 2013 - 19:45
Von: junirio

Der Bundestag repräsentiert ganz und gar nicht die Bevölkerungsstruktur Deutschlands. Das war schon immer so und wird sicher auch nach der nächsten Wahl so bleiben. Beamte und Studierte haben darin die übergroße Mehrheit. Fast 20 Prozent der Abgeordneten im aktuellen Bundestag schmücken sich mit einem akademischen Titel wie dem Doktor. 124 Abgeordnete führten direkt nach der vorigen Wahl einen Doktortitel. Mit 22 Prozent stellen die Juristinnen und Juristen die größte Berufsgruppe des Nationalparlamentes. Zwölf Arbeiter und Handwerker verlieren sich unter den mehr als 600 Abgeordneten des bundesdeutschen Repräsentativorgans. All die gerade genannten beeindruckenden Zahlen hat stern.de zusammengetragen.

Dass sich an den Verhältnissen nichts ändern wird, daran werden zumindest die kleinen Parteien in Nordrhein-Westfalen auch künftig nichts ändern. Das zeigt ein Blick auf die bereits erfolgten Landeslistenaufstellungen der Parteien, die überhaupt nur eine Chance auf den Bundestagseinzug zu haben scheinen. Erstaunlich ist es gleichwohl, dass gerade die kleinen Parteien, die sich doch so gern als wichtiges Korrektiv zu den großen, die Regierungen tragenden Gruppierungen darstellen, ganz und gar nicht anders bei der Kandidatenaufstellung vorgehen. Verbunden mit den sehr ähnlichen Politikinhalten - hier sind eigentlich nur die Linken deutlich von den Anderen unterscheidbar - mag die offensichtliche Abgehobenheit des politischen Personals von der Durchschnittsbevölkerung ein Erklärungsbaustein für die grassierende Parteienmüdigkeit sein.

Beitrag vom: 23. Januar 2013 - 22:47
Von: junirio

Dass der Artikel sicher gezielt jetzt nach seiner Spitzenkandidatur veröffentlicht wurde? Geschenkt! Dass er möglicherweise ein "Abklatsch" des wegweisenden Textes von Annette Meiritz im Spiegel über Sexismus bei der Piratenpartei und in der Politik ist? Geschenkt! FDP-Bundestagsfraktionschef Rainer Brüderle kommt in dem Stern-Artikel von Laura Himmelreich nicht gut weg. Im Klartext: Ihm wird sexuell grenzwertiges bis übergriffiges Verhalten vorgeworfen. Auf einem gewissen Altherrenwitz-Niveau scheint der oft gut gelaunte Liberalen-Senior jüngeren Frauen gegenüber gern Anzüglichkeiten von sich zu geben. Ob die Vorwürfe stimmen, weiß ich nicht. Bestätigungen über die Stern-Beschuldigungen hinaus scheint es nicht zu geben.

Beitrag vom: 16. Januar 2013 - 18:38
Von: junirio

Hurra, ich habe etwas getwittert und darauf ganz viele Reaktionen erhalten! Nur wozu und warum nur? Am 12. Januar twitterte ich vom "komplette[n] medienjournalistische[n] Versagen" des Online-Magazins fernsehkritik.tv in einem Bericht über die Südtiroler Rock-Band Frei.Wild. Das laut Claim der Seite "satirisch-kritische TV-Magazin", das normalerweise mit scharfer Zunge Fernsehsendungen auf ihre Qualität hin kommentiert und bereits den Grimme-Online-Award erhielt, gehe der "Propaganda" der Band "auf  den Leim", schrieb ich.

Mehr habe ich nicht geschrieben, hatte mich vorher nie zu der Band geäußert und habe auch nicht vor, es künftig zu tun. Ich kannte die Gruppe bis vor kurzem überhaupt nicht, wurde nur auf sie aufmerksam durch Beiträge von Aspekte im ZDF und dem NDR-Kulturjournal, aus denen fernsehkritik.tv auch zitiert. Dabei fiel mir lediglich auf, dass die Musiker platten Patriotismus verbreiten, texterisch unbegabt sind und die Musik ganz normaler Mitgröl-Rock ist. Hört es, wenn ihr mögt. Ich mag es nicht.

Beitrag vom: 17. Dezember 2012 - 22:34
Von: junirio

Heute habe ich einen Bürgerantrag mitgezeichnet, um den Bürgerhaushalt in Münster in der gewohnten Form zu erhalten. Der Stadtrat hatte am 12. Dezember beschlossen, das Beteiligungsverfahren nicht mehr jährlich, sondern nur noch alle zwei Jahre durchzuführen. Sparzwänge. Angeblich. Der städtische Haushalt wird dadurch jährlich mit 25000 Euro belastet. Die Piraten Münster stellten sich unter anderem gegen diese Entscheidung.

Beitrag vom: 17. Oktober 2012 - 22:55
Von: junirio
So sieht die neue Brücke über den Meckelbach im Roxeler Rohrbusch aus

Dass ich Münsters Politikerinnen und Politikern ihre Spar-Rhetorik nicht abnehme, ist bereits an der ein oder anderen Stelle angeklungen. In Roxel freuen wir uns derzeit über ein Bauwerk, das wie ein Gruß aus der alten Prasser-Zeit daherkommt. Leider ist es total neu.

Die abgebildete Brücke in der Nähe der Altenroxeler Straße führt nun über den Meckelbach in das Waldstück Am Rohrbusch. Edelstahl-Handläufe, Metall-Tragwerke, edelste Hölzer auf der Bodenfläche, aufwendig mit Beton angeschüttete Brückenauffahrten, die alpenhafte Uferbefestigung: An der Brücke ist alles schön und hochwertig. 65000 Euro habe die Querung gekostet, schreiben die Westfälischen Nachrichten. Bauzeit: mehrere Monate. Seit August war der Fußweg zwischen den beiden Rohrbusch-Wäldern gesperrt, weil schweres Baufahrzeug darauf geparkt war. Gearbeitet wurde eher selten an der schicken Brücke.

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