Eigene Karten auf Basis der OpenStreetmap erstellen mit Sharemap und Easymap

Mal eben eine Karte mit markierten Flächen oder einer eingezeichneten Route für die eigene Website oder den eigenen Blog erstellen. Klar: Greifen wir doch zu Google Maps. Wie einfach das Erstellen einer solchen personalisierten Karte geht, verrät beispielsweise dieser Artikel auf Chip online. Und wenn ich Google nicht nutzen möchte? Immerhin muss ich mich dazu bei der Welt bekanntester Suchmaschine anmelden? Es gibt ja noch die OpenStreetmap, die zumindest für die meisten Teile von Deutschland eine hervorragende Datenbasis aufweist. Auch für den nach dem Wiki-Prinzip funktionierenden Kartendienst gibt es Online-Tools zum Erstellen eigener Karten. Sharemap und Easymap sind zwei durchaus brauchbare Alternativen.

Beide Tools sind internetbasiert. Ihr arbeitet also nicht mit einer lokal installierten Software, sondern mit einem im Browser laufenden Dienst. Grundsätzlich unterscheiden sich beide Dienste durch Folgendes: Sharemap ist ansprechender gestaltet und leichter zu bedienen, allerdings nur mit englischer Menüführung erhältlich. Easymap, ein unter Creative-Commons stehendes Projekt, ist hingegen nicht ganz so intuitiv zu bedienen. Dafür steht eine deutsche Sprachversion zur Verfügung. Und es ist möglich, die erzeugten Karten lokal herunterzuladen, um sie beispielsweise auf den eigenen Server zu laden und von dort aus anzuzeigen. Das bietet Sharemap nicht.

Sharemap kurz ausprobiert

Screenshot des Online-Tools Sharemap zum Erstellen benutzerdefinierter OpenStreetmap-Karten

Um Sharemap kurz auszuprobieren, soll nun eine einfache Karte erzeugt werden, die eine markierte Fläche über den "Hunde-Wald" Rohrbusch in Münster-Roxel legt. Dazu geben wir zunächst den Namen des Projektes an und beschreiben es kurz. Zudem haben wir die Auswahl zwischen verschiedenen Karten-Grundlagen. Wir wählen die OpenStreetmap, könnten aber auch verschiedene andere freie Karten oder Bing- oder Yahoo-Geodaten als Grundlage wählen. Die E-Mail-Adresse kann freiwillig eingegeben werden.

Es erscheint nun ein dreigeteilter Bildschirm mit einer großen Kartenansicht in der Mitte. Rechts werden später die Ansichtsebenen der Karte angezeigt, links sind Pojekt-Informationen zu sehen. In der Karte findet sich eine Suchfunktion, die nach der Eingabe von "Roxel" schon mal einen pulsierenden Kreis auf die gefundene Örtlichkeit legt. Wird dieser Kreis mit der rechten Maustaste angeklickt und "Center on component" gewählt, kann der Kartenausschnitt dann mit der Zoom-Funktion auf eine ansprechende Größe gebracht werden.

Um nun den Rohrbusch-Wald mit einer Fläche zu markieren, wird die oben links in die Karte eingeklinkte Toolbar verwendet. Hier findet sich ein Werkzeug um Polygone zu zeichnen. Damit wird nun die Waldfläche umrandet. Die so erzeugte Fläche heißt in der Ebenenübersicht nun beispielsweise "Line 1". Wird darauf geklickt, können Name, Füllfarbe und diverse weitere Eigenschaften in der linken Bildschirmspalte geändert werden. Eigentlich ist das schon alles. Eines sollte noch geändert werden: der "Default Viewport". Auch dazu findet sich in der Toolbar ein Werkzeug. Es heißt "Viewport". Damit lässt sich der Bereich festlegen, der in der Startansicht der Karte in den sichtbaren Bereich gezoomt werden wird. Wir wählen also dieses Werkzeug und ziehen damit einen Rahmen mit ausreichend Platz um die Rohrbusch-Fläche. Dieser Rahmen wird als eigene Ebene angelegt und kann entsprechend auch umbenannt werden.

Nun sind wir eigentlich bereits fertig. Über drei Reiter im rechten Bildschirmbereich können wir uns nun die Ausgabe-Ergebnisse anzeigen lassen. Vorher werden wir gebeten, die gerade erzeugte Version zu speichern. Das bedeutet, dass das Ergebnis bei Sharemap gespeichert wird. Wir können uns eine Kartenvorschau anzeigen lassen, eine SVG-Version und eine JPG-Version. Die erzeugten Karten stehen übrigens auch unter einer Creative-Commons-Lizenz. In der Vorschau-Ansicht gibt es einen Infobereich im linken Bildschirmbereich. Hier haben wir über das Werkzeug-Symbol Zugriff auf verschiedene Export-Optionen. Unter anderem gibt es den Punkt "Embed map in web page". Darauf zu klicken lohnt sich: Es erscheinen URLs zu verschiedenen Grafik-Dateien der Karte, vor allem aber auch die URL, über die die Karte bei Sharemap abrufbar ist. Eine der zur Verfügung stehenden Vorschauen kann dann beispielsweise abgespeichert samt Link zur Karte und auf einer eigenen Seite eingefügt werden.

Praktisch ist auch, dass mit Sharemap GPX-Routen importiert werden können, um beispielsweise Fahrradtouren oder Spaziergänge kartografisch darstellen zu können. Viele andere Möglichkeiten des Tools können hier gar nicht erwähnt werden.

Die fertige Grafik samt Link habe ich übrigens für diesen Beitrag in einem anderen Blog erstellt: Ungewöhnlich viel Wasser im Rohrbusch-Wald in Roxel.

Easymap: Einerseits komfortabler, andererseits komplizierter

Screenshot des Online-Tools Easymap. Damit werden eigene Openstreetmap-Karten erstellt.

Easymap kommt anders als Sharemap auf deutsch daher und ist wesentlich einfacher layoutet. An manchen Stellen ist es nicht so intuitiv bedienbar. Beispielsweise muss die passende Kartenansicht mittels Pfeiltasten auf dem Bildschirm (deren Grafik zum Zeitpunkt dieses Kapitels auch noch fehlte) eingestellt und dann über einen nebenstehenden Link als Position in das Projekt übernommen werden.

Als Hinzufügeoptionen bietet Easymap die Möglichkeiten, Marken und Flächen in die Karte einzufügen. Hier erschließt sich nicht sofort, dass beispielsweise bei einer Fläche erst auf den Textlink "Zeichnung bearbeiten" geklickt werden muss, um in der oben genannten Karte die gewünschte Fläche einzuzeichnen. Analog muss dann unter der Karte "Bearbeitung beenden" angeklickt werden, um mit anderen Bearbeitungsschritten weitermachen zu können.

Gleichermaßen gewöhnungsbedürftig ist es, vor dem Export zunächst seine Bearbeitungen senden zu müssen, damit Easymap sie danach bereitstellen kann. Also muss zunächst unten auf der Seite der Button "Abschicken" geklickt werden. Damit werden Flächen, Zoom-Faktoren, Karten-Ausschnitte etc. gespeichert.

Nun kommt allerdings das praktische Feature von Easymap.Unter der Überschrift "Ergebnis speichern" gibt es die Möglichkeit, die generierte Karte auf die eigene Festplatte zu speichern, entweder als HTML-Datei oder als gepacktes ZIP-Archiv, um dieses auf den eigenen Server zu laden. Vorsicht ist dann wiederum geboten, die Easymap-Seite einfach zu verlassen. Damit wären alle Bearbeitungsergebnisse weg. Um diese zu sichern, sollte unter dem Punkt "Aktuellen Stand speichern/laden" der Punkt  "Exportieren zu JSON" gewählt werden. Dann wird eine Datei heruntergeladen, die später als Import wieder in Easymap eingespielt werden kann und die bisherigen Bearbeitungsschritte zurück auf den Bildschirm holt.

Eine GPX-Import-Funktion bietet Easymap nicht.

Fazit: Sharemap ist die einfachere Lösung

Sicherlich ist Sharemap die intuitivere Lösung der hier gezeigten Kartenbearbeitungstools. Es bietet eine gut nutzbare Oberfläche mit vielen nützlichen Eigenschaften. Die Möglichkeit, andere Kartendaten zu importieren, sticht hervor. Leider lassen sich die Ergebnisse nicht komplett lokal herunterladen. Easymap ist wesentlich einfacher gehalten, liefert dann aber offline nutzbare Ergebnisse. Es hat die ein oder andere Einstellungsmöglichkeit, die Sharemap nicht hat, bräuchte aber eine komfortable Benutzerführung.

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1 Kommentar

16
Jun

In der gleichen Klasse:
http://umap.openstreetmap.fr/de/
​Vorteil gegenüber sharemap.org: es werden auch POI (wpt) eines GMX-Imports dargestellt.

Gruss Josef