Aufspielen von CyanogenMod scheitert zunächst an fehlender USB-Verbindung im Recovery-Modus

Auf mein Mini-Tablet Google Nexus 7 möchte ich nicht mehr verzichten. Verhalten war meine Freude, als Google den Nexus-Usern "einfach mal so" Android 5.0 spendierte. Effekt bei mir: Ein quälend langsames Nexus, Abstürze, deutlich eingeschränkter Nutzungsspaß. Als mir dieser Nutzererfahrung zu viel geworden war, beschloss ich: Das ROM muss weg. Schnell fiel meine Wahl auf CyanogenMod (CM) als Alternative. Der englischsprachige Anleitungstext im Cyanogenmod-Wiki erschien mir machbar.

Um es kurz zu machen: Eigentlich ist es auch ganz einfach. Die Installation - ich entschied mich für CM 10.2 - hakte nur an einer Stelle. Davon will ich hier kurz berichten, auch wenn die Lösung - natürlich! - bereits im Netz steht. Aber vielleicht stößt jemand auf der Suche nach dem Fehler auf diesen Text, und ihm oder ihr wird geholfen.

Das prinzipielle Vorgehen ist simpel: Ihr braucht als Voraussetzung die Android Entwickler-Tools von Google, um die Befehle adb und fastboot auf Eurem PC nutzen zu können. Die Software gibt es für alle gängigen Betriebssysteme. Das kam mir zugute, weil ich mich - wie ich gleich schildere - mit Windows wie auch mit Debian Linux ans Werk begab. Außerdem müsst Ihr Euer Nexus oder ein anderes Mobile Device gerootet haben. Wie das geht, erfahrt Ihr in den bereits verlinkten Texten.

Das gerootete Device wird in den "Fastboot-Modus" gebracht und per USB an den Rechner angeschlossen. Darauf hin wird über den fastboot-Befehl (der aus den Android-Entwickler-Tools, s.o.) ein neues, sogenanntes "Recovery-Image" auf das Gerät gespielt. Standardmäßig ist bereits ein solcher Modus auf dem Nexus vorhanden, Das in den von mir genutzten Dokumenten genutzte Clockworkmod-Recovery-Image stellt aber besonders gut passende Funktionen zur Verfügung.

Ist dieses Recovery-Image auf dem Gerät, wird das Nexus in den Recovery-Modus gebracht. Dazu wird es in den Fastboot-Modus gebootet. Per Auswahlmenü erfolgt dann die Navigation in den Recovery-Mode. Dort geht es dann darum, zunächst ein Backup des vorhandenen Systems anzulegen und dann alle Nutzerdaten zu löschen. Und dann folgt das Prozedere zum Aufspielen des CM-ROMs.

Das war der Punkt, an dem ich Probleme bekam. Ich unternahm die ersten Schritte auf meiner Windows-7-Partition, weil ich dachte, dass Windows etwas unproblematischer ist und weniger "Handarbeit" vonnöten sein wird. Die Verbindung zum Gerät per USB funktionierte auch tadellos, solang ich im Fastboot-Modus unterwegs war. Natürlich hatte ich vorher die nötigen Android-Gerätetreiber installiert. Nicht weiter kam ich dann allerdings im Recovery-Modus. Denn sobald ich dorthin wechselte, verabschiedete sich die USB-Verbindung zum Nexus. Der Treiber im Geräte-Manager der Windows-Systemsteuerung wurde als defekt angezeigt. Insofern scheiterten auch alle Ansprachen des Nexus mit einem adb-Befehl. Eine Lösung fand ich nicht und ging erst mal ins Bett.

Heute dachte ich dann, ich schau mir das Ganze mal unter Linux an. Ich nutze Debian Wheezy. Die Pakete android-tools-adb und android-tools-fastboot gibt es in Backport-Repositories. Sie lassen sich dann einfach per apt-get installieren. Insofern waren die Voraussetzungen für die CM-Installation günstig. Und siehe da: Derselbe Effekt trat auch hier auf. Ich wechselte in den Recovery-Modus. Die zuvor bestehende USB-Verbindung brach ab. DIe Suche nach der Fehlerlösung dauerte auch hier etwas. Ich hatte bereits die UDEV-Regeln angelegt, zu denen beispielsweise in der adb-Installationsanleitung geraten wird. Aber auch das half nichts.

Gefunden habe ich den Ausweg dann über diese Seite: Darin wird beschrieben, dass adb als Daemon läuft. Dieser bricht beim Wechsel vom Fastboot- zum Recovery-Modus irgendwie zusammen. Es scheint so, als gebe es auch ein Problem der Nutzungsberechtigungen für normale Nutzer. Insofern geht es zunächst darum, den adb-Daemon regulär zu stoppen. Das geschieht über:

adb kill-server

Und dann wird der Daemon neu gestartet, und zwar mit Root-Rechten:

sudo adb start-server

Das reichte bei mir aus, um das Gerät wieder per USB ansprechen zu können. Der Rest war ein Klacks. Ich entschied mich, das gezippte neue ROM über die sogenannte sideload-Prozedur aufzuspielen. Diese kann man im Recovery-Modus im Menübereich install zip auswählen. Dabei wird das Gerät in den Software-Lade-Modus versetzt, auf dem Display erscheint der einzugebende Befehl, der in meinem Fall lautete:

sudo adb sideload cm-10.2.1-grouper.zip

Einmal Return gedrückt, und schon wanderte das CM-ROM auf das Nexus. Nach dem Upload und der Installation musste ich das Nexus nur neu booten und konnte mit der System-Einrichtung beginnen.

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