Runkeeper statt Runtastic: Laufen ohne Startgebühr

Runkeeper ist eine App, die ich mittlerweile regelmäßig beim Jogging verwendeUpdate 13. Juli 2014
Eine etwas detailliertere und aktualisierte Betrachtung vom Runkeeper Pro habe ich im Artikel Runkeeper bleibt die besser Joging-App, Laufen mit Runtastic Pro geht aber auch unternommen.


Von Euren Facebook-Profilen kennt Ihr es: Jeder und jede joggt mittlerweile. Gern postet mensch die jüngsten Lauf-Aktivitäten ins Profil. Offenbar immer dabei: das Smartphone und die App Runtastic. Das mache ich nicht. Also joggen tue ich schon. Ich nutze auch eine Lauf-App. Allerdings poste ich deren Ergebnisse nicht auf Facebook (hoffe ich!). Und ich nutze eine andere App, nämlich Runkeeper.

Die Gründe, warum ich Runkeeper und nicht das bekanntere Runtastic nutze, ergeben sich aus einem interessanten Radiobeitrag, den ich gestern im Auto hörte und der mich auf die Idee zu diesem Beitrag brachte. Denn der Autor des Selbst-Tests hatte offenbar ein klassisches Erlebnis der Marke "Auf die falsche App gesetzt". Er schildert im Selbstversuch eine Jogging-Runde mit Runtastic. Dabei fällt ihm dann verschiedenes auf: Die volle Sprachausgabe gibt es nur in der kostenpflichtigen Pro-Version. Die App spricht englisch mit ihren Nutzerinnen und Nutzern. Intervall-Trainings gibt es auch nicht in der freien Version. Der interessanteste Satz kommt dann am Schluss des Beitrags: Alles, was Runtastic nicht in der kostenfreien Version biete, biete Runkeeper sehr wohl.

Das ist der Grund, warum ich vor einiger Zeit bei Runkeeper landete. Einen Vergleich aller Eigenschaften und Vorteile verschiedener Lauf-Apps findet Ihr im Test-Artikel bei Heise. An einer Lauf-App interessiert mich vor allem Folgendes: Ich möchte Intervall-Trainings anlegen und ausführen können. Denn das hat sich für mich als gute Form erwiesen, wie ich meine Form stetig verbessern kann, ohne mich zu überlasten. Wert lege ich außerdem auf die Sprach-Ausgabe, so dass mir die Intervall-Wechsel ins Ohr geflüstert werden. Wer eine Brille trägt, versteht mich: Mal gerade aufs Smartphone-Display zu schauen, erweist sich während des Laufens meist als eher unscharfe Geschichte. Die Nutzung des Smartphones bietet sich dafür unter anderem wegen des integrierten GPS-Empfängers sowie des Internet-Zugangs an. Außerdem lässt sich nebenbei Musik anmachen, was das Joggen wesentlich angenehmer gestaltet.

Als ich sah, dass andere Runtastic fürs Joggen nutzten, informierte ich mich natürlich darüber - und stellte fest, dass die wichtigen Features sich alle in der Pro-Version verbergen. Die ist nicht übermäßig teuer. Die Ausgabe fand ich dennoch unnötig. Dann postete vor einiger Zeit jemand einen Link für einen kostenlosen Download der Pro-Version. Super, dachte ich. Dann bekomme ich ja all die benötigten Features. Ich installierte Runtastic, freute mich über die übersichtliche Oberfläche - und stellte fest, dass die App Android-Nutzer benachteiligt. Intervall-Training gab es nur für iPhones. Also wieder nichts.

Und dann stieß ich auf Runkeeper. Es ist genauso übersichtlich und hat all das, was ich brauche. Auf Vergleiche mit anderen lege ich keinen Wert, weshalb ich auch nicht jedes Lauf-Ergebnis poste. Dass ich aber Intervall-Pläne frei anlegen kann und Runkeeper darüber hinaus vordefinierte Trainingspläne anbietet (vom leichten Workout-Joggen bis zur Vorbereitung auf längere Läufe), war mir besonders wichtig. 

Als Quelle für die Intervalle nutze ich diesen Überblicksartikel auf joggen-online.de und dieses Tutorial auf mygoal.de. Auch wenn gerade Letzteres für Trainierende ausgelegt ist, die höheres anstreben wie etwa einen Marathon-Lauf, eignet es sich tortzdem für Freizeitläufer, die langsam und schonend ihre Leistung nach oben schrauben wollen.

Fürs Anlegen der Trainingspläne könnt Ihr dann aber doch wieder auf Runtastic zurückgreifen. Denn die Macher der App haben auf ihrer Website Trainingspläne für verschiedene Ziele bereitgestellt, die angeblich von Zahnpasta-Spezialist Dieter Baumann erstellt wurden. Kostenpflichtig könntet Ihr sie euch direkt in Runtastic importieren. Auf der Website habt Ihr aber Einblick in die Trainingskalender und die einzelnen Abschnitte. Diese könnt Ihr dann im Runkeeper quasi "nachbauen".

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10 comments

3
Apr

Hallo,

ich bin ebenfalls nach eigem suchen und probieren bei Runkeeper gelandet. Allerdings habe ich auch so meine Probleme mit dem Teil: immer wieder kommt es vor, dass sich die Musik genau bei einer Ansage komplett verabschiedet (egal, ob man den Player über das Icon im Runkeeper startet oder direkt) Mir scheint, das hängt mit der Lautstärkeregelung zusammen, die ja bei Ansage die Musiklautstärke etwas runter regelt. Wenn man dann während des Laufens anfängt den Sound wieder in den Griff zu bekommen verabschiedet sich Runkeeper gern komplett oder fängt die Aufzeichnung einfach neu an.
Gibt es für dieses Problem Erfahrungen und Lösungsansätze?

Danke und Gruß

19
Jun

Dass die App ganz abstürzt, neu beginnt oder mit zusammen dem Musikhören Probleme macht, habe ich noch nie erlebt. Ich nutze Runkeeper mit iPhone seit 2009. Mittlerweile auf dem iPhone 5.

Das einzige Problem, welches ich feststellte in all den Jahren und erst kürzlich wieder, ist die Verabschiedung der Audioinputs nach einem Anruf während des Trainings. Ich versuche deshalb immer dranzudenken, zuvor alle Anrufe auf die Mailbox umzuleiten. Manchmal vergiss ich es. Und genau dann ruft mich irgendwer an. Ärgerlich so oder so einen Anruf während des Laufens zu bekommen. Nicht oft, jedoch manchmal passiert es dann, dass die Audioansagen nicht mehr kommen. Ansonsten läuft die App hingegen immer schön brav weiter, zeichnet alles auf und hat mich sonst überhaupt noch nie im Stich gelassen.

Und übrigens, das Aufzeichnen der Herzfrequenz inklusive verschiedene wählbare Ansagen der Herzschläge funktioniert bestens. Auch dafür ist die App sehr zu empfehlen.

Als ich im 2009 erstmals anfing, damit zu laufen, war ich hell begeistert. Für mich ist Runkeepr noch heute die beste App überhaupt auf meinem iPhone.

30
Aug

kurze frage:

weiß jmd., wie man sich die herzfrequenz nicht nur ansagen lässt, sondern auch permanent auf dem display ablesen kann (praktisch wie auf einer pulsuhr) und wie man sich konkret verschiedene intervalltrainingsläufe nicht nur im nachhinein anlegt sondern echt voranlegt um sie zu absolvieren. es ist ja so wie mir scheint nur möglich praktisch jedes intervall als neuen lauf zu beginnen was dann in der historie so aussieht, dass ich dann 5 mal an dem tag laufen war und plötzlich alle möglichen neuen rekorde angezeigt werden. wenn man einfach nur auf pause drückt, dann sieht man ja nicht wieviel zeit man für die weiteren intervalle brauchte es sei denn man behilft sich etwa dadurch, dass man die zeit in der pause bis zur vollen minute weiterlaufen lässt um so etwas  besser die differenz abschätzen zu können... na ja wie gesagt falls jmd das besser raus gefunden hat gern eine info dazu, aber bitte nicht belehrend wie der kollege da oben mit seinem 'richtig informieren' beitrag. man tauscht sich doch hier aus und will gern lernen wenn jmd. was weiss.

sportliche grüße

28
Mai

Wenn man wirklich nur seine Laufdistanz/Geschwindigkeit messen will reicht Runkeeper. Runtastic bietet da schon etwas mehr. Z. B. kann ich meine Herzfrequenz mitloggen. Das bietet Runkeeper auch nicht gegen Aufpreis. Wobei ich hierzu bereit gewesen wäre.

 

15
Jun

Runkeeper bietet sehr wohl die Möglichkeit, die Herzfrequenz mitzuloggen. Notwendig dazu ist lediglich ein Bluetooth Brustgurt der sich problemlos mit der App koppeln lässt.

Einfach mal besser informieren ;-)

28
Mai

Hi, ich bin begeisterte Nutzerin von runkeeper. Ich würde gerne ab und an meine traingszeit auf fb posten...allerdings hab ich das a fangs nicht gewollt und jetzt kann ich es unter den Einstellungen nicht mehr ändern. Hat jemand eine idee?

27
Sep

Hallo zusammen,

ich als Nutzer von Runtastic muss auch mal ein Lob für diese App ausprechen. Ja die Pro Version kostet Geld. Aber die 3 Euro habe ich an die Entwickler wirklich gerne gezahlt. Eine Tolle App die mir diesen Aufpreis wert gewesen ist und bleibt.

Vergesst bitte nicht die Leute die hinter den ganzen Apps stecken. Die investieren nicht alle ihre Freizeit "kosntenlos" fürs Programmieren...

20
Mär

Runtastic finanziert sich über die Premium-App so wie über die Gold-Mitgliedschaft. Wie macht Run-Keeper das ? Ich folge da immer dem Leitspruch "wer für das Prodkt nicht zahlt IST das Produkt" ... 

25
Mai

Nun schon zweieinhalb Jahre alt - und immernoch aktuell, das ist doch mal was Schönes! Als ich vor zwei Jahren zum ersten Mal mit App-Unterstützung mein wachsendes Übergewicht gegen Ausdauer eintauschen wollte, landete ich ebenfalls bei Runkeeper. Damals hatte ich also alle Funktionen, die ich brauchte, wenn auch mit englischsprachigen Ansagen, soweit ich mich erinnern kann - sicher bin ich mir nicht. Letztendlich war die App für mich wie das Laufen selbst: man nimmt nur das mit, was man braucht. Und gut aussehen muss man auch nicht, das interessiert den Wald eben nicht.

Runtastic Pro habe ich über einen Amazon-Voucher im AppStore des Portals erstanden und es erst nur für Fahrradtouren genutzt. Warum? Wahrscheinlich, weil ich meine Lauf-Statistiken eben schon wochenlang in Runkeeper hatte. Und zu einer weiter reichenden Entscheidung kam es dann auch nicht, weil ich - nun, sagen wir - eine längere Pause einlegte.

Vor einer Woche dann der erneute Versuch. Was ist mir positiv aufgefallen? Die Farbverläufe auf der Strecke zur Anzeige des Tempos. Die menschlichere Computerstimme. Die Ansage der verbrauchten Kilokalorien (sogar die Einheit Kcal korrekt!) Und einige Sachen, die ich dann aber heute bei Runkeeper auch gefunden habe (man gewöhnt sich ja so schnell an Unvollkommenheit...): Ziel-Tempo, distanzbezogene Ansagen statt Zeitbasis, Intervall-Läufe. Also durchaus für jeden Geschmack das Richtige dabei. Kleine Unterschiede trotz allem: Runtastic meldet sofort, wenn man das Zieltempo-Fenster erreicht (allerdings nicht beim Verlassen), Runkeeper nur während der zyklischen Ansagen. Letzteres ermöglicht rundenbasierte Intervalle (Erwärmen, dann zyklisch die Intervall-Etappen, dann gerne noch Auslaufen), bei ~Tastic muss ich jede Etappe über den ganzen Zeitraum ausparametrieren. Schlecht finde ich bei Runtastic, dass das GPS-Signal selbst am nurmit Büschen bewachsenen Seeufer zu verwirrenden Tempo-Anzeigen führt (in Sekunden von 7'/Km auf 5'50"/Km). Schade finde ich bei Runkeeper, dass ich noch keine Möglichkeit gefunden habe, den Energieverbrauch beim Laufen zu schätzen.

Fazit: Runtastic hat den größeren WOOAAHHH-Faktor, man kann sich in den ganzen Anzeigen und Auwertungen verlieren - wenn man bezahlt. Denn was nichts kostet, ist auch nichts, gelle?

Runkeeper ist puristischer. Es existiert, weil man genau dieses Programm brauchte. Es lockt einen nicht mit bunten Farben, markigen Slogans. Warum auch? Es braucht keine zahlende Community, es will keinen Profit machen. Nicht? Nein - denn die Entwickler machen das scheinbar tatsächlich als Hobby oder spendenfinanziert. Funktioniert übrigens auch bei Mozilla, Java, mySQL. Und wer trotzdem Geld loswerden möchte, holt sich bessere Statistiken mit Runkeeper Go.

26
Mai

Danke, Black-Hawk, für die lange Antwort mit den vielen wertvollen Informationen. Ich selbst habe Runtastic Pro nur in einer kurzen Phase mal genutzt, als mein damaliges Smartphone sich nicht mehr mit Runkeeper vertrug, aber Runtastic noch tolerierte. Ich war recht froh, als ich dann dank neuen Telefons wieder zu Runkeeper zurückwechseln konnte. Zieltempo-Läufe in Runkeeper nutze ich erst seit kurzem, seitdem aber gern. Ich kann mich aber noch an Runtastic erinnern, dass mich die Zwischenansagen nervten, ich sei unter meinem Zieltempo (was offensichtlich aus einer Grundeinstellung entnommen wurde).

Die Möglichkeiten, in Runkeeper selbst Intervalltrainings einzurichten, nutze ich gern und oft und komme damit gut klar. Merkwürdige Zeitmessungen kommen aber auch beim Runkeeper vor. Betrifft bei mir allerdings nur die ersten ein, zwei Kilometer, dann mittelt sich die Zeit meist richtig aus. Mit Runkeeper Go habe ich mich noch nicht wirklich beschäftigt.