Die Schwarzen haben die größten

Mannshoch sind die Aufsteller, die für Sybille Benning von der CDU werben. Wesentliche Teile der Fassade schmücken Plakate am SeniorenheimKeine 100 Tage mehr, dann sind Bundestagswahlen. Das heißt auch: Die Parteien senden ihr Bodenpersonal aus, um die Ortszentren mit Parteiwerbungsplakaten zu verschandeln. In Roxel machten gestern die Christdemokraten den Anfang. Mannshoch stehen dort an Laternenpfählen - oder wie oben abgebildert in Beeten - Aufsteller herum, die den "Ortsteilbesuch" der örtlichen Direktkandidatin Sybille Benning in einer Woche bewerben.

Spannend ist, warum Benning den Ortsteil erst besuchen muss. Sie wohnt doch dort, wie mir der Aufsteller der Papp-Scheußlichkeit versicherte. Ihrer Website ist zu entnehmen, dass sie nicht nur Ratsmitglied ist, sondern seit zehn Jahren auch stellvertretende Vorsitzende der örtlichen CDU. Vermutlich stellt demnächst die SPD mannshohe Plakate in Roxel auf und kündigt an, ihr Kandidat werde im örtlichen Supermarkt Bananen kaufen.

Aufgestellt wurden die Plakate übrigens gestern direkt nach dem Unwetter, das in Roxel massenhaft Bäume zersauste, Wasser in Wohnungen trieb und weitere Schäden anrichtete. Während Dr. Christoph Görlich bei Wir in Kinderhaus berichtete, dass ein Ortspolitiker von der SPD dort zur Astschere griff und erste Sturmfolgenhilfe leistete, hatte der Plakataufsteller in Roxel Anderes im Sinn.

Die Plakate sind so groß, dass die Frage interessant wäre, ob das in der Form genehmigt ist, und falls ja,  warum ein so massiver Eingriff ins Straßenbild genehmigt wird. Ein Gutes hat Plakatgröße ja: Auch Menschen mit 25 Dioptrien können sie wahrscheinlich noch mit bloßem Auge erkennen.

Gleiches gilt für die Veranstaltungsankündigungsfläche am neuen Roxeler Seniorenheim an der Annette-von-Droste-Hülshoff-Straße, für das der Pfarrgarten zerstört wurde. Die vom katholischen Stift Tilbeck betriebene Einrichtung mit der Fassade, die zur Straße hin städtebauliche Gewalt, nach innen aber ganz nett ist, kündigt dort auf etlichen Quadratmetern Vorträge und Ähnliches an. Auch in diesem Fall bestens zu lesen - und als straßenbildprägendes Element sicherlich genehmigungspflichtig und genehmigt.

Für den westlichen Münsteraner Ortsteil lässt sich also ganz sicher sagen: Die Schwarzen - also die CDU und die katholische Kirche - haben die größten Plakate.

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