Eine Pferdesteuer wäre eigentlich eine gute Idee

Als Sondersteuer für Frauen empfindet Wolfgang Lünenbürger-Reidenbach eine etwaige Pferdesteuer. In seinem Blog hat der Hobby-Reiter und -Pferdezüchter Überlegungen formuliert, die nach seiner Ansicht gegen die Einführung einer Pferdesteuer sprechen. Grob zusammengefasst argumentiert er so:

  • Durch eine Steuer würden auch und gerade Kinder und Jugendliche aus einfacheren Verhältnissen belastet, weil Reitstunden teurer würden. Reiten sei anders als sein Ruf kein exklusiver Sport für Besserverdienende.
  • Nach Einführung einer kommunalen Pferdesteuer würden Pferdezuchtbetriebe den Ort verlassen.
  • Weil mehrheitlich Frauen dem Hobby Reiten nachgingen, sei eine Pferdesteuer eine unzulässige Sonderbesteuerung für Frauen.

Weil ich irgendwie zu doof war, die Kommentarfunktion in seinem Blog zu nutzen, antworte ich an dieser Stelle auf die nach meiner Ansicht bemerkenswerten Argumente des Bloggers.

Bild von foto G.HAAS auf flickr.de, Creative Commons Share-alike, non-commercial, no derivates 2.0
Bild von foto G.HAAS auf flickr.de,
Creative Commons Share-alike, non-commercial, no derivates 2.0 (CC-BY-NC-ND 2.0)

  • Einverstanden bin ich, wenn es um die Bewertung geht, warum Tierhaltung überhaupt besteuert werden sollte. Als Hundehalter bin ich natürlich für die umgehende Abschaffung der Hundesteuer. ;) 
  • Die Hundesteuer wird immer wieder gern mit dem Aufwand begründet, den Hunde der öffentlichen Hand verursachen. Für Pferde werde extra Wege angelegt, Reiten zerstört Naturwege, die Hinterlassenschaften von Pferden sind ein Ärgernis (im Gegensatz zu Hunden wird es nicht sanktioniert, wenn sie nicht beseitigt werden). Aus Gründen der Gleichbehandlung also: Pferdesteuer, ja.
  • Dass es eine rechtswidrige Sondersteuer für Frauen darstelle? Also bitte, das ist doch Unsinn. Pferdesteuer wird von den Besitzerinnen und Besitzern eingezogen. Wollen wir da mal das Verhältnis Frauen - Männer prognostizieren?
  • Pferdehalterinnen und -halter wandern wegen der Steuer in andere Kommunen ab? Das tun Hundehalterinnen und -halter auch nicht. Zudem gibt es schon eine Art von Abgabe für Pferde (zumindest hier in Münster). Wer Pferde auf öffentlichen Wegen bewegen will, braucht eine Art kostenpflichtiges, übertragbares "Nummernschild". Meine Beobachtung: Ich sehe es eigentlich nie an einem Pferd.
  • Bliebe noch das Argument mit den armen Kindern, die sich dann den Reitunterricht nicht mehr leisten können. Ein Problem, das gebe ich zu. Ich kenne einige Kinder, die sich ihren Reitunterricht mit Stalldienst finanzieren. Da (s.o.) die Pferdesteuer von den Halterinnen und Haltern erhoben würde, ein Pferd von mehreren Kindern zu Unterrichtszwecken genutzt wird, dürfte die Umlage auf die Stundensätze gemäßigt ausfallen.
  • Schließlich (der Neid sei mir gestattet): Hier im Münsterland gibt es reichlich Reiterhöfe. Wenn ich mir anschaue, welche Paraden von Zweit-SUVs die lieben Kleinen zum Reitunterricht karren, dann glaube ich, dass diese Zielgruppe ein etwas höheres Reitstunden-Honorar durchaus zu leisten im Stande wäre.
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