Wenn Cachebox wegen der Waypoints zickt

Die Überschrift dieses Artikels könnte ich noch ergänzen und sagen: "...und gar nichts dafür kann."

In der vorigen Woche wollte ich wegen des anstehenden Abstechers zum Umsonst und draußen nach Porta Westfalica meine in der Cachebox gespeicherten Caches aktualisieren. Wie man sich auch als Nicht-Premium-Mitglied bei geocaching.com Sammel-GPX-Dateien zum Import in den Garmin oder halt auch die Cachebox auf dem PDA ziehen kann, habe ich ja bereits hier beschrieben.

Eigentlich ist dieser Prozess ganz einfach. Da sich auf manchmal die Formatierungen ändern, empfiehlt es sich, die Geo-Skripte immer aktuell zu halten. Auch darauf habe ich bereits hingewiesen.

Nichts ging mehr mit der Cachebox

All das hatte ich gemacht, bevor ich mir eine Sammlung von Caches herunterlud und die Pocket Queries dann in die Cachebox importierte. Und dann das: Der Import brach immer mit einer Fehlermeldung ab. Darauf startete ich diverse Fehlerbehebungsversuche. Unter anderem deinstallierte ich die aktuelle Cachebox-Version und spielte die Vorgänger-Version wieder auf meinen Windows-Mobile-PDA. Auch das brachte nichts. Genau wie es mir nichts brachte, die aktuellste "Nightly Build"-Version der Cachebox zu installieren.

Googlen nach diesem Problem half auch nicht weiter. Mittlerweile weiß ich, dass der Fehler bei der Google-Anfrage darin lag, sie mit dem Namen Cachebox zu verknüpfen. Da ich nicht weiterkam, sah ich mich nach Alternativen um und installierte schließlich das Programm Cachewolf auf meinen PDA.

Ich landete schließlich beim Cachewolf

Vom Funktionsumfang ist der Cachewolf umfangreicher als die Cachebox. Der Nachteil ist, dass das Programm am PDA nicht mit den Fingern zu bedienen ist, sondern der Stift benutzt werden muss. Der Vorteil: Dadurch dass es auf Linux, Windows und dem PDA installiert werden kann, können Cachetouren am PC vorbereitet werden und die Daten dann gesammelt auf den PDA verschoben werden.

Besonders gilt das für den Download des Kartenmaterials. Bei der Cachebox schätze ich eigentlich sehr, wie problemlos sie mit dem Material von OpenStreetMap (OSM) umgeht. Unter Windows können die OSM-Tiles komfortabel mit dem Programm Mapbox heruntergeladen werden, das es auch mal über die Cachebox-Seite gab. Mittlerweile wird dort auf den Mobile Atlas Creator verwiesen, der wohl ähnliche Funktionalitäten bietet. Damit habe ich allerdings noch keine Erfahrungen. Vielleicht schreibe ich später mehr dazu.

Import von WMS-Servern erstmal trickreich

Der Cachewolf geht bei den Karten einen anderen Weg. Entweder möchte er PNG-Tiles importiert bekommen - also Teilausschnitte von Karten. Diese müssten dann manuell kalibriert werden. Das ist sehr aufwändig. Oder der Cachewolf möchte Kartenmaterial verwenden, das auf sogenannten WMS-Servern liegt. In der aktuellen Version liefert der Cachewolf einige Adressen freier WMS-Server mit - auch für OSM-Material. Dessen Import klappte dann aber gerade nicht. Und mit dem Umgang mit dem von den öffentlichen Stellen bereitgestellten topographischen Karten hatte ich erst Schwerigkeiten.

Letztlich schaffte ich es aber, Topo-Karten verschiedener Detailstufen auf den Cachewolf zu ziehen, so dass ich damit loslegen konnte. Der Vorteil dieser Prozedur war, dass ich den Kartenimport unter Linux durchführen konnte. Die erzeugten Dateien kopierte ich dann einfach auf den PDA. Der Nachteil ist, dass die Kartenmenge begrenzt gehalten werden sollte. Denn auf dem PDA braucht der Cachewolf bei großen Kartenmengen sehr lange, um die gewünschten Ansichten zu laden.

Ich fing also an, den Cachewolf zu nutzen. Dabei stellte ich fest, dass die Software auch Vorteile hat. Die Zusammenarbeit mit dem externen GPS-Empfängern scheint mir besser zu klappen. Der Software-Kompass ist wohl ein wenig exakter. Das Errechnen von Koordinaten aus verschiedenen ermittelten Werten, wie es bei Multis häufiger auftritt, kann innerhalb der Software erledigt werden. Das Übertragen der ermittelten Koordinaten in neue Wegpunkte ist weniger aufwändig, dafür aber fehleranfälliger, weil es wegen der Architektur des Cachewolfs sehr leicht passiert, dass der Wegpunkt dem falschen Cache zugeordnet wird.

Ein weiterer Nachteil gegenüber der Cachebox ist, dass die Übersichtsdarstellung von verschiedenen Caches eines Gebietes auf der Karte nur mit einigem Aufwand herzustellen ist. Standardmäßig verwendet der Cachewolf dafür eine radarähnliche Darstellung. Die Radarfunktion bei der Navigation zu einem Cache wie in der Cachebox fehlt dem Cachewolf dafür ganz.

Du stehst im Wald und dir fehlen die Koordinaten

Ich habe gerade schon die Wegpunkte genannt und komme nun zum eigentlichen Thema zurück. Heute morgen wollte ich die Dose "Paterberg Wald" (GC21B2J) in Vlotho suchen. Die in der Cache-Definition genannten Koordinaten sind nicht die, an denen die Dose liegt. Diese Koordinaten sind in einem zusätzlichen Wegpunkt abgelegt, der in der Beschreibung angezeigt wird.

Ich machte mich also mit Hund auf den Weg. In der Nähe des vermuteten Startpunktes machte ich dann den PDA und den GPS-Empfänger klar und startetet Cachewolf - und stellte fest, dass der Wegpunkt zwar in der Cache-Liste hinterlegt war, die Koordinaten aber fehlten. Das sind dann die Momente, in denen du gern ins irgendetwas beißen möchtest. Du stehst im Wald und möchtest cachen, kannst aber nicht, weil die Technik versagt.

Wieder zu Hause, prüfte ich nach, ob in den gemäß meines kleinen Tutorials erstellten HTML-Dateien die Wegpunkte vorhanden waren. Sie waren es. In den dann erstellten GPX-Dateien fehlten Sie allerdings. Das erklärte, warum der Cachewolf keine Koordinaten zu den Wegpunkten liefern konnte. Und Cachebox hätte es auch nicht gekonnt.

Hurra, es ist ein Bug - aber nicht der Cachebox!

Das lieferte mir des weiteren den Hinweis, warum der Import von GPX-Dateien in die Cachebox nicht klappte. Und ich konnte unter veränderten Voraussetzungen googlen, um dann schnell festzustellen, dass dies ein aktuelles Problem des Skriptes geo-html2gpx ist. Aus den Druck-HTML-Seiten auf geocaching.com werden die Koordinaten der "Additional Waypoints" nicht übernommen. Deshalb haben die Macher der Skripte die zusätzliche Option -w geschaffen, mit denen die Berücksichtigung der Wegpunkte beim Erstellen der GPX-Dateien unterdrückt wird.

Ich erstelle Waypoint-lose GPX-Dateien nun so:

geo-html2gpx -b -w *.html >dateiname.gpx

Und nun - Hurra! - erstellte ich entsprechende Dateien ohne zusätzliche Wegpunkte und importierte sie in die Cachebox. Es klappte! Blöd ist nach wie vor, dass ich nun bei der Vorbereitung einer Cachetour evtl. Wegpunkte manuell eingeben muss. Andererseits kann ich nun wieder die von mir geschätzte Cachebox verwenden. Denn das von mir zunächst vermutete grundsätzliche Verträglichkeitsproblem der Cachebox mit meinem PDA und dessen Java-Umgebung hat sich glücklicherweise in Luft aufgelöst.

Aber irgendwann, da bin ich sicher, werden die Macher der Geo-Skripte das Problem gelöst haben. Und dann werde ich mit anderen Problemen bei der Geocaching-Software kämpfen.

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