Endlich wieder ein sonniges, tolles Festival

Was für ein Comeback! U&D ist zurück. Voriges Wochenende fand in Porta Westfalica-Veltheim wieder ein "Umsonst & draussen"-Festival statt: Porta 2006. Nachdem die Festivals Anfang der 2000er Jahre viel mit Regen zu kämpfen hatten und wegen des Geländes in Vlotho erst Ende August ausgerichtet werden konnten, zog U&D nun nach Veltheim ans Kraftwerk um. Und es lohnte sich! Die Sonne lachte, die Musik war gut, und 20000 Menschen sorgten für einen nicht erwarteten Besucheransturm.

Das neue Gelände in Veltheim entpuppte sich als wirklich gute Wahl. Sogar das direkt benachbarte Kraftwerk störte nicht, sondern setzte gerade beleuchtet in der Nacht einen besonderen Akzent für das Festival-Ambiente. Auf den Weserwiesen - die waren es wirklich, nicht wie in Vlotho ein abgeerntetes Feld - hatte das U&D-Team die gewohnten Elemente des Festivals aufgebaut: große und kleine Bühne, Psytrance-Area, diesmal kein Zirkuszelt. Campingplätze und Parkplätze waren auch vorhanden. Von letzteren gab es aber viel zu wenig. Die Organisatoren hatten die Attraktivität des Festivals wohl unterschätzt. Noch am Freitagabend wurde ein Rapsfeld auf der Buhnegge als Zusatzparkplatz angemietet. Das bedeutete, dass die Besucher, die zu spät kamen und keinen Stellplatz an der Zufahrtsstraße mehr ergattert hatten, auf eine Anhöhe geleitet wurden und von dort wieder kilometerlang zum Festival hinunterlaufen mussten. Und irgendwann nachts ging es wieder auf den langen Marsch zurück. Nicht wirklich ideal.

Das Musikprogramm war wirklich lohnend. Das betraf zumindest die große Bühne. An der kleinen war ich nur wenige Male. Und dann erschallte von dort hauptsächlich Krach. Auf der großen Bühne gab es hingegegen die große Vielfalt. Auch das anders als bei den vorigen Malen, wo das Musikprogramm eher Punkrock-orientiert war.

Absolutes Highlight war wohl "Tito & Tarantula". Ja, sie haben mal in einem Film mitgespielt. Stand ja überall. Ich kannte die Band trotzdem nicht. egeistert war ich nichtsdestotrotz. Die bluesige Musik war mitreißend, der Band merkte man große Professionalität an. Und sie hatte einen wahren Besucheransturm ausgelöst. Vor der Bühne war es "proppevoll". 4000 bis 5000 Menschen standen sicherlich davor.

Das samstägliche Highlight war dann "Talco", eine italienische Ska-Formation, die ebenfalls mehrere tausend Fans vor die Bühne zog. Die vielköpfige Formation nahm einige musikalische Anleihen bei der Polka, auch die ein oder andere Cover-Version, z.B. von den "Negresses Vertes", war im Programm enthalten.

Zuvor begeisterten am Samstagabend die "Freaky Fukin Weardoz" mit einer Mischung aus Hip-Hop und Hardrock. Und davor wiederum zeigten auch "The Movements", das sie das Zuhören wert waren. Mal hart, mal eher folkig psychedelisch - aber immer gut. Am Sonntagabend war dann "Cadavre Exquis" die vorletzte Band auf der großen Bühne. Bisher nur mit der Rio-Reiser-Revue auf dem Festival vertreten, stellten die drei Vlothoer nun ein eigenes Deutschrock-Programm auf dem U&D vor. Die Songs verhehlten ihre Verwandschaft zu Rios Liedern nicht. 

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