30
Mär

Stadt muss die Gerechtigkeitslücke der Münster Tafel stopfen

In Albachten, einem Nachbarort meines Wohnortes, eskaliert derzeit ein Konflikt immer weiter. Dort gab es bislang eine Ausgabestelle der Münster Tafel. Betrieben wurde sie von der örtlichen katholischen Kirchengemeinde. Das ist hier in Roxel auch so. Ende Februar dann die Hiobsbotschaft für die Albachtenerinnen und Albachtener, die durch die dortige Tafel versorgt werden: Die Münster Tafel werde die Belieferung der Ausgabestelle einstellen, berichtete die Presse. Der Grund, so wird Tafel-Vorsitzender Roland Götz zitiert: Die Albachtener Engagierten, die nicht Mitglied der Tafel seien, gäben Nahrungsmittel auch an Flüchtlinge ab. Mangels Kenntnissen über deren Ernährungsgewohnheiten landeten zu viele der verteilten Lebensmittel hernach im Müll. Angesichts der knapper werdenden Lebensmittelspenden sei dies nicht hinnehmbar, so der Vorsitzende in einem weiteren Medienbericht zwei Tage später. Früher seien die Flüchtlingsheime separat versorgt worden. Das gehe nun nicht mehr. Albachten dürfe dieses System nicht unterlaufen.

Die Albachtener Kirchengemeinde hat eine Zeitlang ein Alternativ-Angebot organisiert, kann dieses auf Dauer nicht gewährleisten. An jedem Ausgabetag holen sich dort etwa 50 Familien Nahrungsmittel ab. Weil die Albachtener ohne Tafel-Unterstützung nicht ausreichend Lebensmittel zusammenbekommen und niemanden ungerecht behandeln wollen, stellen sie nun die Nahrungsmittel-Ausgabe vorerst ganz ein. Geholfen ist damit also niemandem. Jede Seite beharrt auf ihrer Position.

Nun wäre es leicht, die eine oder die andere Seite mit Vorwürfen zu überziehen. An die Adresse der Münster Tafel könnte man Vorwürfe der Halsstarrigkeit und der Ausländerdiskriminierung richten. Die Albachtener Kirchengemeinde ordnet sich möglicherweise nicht ausreichend in das übergeordnete Konzept der Münster Tafel ein, die den Mangel verwaltet, weil sei zu wenige Lebensmittel an zu viele Hilfsbedürftige verteilen muss.

Das Grundproblem liegt nach meiner Meinung tiefer. Es geht um den Konflikt zwischen sozialstaatlicher Tätigkeit, sozialer Gerechtigkeit und Wohltätigkeit. Zwei verschiedene Werte-Systeme prallen aufeinander. Denn eigentlich ist - nicht zuletzt wegen des grundgesetzlichen Sozialstaatsgebotes - bei uns der Staat für dem sozialen Ausgleich zuständig. Über Länder und Kommunen holt er die Sozialpartner und freien Träger ins Boot und gewährleistet ein Mindestmaß an stabiler sozialer Sicherung für alle. Wer dazu Näheres wissen will schaue ins Kapitel Sozialstaat in Europa des Sammelbandes "Europäische Sozialpolitik und die Zukunft des Sozialstaats in Europa : Herausforderungen und Chancen", der im Jahr 1998 durch Bernd Schulte für die Friedrich-Ebert-Stiftung herausgegeben wurde. Entsprechend machen die öffentlichen Sozialausgaben hierzulande auch ein Viertel des Bruttoinlandsproduktes aus. Hinzu kommen noch drei Prozent private Sozialausgaben. Diese Zahlen finden sich in einer Statistik der OECD mit Daten von 2007.

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24
Mär

Kommunalwahlkampf in Münster: Viele SPD-Plakate überraschen mit der ungeschminkten Wahrheit

Wahlplakate der SPD Münster in RoxelDie SPD Münster hat sich für die Kommunalwahlen offenbar richtig viel vorgenommen. Schweres Geschütz haben die Genossinnen und Genossen aufgefahren, um die Bürgerinnen und Bürger von ihren Qualitäten zu überzeugen. Als Erste statteten sie nahezu jede Laterne und jeden Baum mit ihren Plakaten aus.

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23
Mär

Laternen mit ÖDP-Plakaten besser komplett umrunden

20140323_Roxel_005Let the games begin: Bald - genauer gesagt, in zwei Monaten - ist Kommunalwahl. Die Parteien beginnen, uns mit ihren mal mehr, mal weniger gelungenen Plakaten zu erfreuen. Ich werde dieses Jahr bekanntlich meinen Grundsätzen untreu.

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15
Mär

Flächenverbrauch in Roxel als Wahlkampf-Munition

 Karte der Roxeler Gebiete, die nach Parteien-Meinung bebaut werden sollen

In Münster tobt bereits der Wahlkampf. Politikerinnen und Politiker müssen bis zum 25. Mai zeigen, dass Ihnen die Stadt am Herzen liegt, die Wünsche der Wählerinnen und Wähler wichtig sind und der jeweils besuchte Ort oder Verein eine glänzende Zukunft vor sich hat. Dies treibt mitunter kuriose Blüten - manche mögen sie auch als beängstigend empfinden. In Roxel ist Bauland eines der Haupt-Themen für die Alt-Parteien. Denn der Ort muss wachsen - WACHSEN, um es noch mal klar zu sagen.

Wachstum eines Ortes ist wichtig.  Das muss man als politisch interessierter Mensch sehr schnell lernen. Donnerstag in der Bezirksverwaltung West zeigten sich die Delegierten aus Nienberge beispielsweise höchst verstimmt darüber, dass der Ortsteil Häger wegen eines zu kleinen Klärwerkes mindestens die nächsten zehn Jahre nicht mehr WACHSEN könne. Auch Nienberge selbst verfüge über keine relevanten Bauflächen mehr und könne nicht mehr WACHSEN.

Das soll Roxel nicht passieren. In die obige Karte habe ich mir erlaubt, mit farbig hinterlegten Flächen die Gebiete einzutragen, die die Parteien sich für weitere Bebauung sichern möchten. Schwarze Flächen wurden von der CDU vorgeschlagen, rote von der SPD. Dass die Schwarzen den Wachstumsdiskurs offenbar dominieren, dürfte auf den ersten Blick erkennbar sein. Entnommen habe ich die Angaben allein aus Medienveröffentlichungen seit Anfang des Jahres. 

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