31
Dez

Meine persönliche kommunalpolitische Jahresbilanz für Roxel

Nun ist es vorbei, das Jahr 2014. Es war kommunalpolitisch ein ereignisreiches für mich. Ich würde es nicht wieder so machen und begreife meine erfolglose Kandidatur für die Bezirksvertretung - zumindest in der damaligen Konstellation - mittlerweile als Fehler. Gleichwohl interessiert mich das politisch-gesellschaftliche Treiben hier in meinem Nahraum weiter. Vieles, was die "große" Politik, die dazu schließlich auch das Wähler(innen)-Mandat bekam, veranstaltet, sehe ich anders und begreife es nicht. Aber offenbar wollen "die Leute" es so.

Und dann spazierst Du mit Deinem Hund durch den Wald und triffst andere Menschen und es ergibt sich eine "Jahresabschlussgespräch". Natürlich ist dies nicht repräsentativ. Überrascht hat mich gleichwohl, wie "normale" Leute manche Dinge offenbar auch nicht begreifen, die mir auch quer runtergehen. Anders als ich waren meine Gesprächspartner(inn)en alteingesessene Roxelerinnen und Roxeler.

Dieses Jahr, so waren wir uns einig, war für Roxel ein gutes. Mit der Wiedereröffnung des Bahnhaltepunktes wurde eines der letzten großen, wirklich dringend nötigen Projekte realisiert. Alle großen Straßen haben nun Radwege, es stehen vorerst wohl ausreichend Kita-Plätze zur Verfügung. Gar nicht schlecht! Für Roxel bleiben in den nächsten Jahren wenige "Wünsche" offen.

Ortsschild Roxel

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29
Dez

Wenn es vor Silvester knallt, kann das auch ein Jäger sein

Wildgehege an der Burg Hülshoff bei Havixbeck

Gestern wurde die herbstwinterliche Regenzeit endlich durch knackig-kaltes, sonniges Winterwetter abgelöst. Ich schnappte mir den Hund und unternahm einen etwas längerem Spaziergang zur Burg Hülshoff. Solche Kurzwanderungen sind schön. Burg Hülshoff mit ihrem angeschlossenen Wildgehege ist ein immer wieder angenehmer Anblick; auf dem Weg von Roxel dorthin geht es unter anderem durch eine hübsche, alte Allee. Auf einigen Passagen des Weges kann meine mittlerweile ältere, ruhigere und nicht mehr jagende Hündin frei laufen, was sie besonders toll findet - und was auch ihrem Menschen gefällt. In den kommenden Tagen - genauer: seit heute - wird sich Coras Freilauf sehr einschränken. Denn wir sind in die Phase eingetreten, in der sich wieder zeigt, dass es einen umgekehrt proportionalen Zusammenhang zwischen der Zahl der Böller im Einkaufswagen und der Hirngröße des Käufers gibt. Mit anderen Worten: Hirnlose Idioten werden in den nächsten Tagen wieder exzessiv herumballern und Haus- und Wildtiere verschrecken. Gestern durfte ich hingegen noch mit weitgehender Ruhe rechnen.

Dann kam ich an einem Nebenerwerbshof im Roxeler Außenbereich vorbei und erlebte, dass es auch anderweitig knallen kann. Dort wohnt ein Jäger, der seine geschossenen Stücke über Nacht auch schon mal auf der Wiese direkt an der Straße ausbreitet. Ich näherte mich, sah diesen Herrn auf das gegenüberliegende Feld laufen und irgendetwas im Feldgraben richten. Als ich das Haus passierte, standen er und ein weiterer Mann direkt am Gebäude und ließen sich durch das Fenster etwas reichen. Ich ging mit angeleintem Hund vorbei. Keine 50 Meter weiter knallte es plötzlich mehrmals ohrenbetäubend. Ich schaute zurück und sah, dass der jagende Hausherr seine Jagdflinte im Anschlag hatte und am Wohnhaus stehend über die Straße hinweg in Richtung des erwähnten Grabens schoss. Mein Hund hatte sich natürlich mächtig erschrocken und wollte nur noch weg.

Für mich ist das ein Vorfall mehr, der mir zeigt, dass Waffen nicht in Wohnhäuser zu Privatleuten gehören. Auch Jäger gehen damit offenbar nicht immer verantwortungsvoll um. Selbst wenn diese Ballerei worauf auch immer legal gewesen sein sollte, war sie doch rücksichtslos.Wäre mein Hund frei gelaufen und mir wegen der Knallerei abgehauen, hätte irgendein Jäger ihn übrigens unter gewissen Voraussetzungen abschießen dürfen.

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24
Dez

Einkaufsgeschwindigkeit in Relation zur Christkind-Wahrscheinlichkeit

Ihr werdet durchschaut! Spart Euch künftig die Geschichten mit Christkind und Weihnachtsmann, die Ihr dem Nachwuchs erzählt.

Gerade hier in Roxel, zwei Mädchen (ca. fünf und sieben Jahre), offenbar bereits beschert, liefen allein auf dem gegenüberliegenden Bürgersteig irgendwo hin.

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12
Dez

Wie ich mich in Münster über die Ergebnisse der Haushaltsberatungen informierte

Seit es in Münster nur noch eine Zeitung gibt, die ihre konservativ-katholische Weltsicht unter zwei Marken unters Volk bringt, ist gerade die Information über kommunalpolitische Angelegenheiten nicht einfacher geworden. Da das örtliche Medienmonopol schamlos die CDU favorisiert, müssen Interessierte auf andere Quellen zurückgreifen, wenn sie sich informieren wollen. Nun haben wir ja mittlerweile das Internet. Das sollte gerade in der laufenden Woche eine große Hilfe sein. Denn am Mittwoch beschloss der Rat den Haushalt 2015.

Da ich nicht in der Westfalen-Metropole weilte, um mir die bürgerunfreundliche Mammut-Ratssitzung mit den Haushalts-Fensterreden anzutun, tat ich in der Folge das Naheliegendste: Ich surfte die Internetseiten der Kommunalparteien an und schaute, was sie mir zum Haushalt erzählten. Dabei ließ ich die halb-rechtsextreme AFD natürlich weg. Auch UWG- und parteilosen Ratsherr ließ ich links liegen. Die im folgenden genannten Beispiele könnt Ihr unten in der Tabelle anklicken (die Screenshots wurden alle am 12. Dezember gegen 17 Uhr gemacht).

Natürlich informieren alle irgendwie über irgendetwas zum Haushalt. Für mich überraschend würde ich persönlich zwei Internet-Angebote als Sieger bewerten: das der FDP und das der Grünen. Erwartbar solide kommen SPD und CDU daher. Eindeutiger Verlierer wäre die Piratenpartei. Mir geht es hierbei um die Art der Präsentation. Was die Parteien inhaltlich beschlossen haben, ist in diesem Zusammenhang zweitrangig. Es begeistert mich grundsätzlich wenig.

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1
Dez

Elf mal echter Major auf "57"

Vermutlich ist es eher unüblich, eine CD zu empfehlen, die auf einem enttäuschenden Konzert gekauft wurde. Genau dies soll hier versucht werden. Denn der Tonträger "57" der Klaus Major Heuser Band ist eine Sammlung wunderschöner Mainstream-Rock-Musik - nicht überbordend originell, dafür aber geerdet, hochprofessionell und mitreißend.

Major Heuser? Genau: Das ist der unschlagbare Gitarrist, der einst einer von mir nach wie vor überaus geschätzten Kölner Mundart-Band ihr musikalisches Gesicht verpasste. Schon seit mehr als 15 Jahren ist er dort ausgestiegen und backt seitdem erfolgsmäßig kleinere Brötchen. Ganz klein wurde es dann am vergangenen Samstag im Hot Jazz Club in Münster. Das Konzert in dem Jazzkeller war ein einziges Ärgernis - was nicht am Major lag, sondern an der für diesen Anlass komplett ungeeigneten Örtlichkeit. Es war sehr voll, was ja nicht schlecht sein muss, dafür war aber die Musik zu leise. Das Publikum - die Fraktion der grauen Mitfünfziger mit über die Schulter geworfenen Strickpullis war in der Mehrheit - schien sich neben der Musik mehrheitlich für Privatgespräche zu interessieren. Die Theke war während der Darbietung geöffnet, das Team verursachte reichlich Krach, bevorzugt, wenn die Musiker gerade eine leise, intensive Stelle ansteuerten. Mir reichte es zur Pause. Ich kaufte die CD und ging nach Hause. Musik erleben in diesem Ambiente machte mir überhaupt keinen Spaß. Ich ahnte, dass die Band Bestes ablieferte. Die Atmosphäre im Club machte dieses Gefühl aber zunichte.

Umso mehr Freude macht die CD mit ihren elf Titeln. "57" ist die zweite Veröffentlichung der Heuser-Band mit Sänger Thomas Heinen, Schlagzeuger Marcus Rieck, Bassist Sascha Delbrouck und Keyboarder Matthias Krauss. Es ist eine gut durchhörbare Sammlung gängiger Rocksongs verschiedener Genres. Keines der Stücke überrascht wirklich. Doch wer will das schon? Major Heuser ist ein toller Gitarrist; seine Fans erwarten gewisse "Key Features" und erhalten sie auf "57" reichlich - natürlich inbegriffen der hymnischen Gitarren-Soli, die so nur der Major kann. Das wurde bei der bereits genannten Kölner Gruppe sehr deutlich, als der mittlerweile ebenfalls zum "Ex-Gitarrist" beförderte, wahrlich nicht schlechte Nachfolger lange Noten während der Soli mit mindestens einem weiteren Anschlag auffüllte, die der Major locker stimmungsvoll in die Länge gezogen hätte. 

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