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8
Sep

Mein Produkt funktioniert gut. Und nun? Ändern wir die Verpackungsgröße und machen es wie Waschmittel-Werber!

Stelle ich ein gutes Produkt seit Jahrzehnten erfolgreich her, bin ich eigentlich eine arme Sau. Alles funktioniert so, wie es soll, die Kundinnen und Kunden sind zufrieden, der Absatz ist stabil, Verbesserungen scheinen kaum möglich. Wenn ich schon inhaltlich nichts ändern kann, arbeite ich wenigstens am schönen Schein. Flugs wird die Verpackung umgestaltet. Denn Verpackungen sind an marketingfähigen Produkten fast das wichtigste: Denn mit der Verpackung werden optische und haptische Informationen über ein Produkt transportiert, bevor es überhaupt angewendet worden ist.

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22
Aug

"One Pot Pasta": fix und lecker nachgekocht

Bei diesem Text könnte ich es mir einfach machen - oder wäre es gar redlich? - und Euch auffordern: Lest das Rezept zu "One Pot Pasta" im Kochnische-Blog auf sueddeutsche.de.

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12
Aug

Moment mal: Können Politiker nur durch Zuwendungen beeinflusst werden, nicht durch Schulden?

Weil es nicht in 140 Zeichen auf Twitter passt, es aber raus muss:

Landtagsvizepräsident Daniel Düngel tritt zurück. Er scheint Schulden zu haben, für die es vollstreckbare Zahlungstitel gibt. Es scheinen sogar Haftbefehle zur Erzwingung einer Vermögensauskunft zu existieren. Die lieben Kolleginnen und Kollegen des Landtagspräsidiums haben die Chance ganz offensichtlich genutzt, ihrem unbeliebten Kollegen mal so richtig eins auszuwischen. Alles in allem eine schmutzige Kampagne.

Ich kenne Daniel Düngel nicht persönlich, nur durch die sozialen Medien. Ich finde ihn nach diesen Eindrücken sympathisch. Die Lösung seiner Finanzprobleme ist seine Sache und geht niemanden etwas an. Kommentare dazu sind unzulässig (weswegen sie hier auch geschlossen sind). Ich kann ihm nur alles Gute wünschen.

Dann gibt es da aber diese Sätze in seinem Rücktrittsstatement, die in dem Zusammenhang so nicht gehen (was umso mehr gilt, als seine Parteifreunde ihm gerade mit Treuebekundungen Kränze flechten):

"Auch für mich gilt die Piraten-Aussage 'Gläserner Staat statt gläserner Bürger'. Mir liegt eine Transparenz bei politischen Prozessen nach wie vor sehr am Herzen – diese Transparenz hört da auf, wo persönliche Daten geschützt werden müssen."

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10
Aug

Münster braucht keine Vorhabenliste, weil es doch schon transparent arbeitet, meint der Oberbürgermeister

Münsters Oberbürgermeister Markus Lewe (Foto: Presseamt Münster / Britta Roski)

Münsters Oberbürgermeister Markus Lewe (Foto: Presseamt Münster / Britta Roski)

Oberbürgermeister Markus Lewe hat mir einen Brief geschrieben. Auf zwei Seiten antwortet er ausführlich auf meine Anregung nach Paragraph 24 Gemeindeordnung NRW, die Stadt Münster möge mit einer laufend aktualisierten, im Internetangebot der Stadt prominent platzierten Liste proaktiv über den aktuellen Stand und den Fortgang von wichtigen Projekten informieren. Die Anregung habe ich damals hier im Logbuch dokumentiert. Ich hatte damit einen Vorschlag aus dem Positionspapier Mehr Demokratie in Städten und Gemeinden von Mehr Demokratie e.V. aufgegriffen. Und nun, am 25. Juli, hat der OB geantwortet, also nur gut vier Monate nach meiner Anregung. Jaha! Er schrieb einen wirklich netten Brief und unterschrieb ihn auch persönlich. Da kannst du nicht meckern!

Und was hat er nun geschrieben? Natürlich kann meinem Ansinnen nicht entsprochen werden. Das verursacht ja Aufwand. Dieser kostet Geld. Das hat Münster nicht. Und überhaupt informiere die Stadt doch im Sitzungsdienst bereits über Ratstätigkeiten. Bin ich überrascht? Nein. Ich hatte nicht ernsthaft damit gerechnet, dass Münster von sich aus Initiativen ergreifen würde, transparenter zu werden.

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18
Jul

Baut Eure Parkplätze nicht vor unserer Tür!

Arndt Klocke mit Theodora Bockem-Rohleder und Dr. Meinolf Rohleder an der Zufahrt zur Autobahnraststätte in Roxel
Habe ich Promi-Tourismus betrieben? Ich glaube nicht. Seit Tagen hingen im Rohrbusch-Wald in Roxel Zettel an den Bäumen, dass Grünen-Landtagsmitglied Arndt Klocke, seines Zeichens verkehrspolitischer Sprecher seiner Fraktion, der Bürgerinitiative Landschaftsschutz Roxel einen Besuch abstatten würde, um sich ein Bild von der Lage am geplanten Lkw-Parkplatz zu machen. Erstens habe ich auch etwas gegen die geplante Anlage, auch wenn mir die Bürgerinitiative dazu eher fremd ist, zweitens wollte ich den agilen Grünen doch mal in offizieller Funktion sehen. Schließlich kommen wir ursprünglich aus aus derselben Kleinstadt. Also ging ich hin.

Beharrlich und mit allen (juristischen) Mitteln kämpft die Bürgerinitiative, präsidiert von ihrer Vorsitzenden, der direkten Anliegerin Theodora Bockem-Rohleder, gegen die beiderseits der Rastanlagen an der A1 geplanten neuen Parkmöglichkeiten für Laster. Wer sich dazu informieren möchte, findet auf der Internetseite der Vereinigung reichlich Informationen. Einen kurzen Überblick über die gesamte "Gefechtslage" bietet dieser Artikel eines regionalen Wirtschaftsportals aus dem vergangenen Jahr. Ganz grob umrissen geht es darum, dass der Landesbetrieb Straße NRW auch in Roxel Lkw-Parkplätze bauen will, um den Brummi-Fahrern die Einhaltung ihrer Ruhezeiten zu ermöglichen. Dazu sollen an die vorhandenen Raststätten angrenzende Flächen (derzeit sind es Felder) genutzt werden. Diese liegen allerdings ca. fünf Meter höher als die "tiefergelegte" Autobahn. Deshalb befürchten die Anwohnerinnen und Anwohner Roxels massive Lärmbelästigungen. Weil das Ganze als reines Verwaltungsverfahren läuft und nach Ansicht des Landesbetriebes die prinzipiellen landesplanerischen Möglichkeiten gegeben zu sein scheinen, sind relevante Parlamente nicht mit dem Fall befasst.

Die Bürgerinitiative sieht das ganz anders. Dort geht man davon aus, dass auf der Grundlage falscher Zahlen, dem Verschweigen von Lärmgutachten-Ergebnissen, verheimlichter Verträge mit der "Tank & Rast", Behörden-Willkür und einer irgendwie bösen, weil untätigen Politik eine unnötige Umladefläche für die Transportindustrie geschaffen werden soll. Für Roxel bedeute dies den Horror schlechthin. Lärm, Abgase, Feinstäube, zwielichtiges Gewerbe unterhaltender und animierender Art und vieles mehr werde künftig das Landschaftsschutzgebiet - in dem sich die Raststättenfläche befindet - zerstören. Dieses brachte man - allen voran Theodora Bockem-Rohleder und ihr Ehemann Meinolf - auch Arndt Klocke nahe, der von seinen örtlichen Parteifreundinnen und -freunden Carsten Peters und Vanessa Braun, die den Besuch vorbereitet hatten, offensichtlich eher oberflächlich gebrieft worden war und viele zielorientierte Fragen stellte. Im Wesentlichen dürfte er mitgenommen haben: Die kommunikativen Fronten zwischen den Beteiligten sind verhärtet. Es werden Vorwürfe ausgetauscht, neue Argumente hingegen eher selten.

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