18
Jul

Baut Eure Parkplätze nicht vor unserer Tür!

Arndt Klocke mit Theodora Bockem-Rohleder und Dr. Meinolf Rohleder an der Zufahrt zur Autobahnraststätte in Roxel
Habe ich Promi-Tourismus betrieben? Ich glaube nicht. Seit Tagen hingen im Rohrbusch-Wald in Roxel Zettel an den Bäumen, dass Grünen-Landtagsmitglied Arndt Klocke, seines Zeichens verkehrspolitischer Sprecher seiner Fraktion, der Bürgerinitiative Landschaftsschutz Roxel einen Besuch abstatten würde, um sich ein Bild von der Lage am geplanten Lkw-Parkplatz zu machen. Erstens habe ich auch etwas gegen die geplante Anlage, auch wenn mir die Bürgerinitiative dazu eher fremd ist, zweitens wollte ich den agilen Grünen doch mal in offizieller Funktion sehen. Schließlich kommen wir ursprünglich aus aus derselben Kleinstadt. Also ging ich hin.

Beharrlich und mit allen (juristischen) Mitteln kämpft die Bürgerinitiative, präsidiert von ihrer Vorsitzenden, der direkten Anliegerin Theodora Bockem-Rohleder, gegen die beiderseits der Rastanlagen an der A1 geplanten neuen Parkmöglichkeiten für Laster. Wer sich dazu informieren möchte, findet auf der Internetseite der Vereinigung reichlich Informationen. Einen kurzen Überblick über die gesamte "Gefechtslage" bietet dieser Artikel eines regionalen Wirtschaftsportals aus dem vergangenen Jahr. Ganz grob umrissen geht es darum, dass der Landesbetrieb Straße NRW auch in Roxel Lkw-Parkplätze bauen will, um den Brummi-Fahrern die Einhaltung ihrer Ruhezeiten zu ermöglichen. Dazu sollen an die vorhandenen Raststätten angrenzende Flächen (derzeit sind es Felder) genutzt werden. Diese liegen allerdings ca. fünf Meter höher als die "tiefergelegte" Autobahn. Deshalb befürchten die Anwohnerinnen und Anwohner Roxels massive Lärmbelästigungen. Weil das Ganze als reines Verwaltungsverfahren läuft und nach Ansicht des Landesbetriebes die prinzipiellen landesplanerischen Möglichkeiten gegeben zu sein scheinen, sind relevante Parlamente nicht mit dem Fall befasst.

Die Bürgerinitiative sieht das ganz anders. Dort geht man davon aus, dass auf der Grundlage falscher Zahlen, dem Verschweigen von Lärmgutachten-Ergebnissen, verheimlichter Verträge mit der "Tank & Rast", Behörden-Willkür und einer irgendwie bösen, weil untätigen Politik eine unnötige Umladefläche für die Transportindustrie geschaffen werden soll. Für Roxel bedeute dies den Horror schlechthin. Lärm, Abgase, Feinstäube, zwielichtiges Gewerbe unterhaltender und animierender Art und vieles mehr werde künftig das Landschaftsschutzgebiet - in dem sich die Raststättenfläche befindet - zerstören. Dieses brachte man - allen voran Theodora Bockem-Rohleder und ihr Ehemann Meinolf - auch Arndt Klocke nahe, der von seinen örtlichen Parteifreundinnen und -freunden Carsten Peters und Vanessa Braun, die den Besuch vorbereitet hatten, offensichtlich eher oberflächlich gebrieft worden war und viele zielorientierte Fragen stellte. Im Wesentlichen dürfte er mitgenommen haben: Die kommunikativen Fronten zwischen den Beteiligten sind verhärtet. Es werden Vorwürfe ausgetauscht, neue Argumente hingegen eher selten.

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13
Jul

Runkeeper bleibt die besser Joging-App, Laufen mit Runtastic Pro geht aber auch

Runkeeper oder Runtastic? Ein Thema, das bewegt - im wahrsten Sinne des Wortes. Mein Artikel dazu vom Herbst des vorigen Jahres erfreut sich nach wie vor großer Beliebtheit. Gerade habe ich den Beitrag noch mal gelesen und festgestellt: Er trifft wohl nach wie vor zu. Hinzufügen könnte ich inzwischen: Es lohnt durchaus, das Smartphone zu wechseln, um weiter Runkeeper nutzen zu können.

Jogging-Shuhe. Bild von Nutzer flickr.de, Lizenz: CC-BY-SA-2.0

Foto von Nutzer Marius Brede bei Flickr, Lizenz: CC-By-SA-2.0

Denn inzwischen habe ich gerätebedingt tiefere Einblicke in die Pro-Version von Runtastic gewonnen. Das kam so: Irgendwann stellte Runkeeper auf meinem bisherigen Smartphone, dem schon etwas gesetzteren Samsung Galaxy Mini S5570, seine Funktion ein. Es startete normal, aber alle Versuche, einen Menüpunkt aufzurufen, verursachten nur weitere Neustarts. Die Einsicht war schmerzlich: Das Jogging-Helferlein fand auf meinem Mobiltelefon wohl nicht mehr ausreichend Speicher vor. Auch ein Zurücksetzen auf Werkseinstellungen und die Neuinstallation meiner Apps brachte mich nicht weiter.

Was noch funktionierte, war Runtastic. Ein Versuch mit der freien Version ergab, dass es lief. Allerdings fiel mir sofort auf, dass es offensichtlich schlechter als Runkeeper mit dem GPS-Empfänger meines Gerätes zusammenarbeitete. Nur kann die freie Version von Runtastic nicht sehr viel. Von Runkeeper werden die Nutzerinnen und Nutzer da ja verwöhnt. Da es aber definitiv günstiger ist, die moderaten 4,99 Euro für die Pro-Version zu investieren, als gleich ein neues Mobiltelefon zu kaufen, erwarb ich das erste Mal in meinem Leben eine App. So konnte ich dann wieder wie gewohnt laufen gehen, nur diesmal mit Runtastic.

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7
Jul

Danke ist ein großes Wort mit vielen Möglichkeiten

Kennt Ihr das auch? In einer Versammlung beteiligt Ihr Euch mit einer Wortmeldung. Die Versammlungsleitung dankt Euch für den wichtigen Beitrag, um ihn dann entweder zu verreißen oder ihn - fast noch schlimmer - komplett zu ignorieren. Mit dem Dankesagen ist das so eine Sache: Danke sagt man von Herzen, sollte man denken. Vielfach gebietet es die gute Erziehung, einen Dank auszusprechen. Danke gehört zum Kitt unserer Gesellschaft. Damit vermitteln wir dem Anderen, dass wir ihn und seine Leistung wahrnehmen und zu schätzen wissen.

Danke kann auch zur bloßen rhetorischen Floskel verkommen. Ein Beispiel dafür wurde einleitend genannt. Es geht aber noch perfider: Dann wird das Danke zum Ausgrenzen missbraucht. Ein besonders schäbiges Beispiel dafür lieferte der aktuelle Landesvorstand der Piraten NRW, als er in einer Sitzung im Vorfeld des außeordentlichen Bundesparteitags der Piratenpartei per Umlaufbeschluss einstimmig (!) bei einer Enthaltung ausschloss, sich an einer Danksagung für den umstrittenen komissarischen Bundesvorstand zu beteiligen.

In den sozialen Medien brandete darauf hin eine Welle der Empörung auf. Nicht alle in der tief zerstrittenen Partei waren mit der Unverschämtheit des "sozial-liberalen" Parteivorstands aus dem Westen einverstanden. Unter anderem reagierte der Landesvorstand Sachsen-Anhalt prompt mit einem exakt gegenteiligen Beschluss. Wäre die Diskussion noch etwas weiter gelaufen, wäre vielleicht noch deutlicher geworden, dass es dem NRW-Vorstand wohl einfach an guter Erziehung mangelte. Was tun, um einen solchen aufkeimenden Stimmungsumschwung zu brechen? Genau: Man stimmt vordergründig zu, zieht das Thema ins Grundsätzliche und vernebelt damit den eigentlichen Zweck des ursprünglichen Vorhabens.

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1
Jul

Hunde-Kot und Anlein-Pflicht: wahrhaft niedrigschwellige Hinweisschilder in Roxel ohne Sinn und Verstand

Die Stadt Münster betreibt derzeit in Roxel etwas, das in ihren Rechenschaftsberichten wahrscheinlich als Öffentlichkeitsarbeit auftauchen wird. Hundebesitzer werden durch die Stadt, die vor einigen Jahren zwar die Hundesteuer drastisch erhöhte, nach wie vor aber nahezu null Leistung für Hunde und ihre Besitzerinnen und Besitzer erbringt, gern zum Sündenbock gestempelt. Allerdings sollen wohl an einigen Stellen irgendwo im Stadtgebiet endlich Spender für Hundekot-Beutel aufgestellt worden sein. In Roxel in der Grünanlage im Neubaugebiet Bredeheide gibt es diese nicht, dafür aber dies: Laminierte DIN A4-Zettel - mit Ausnahme des abgebildeten, mittlerweile zerstörten Pfahls gern in ca. 40 Zentimeter Höhe angebracht, damit die Hunde es auch gut sehen können - weisen darauf hin: Hundekot muss entfernt und Hunde müssen angeleint werden.

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28
Jun

Unter Haien: Ein Krimi, der gut unterhält, weil er nicht überrascht

Ein merkwürdiges Buch-Erlebnis: Du liest einen Krimi, weißt genau, was gleich passieren wird, scannst ganze Absätze querlesend, weil Dir sowieso klar ist, was dort geschrieben stehen wird - und fühlst Dich gut unterhalten. Letztlich bekam ich durch Zufall das Krimi-Debüt der der erfolgreichen deutschen Krimi-Autorin Nele Neuhaus in die Hand. Mit "Unter Haien" passierte mir genau das eben Beschriebene.

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