"Intensiv-Kitchening" mit Spargel und Zitronenkuchen

Manchmal staune ich, was ich alles gleichzeitig in einer kleinen Kochzeile bewältigt bekomme. Denn eine richtige Küche habe ich in meiner Wohnung nicht. Ich hatte mir heute Abend vorgenommen, einen Kuchen zu backen. Montag soll er dem Kollegenkreis präsentiert werden. Es ist bei uns Sitte, dass Geburtstagskinder Gebackenes ausgeben. Also machte ich mich ans Werk, einen Zitronenkuchen vom Blech zu backen - nach einem Rezept aus dem wunderbaren Buch "Rezepte aus dem Münsterland" der Letter Landfrauen. Weil ich aber auch noch zu Abend essen musste, garte ich quasi nebenbei Spargel in Alufolie.

Spargel in der Alufolie
Spargel in Alufolie
Spargel mit Kartoffeln und mit zerlassener Basilikum-Zitronenmelissebutter
Der fertige Spargel mit Kartoffeln

Erst vor kurzem wurde ich darauf aufmerksam, wieviel besser Spargel schmeckt, wenn er in der Alufolie im Backofen gegart wird, anstatt ihn klassisch in Wasser mit Butter, Zucker, Salz und Pfeffer zu garen. Es muss lediglich der geschälte Spargel in die Folie (glänzende Seite nach innen) eingeschlagen werden und zuvor Butter, Salz, Pfeffer, Zucker, Basilikum und Zitrone je nach Geschmack hinzugegeben werden. Weil auf meinem Balkon mittlerweile die Zitronenmelisse gut wächst, ersetzte ich die Zitrone durch dieses Kraut. Heute machte sich diese Zubereitungsart unter anderem deshalb bezahlt, weil ich den Spargel vorbereiten konnte und ihn dann in den Backofen schob, wo er bei 200 Grad Celsius garte, während ich weiter an dem Zitronenkuchen arbeitete. In meinem Ober-Unterhitze-Backofen braucht der Spargel schon einem Dreiviertelstunde. In Rezepten für Öfen mit Umluft ist hingegen immer von 20 bis 30 Minuten die Rede.

Die Puddingschicht des Zitronenkuchens Kurz vor der Fertigstellung des Zitronenkuchens

Begonnen hatte ich mein "Intensiv-Kitchening" damit, den Rührteig für den Kuchen abzubacken. Vier Eier, je 200 Gramm Zucker und Butter sowie ein Viertelpfund Mehl und ein Tütchen Vanillezucker gehören dort hinein. Bei 175 Grad ist der Teig dann in guten 20 Minuten fertig. Währenddessen bereitete ich den Vanillepudding zu. Weil ich derzeit viel echte Vanille im Haus habe, mache ich den Pudding immer "richtig". Dieses Rezept ist dafür gut.

Der Pudding wurde dann mit dem Saft zweier Zitronen und einer Menge weicher Butter zur Crème weiterverarbeitet und auf den Teig gegeben. Während das Ganze abkühlte, aß ich den Spargel. Die geschmolzene Butter in der Alufolie ergibt eine wunderbare Soße. Kartoffeln hatte ich nebenbei noch gekocht und auch einen kleinen Salat vorbereitet.

Der fertige Zitronenkuchen

Und dann ging es weiter. Auf den abgekühlten Kuchen strich ich 250 Gramm geschlagene Sahne und belegte ihn dann mit Leibnitz-Butterkeksen. Abschließend stellte ich aus Zitronensaft und viel, viel Puderzucker sowie geschmolzener Butter eine Glasur her, die ich über den Kuchen gab. Das fertige Werk soll nun durchziehen und dann am Montag den Kollegen schmecken, die die dunklen Punkte in der Puddingschicht hoffentlich nicht für Ruß halten werden.

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