Bap

22
Mai

Wenn BAP teilweise wie ihre eigene Cover-Band klingen

"Dann habe ich sie wenigstens noch einmal gesehen." Mit dieser Stimmung verließ ich das BAP-Konzert am 18. Mai in der Halle Münsterland. Nach einigen Jahren Pause - den bislang letzten Gig muss ich im Rahmen der Radio-Pandora-Tour gesehen haben - war ich sehr gespannt. Vorliegenden Tonträgern ist zu entnehmen, dass BAP sich mit dem "Märchen vom gezogenen Stecker" noch mal selbst übertroffen hatten. Erinnert sei nur an die geniale Birlikte-Version von "Kristallnaach".

20160518_BAP_Halle_Muensterland

Nachdem die Gezogene-Stecker-Tour mehr oder weniger akustisch war, liegt nun mit "Lebenslänglich" der erste reguläre Tonträger mit aktuellem Material der neuen BAP-Besetzung um die musikalische Leitung Ulrich Rode und Anne de Wolff vor. Meine Eindrücke von diesem Album - sehr ansehnliche Kompositionen, aber irgendwie fehlt der "Drive" - habe ich bereits hier notiert. Für die Live-Visite in Münster, die gleichzeitig der reguläre Tour-Auftakt nach zwei Warm-Ups in Hilchenbach und Duisburg war, stellten sich einige Fragen: Wird die neu zusammengestellte Band auch als Rock-Formation funktionieren? Wie wird es sein, ein Rock-Konzert im Sitzen zu erleben, denn die Halle Münsterland sollte komplett bestuhlt werden? Wie werden die angekündigten beliebtesten Lieder arrangiert werden angesichts der kaum zu toppenden Gezogene-Stecker-Versionen?

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23
Feb

Das neue BAP-Album ist die nächste Niedecken-Solo-Scheibe

Dieses Album machte mir gute Laune. Meine Befürchtungen waren enorm, was das seit einigen Monaten angekündigte Album Lebenslänglich von Niedeckens BAP betraf. Auf der BAP-Facebook-Seite wurden im Vorfeld kleine Schnipsel der einzelnen Titel veröffentlicht. Ich fand sie großteils schrecklich. Nach dem Hören des ganzen Albums dann aber die Erkenntnis: Alles nicht so schlimm. Oder, um es mit dem Titel des auch schon fünf Jahre zurück liegenden, vorigen regulären Studioalbums zu sagen: "Halv su wild". Vorab schon mal das Fazit: Es ist kein BAP-, sondern ein Niedecken-Solo-Album, gut durchhörbar, musikalisch vielfältig, aber auch etwas langweilig.

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8
Mär

Zwei unterschiedliche Autobiographien über Ereignisse, die ganz unerwartet einschlagen

Ein sonniges Wochenende liegt hinter mir. Gleichwohl verbrachte ich große Teile der Zeit zu Hause im Sessel unter der Leselampe. Das ist halt so, wenn man sich noch etwas erholen muss. Langweilig wurde mir nicht: Zwei Bücher lagen auf dem Tisch und wollten gelesen werden. Zwei sehr unterschiedliche Bücher, die vielleicht eines gemein haben: Es sind Autobiographien mit dem Schwerpunkt auf einem bestimmten Lebensabschnitt der Verfasserinnen und Verfasser. Gemein ist beiden Werken auch, dass ich ihre Lektüre empfehle. Angela Marquardts "Vater, Mutter, Stasi" sei jedem und jeder ans Herz gelegt. Wolfgang Niedeckens "Zugabe" ist auch toll, wird aber vor allem Fans des kölschen BAP-Chefs erfreuen. Und ich bin ein Fanboy.

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28
Okt

Niedeckens Solo-Album: Gemischter Blues dort, wo der Meister nicht auftrat

Diesen Text schiebe ich schon einige Wochen vor mir her. Ähnlich lang rotierte zuvor das Für und wieder in meinen Gedanken, ob ich die aktuelle Niedecken-Solo-Veröffentlichung "Zosamme alt" erwerben sollte oder nicht. Als die Nachrichten über den ersten Longplayer Niedeckens nach seinem Schlaganfall an mein Ohr drangen, war ich zunächst gespannt. Wurde mir doch angekündigt, der Mini-Meister aus Köln habe sich nach Woodstock begeben, wo einst der große Meister Bob Dylan eben nicht am legendären Flower-Power-Festival teilnahm, und dort ein Blues-Album eingespielt. Zur Studio-Band gehörte unter anderem Larry Campbell, der schon Bob Dylans Tour-Band bereicherte. Auch David Bowies Saxofonist Steve Elson habe mitgemischt, las ich. Und Niedeckens Buddy Julian Dawson war desgleichen dabei.

Mein Interesse erhielt einen herben Dämpfer, als ich dann die Liste der auf dem Album enthaltenen Stücke sah: Fast ausnahmslos "olle Kamellen". Das Argument, er habe Liebeslieder für seine zweite Frau zusammenfassen und in ein anderes Kleid wanden wollen, leuchtete mir zwar ein. Allerdings hat Niedecken - und hat BAP - in den vergangenen Jahren zunehmend Energie ins Recycling alten Materials investiert. Niedeckens - allerdings wirklich tolle - Big-Band-CD mit Köln-Liedern, die "Dreimal zehn Jahre"-Geburtstagssammlung von Eigen-Cover-Versionen, die Geburtstags-Live-Sammlung "Volles Programm", auf der sich wiederum eine Big-Band-CD mit Deutschland-Liedern befindet, und nun die Blues-Kollektion von Tina-Liedern. Mich beschlich und beschleicht der Verdacht, dass Niedecken, der mich - mit und ohne BAP - seit meiner Jugend musikalisch begleitet, Stein für Stein an seinem eigenen Museum arbeitet. Den Lebenswerk-Echo hat er ja schon.

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6
Jun

BAP-Konzert im Jovel, Münster, 6. Juni 2002

»Överall -- die Probe« stand auf der Eintrittskarte, und auch Wolfgang Niedecken meinte, dass es wirklich eine Pobe sei. Es werde den ein oder anderen Verspieler geben. Seit dem Mittag sei die Band im Jovel und habe das Programm durchgeübt -- gleichwohl einige Stücke vergessen, wie bei der Zusammenstellung der Setlist für den Abend aufgefallen sei. Warum eigentlich Probe?

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