Kritik

25
Mai

Mit seiner singenden Gitarre bringt Major auch ein kleines Publikum zum Toben

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E-Gitarre, das sind für mich charismatische Rock-Riffs und ausufernde, singende Soli. Gelernt habe ich das vom E-Gitarrenspiel Klaus "Major" Heusers. Der war viele Jahre Gitarrist einer meiner Lieblingsbands aus Jugendzeiten: BAP. Gitarrist und Gruppe haben sich bereits vor 17 Jahren getrennt. "Majors" Gitarren-Klang blieb für mich das Maß aller Dinge. Stehe ich vor einer Bühne und höre ihn spielen, geht es mir gut. Umso schöner, dass er nun wieder ausgiebig auftritt. Nur zwei Tage, nachdem BAP in der Halle Münsterland alte Zeiten beschworen, stattete die Klaus Major Heuser Band dem Jovel-Club einige Meter weiter einen Besuch ab. Ich war selig, umso mehr als es diesmal ein Auftritt in einer idealen Örtlichkeit war. Vor zwei Jahren empfand ich das Ambiente beim Konzert im Hot Jazz Club als sehr ärgerlich. Diesmal erlebte ich ein wunderbares Konzert unter schwierigen Startbedingungen.

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23
Feb

Das neue BAP-Album ist die nächste Niedecken-Solo-Scheibe

Dieses Album machte mir gute Laune. Meine Befürchtungen waren enorm, was das seit einigen Monaten angekündigte Album Lebenslänglich von Niedeckens BAP betraf. Auf der BAP-Facebook-Seite wurden im Vorfeld kleine Schnipsel der einzelnen Titel veröffentlicht. Ich fand sie großteils schrecklich. Nach dem Hören des ganzen Albums dann aber die Erkenntnis: Alles nicht so schlimm. Oder, um es mit dem Titel des auch schon fünf Jahre zurück liegenden, vorigen regulären Studioalbums zu sagen: "Halv su wild". Vorab schon mal das Fazit: Es ist kein BAP-, sondern ein Niedecken-Solo-Album, gut durchhörbar, musikalisch vielfältig, aber auch etwas langweilig.

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15
Feb

Ganz großes Kino: Zaz liefert perfekten Paris-Film und spielt ihre eigenen Cover-Versionen

Ausgerechnet ihr bekanntestes Lied war sicher nicht eines der gelungensten des Konzertes: Trotzdem war das Zaz-Konzert am vorigen Mittwoch in der Halle Münsterland ganz wunderbar. Selten habe ich mich auf eine Live-Veranstaltung so gefreut. Zunächst einmal war ich schon länger nicht mehr bei einem Konzert in der Halle Münsterland. Dann ist Zaz eine ganz besondere Künstlerin, deren bisher drei Alben ich sehr gern höre. Vor allem hat es mir ihr aktuelles Werk "Paris" angetan. Diese Sammlung von kritischen, ironischen und verliebten Liedern über Frankreichs Metropole ist einfach zauberhaft. Ich wollte es nur zu gern live sehen.

Meine Hoffnung wurde nicht enttäuscht. Geboten wurde eine weitgehend perfekte, traumhafte Show. Dieses Video gibt einen ganz guten Einblick in den Münsteraner Auftritt:

Es gab richtig was zu sehen: Die Bühne wurde gleichzeitig zum Filmtheater. Manchmal wurde ein Gaze-Vorhang vor die Bühne gezogen. Darauf wurden verschiedene Szenen projiziert, angefangen mit dem Vorspann zu "Paris sera toujours Paris" (Paris wird immer Paris sein) von Maurice Chevalier. In diesem traurig-bissigen Chanson besteht der Sänger trotzig darauf, dass trotz all der Nächte im Keller (während des zweiten Weltkrieges) Paris sich nicht beugen werde.

Paris war das Thema vieler weiterer Lieder des Abends. Entsprechend bildete das französische Zentrum die Kulisse für die Bühnenshow. Geboten wurde eine cineastische Darbietung. Es wurde viel mit Projektionen von Pariser Panoramen und Straßenzügen gearbeitet - ganz besonders natürlich beim wunderbaren "Dans ma rue" -, in die dann per Beleuchtung einzelne Band-Mitglieder hineingestellt wurden. Manchmal schwebten eine oder mehrere Film-Zaz' über allem. Das war super gemacht. Ganz besonders mochte ich, wie Zaz riesengroß hinter der Kulisse erschien und mit einer Leuchte über die Bühnen-Szene schaute, wo vorn ihr "echtes" Double sang. Auch Comic-Stil wurde gepflegt, beispielsweise bei "La Parisienne", wo im Hintergrund eine Zaz-Strichfigur illustrierte, weswegen sie eben gerade nicht ins Pariser Klischee passt.

Alle eher als Chanson arrangierten Lieder waren traumhaft. Eine sehr gute, leicht jazzige Band mit zwei Wahnsinns-Bläsern bildete das stabile Gerüst für Zaz' rauchige, aber trotzdem perfekt intonierende Stimme. Allerdings merkte man am Ende des knapp zweieinhalbstündigen Auftritts deutlich, dass Zaz' Haupt-Instrument gelitten hatte. Viel länger hätte sie vermutlich nicht mehr durchgehalten. Kein Wunder, leistete sie doch Schwerstarbeit. Und das, obwohl ihr in der glänzend klimatisierten Halle offensichtlich kalt war.

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8
Mär

Zwei unterschiedliche Autobiographien über Ereignisse, die ganz unerwartet einschlagen

Ein sonniges Wochenende liegt hinter mir. Gleichwohl verbrachte ich große Teile der Zeit zu Hause im Sessel unter der Leselampe. Das ist halt so, wenn man sich noch etwas erholen muss. Langweilig wurde mir nicht: Zwei Bücher lagen auf dem Tisch und wollten gelesen werden. Zwei sehr unterschiedliche Bücher, die vielleicht eines gemein haben: Es sind Autobiographien mit dem Schwerpunkt auf einem bestimmten Lebensabschnitt der Verfasserinnen und Verfasser. Gemein ist beiden Werken auch, dass ich ihre Lektüre empfehle. Angela Marquardts "Vater, Mutter, Stasi" sei jedem und jeder ans Herz gelegt. Wolfgang Niedeckens "Zugabe" ist auch toll, wird aber vor allem Fans des kölschen BAP-Chefs erfreuen. Und ich bin ein Fanboy.

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4
Mär

Alles andere als Meterware: Krimis von Wolf Haas und Liza Cody

Wer in die Regale der großen Buchhandelsketten oder selbst der Supermärkte schaut, glaubt schnell, es gebe nur noch Krimis am Markt. In der Tat ist das meiste davon Meterware. Es gibt einen Prolog, in dem die Tat geschildert wird, dann wird die Aufklärungsgeschichte erzählt. Gern verwendet wird dabei die Perspektive des allwissenden Erzählers. Fast noch lieber lassen die Autorinnen und Autoren die Story mit immer wieder zwischen verschiedenen Erzählpersonen wechselnden Perspektiven auf den Höhepunkt zulaufen.

Aus purem Zufall erwischte ich kürzlich aufeinanderfolgend zwei ganz andere Kriminalgeschichten. Wie eingefahren meine Krimi-Nutzungsmuster bereits sind, merkte ich dann daran, dass ich eines der beiden Bücher gleich noch mal lesen musste, weil mir wegen der ungewöhnlichen Perspektive einfach wesentliche Informationen entgangen waren.

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