Preußen Münster

3
Jul

Wie gesetzestreu geht es im Preußen-Stadion zu?

In keiner Regionalzeitung dürfen die Leserinnen und Leser ausgewogene oder gar kritische Berichterstattung zum heimischen Fußballklub erwarten. Das ist natürlich auch in Münster nicht anders, wo sich die dortigen Zeitungen beispielsweise standhaft weigern, die horrenden städtischen Subventionen für den Wirtschaftsbetrieb Erste Fußballmannschaft auch nur im Ansatz kritisch zu hinterfragen. Darum soll es hier aber gar nicht gehen. Bizarr ist hingegen die derzeitige Berichterstattung der Online-Version der Münsterschen Zeitung zur möglicherweise hohen Zahl von Strafverfahren nach jedem Heimspiel von Preußen Münster.

Nachdem offenbar ursprünglich berichtet worden war, nach jedem Heimspiel gebe es etwa 15 Ermittlungsverfahren gegen Besucherinnen und Besucher, erfahren die Leserinnen und Leser nun unter der Überschrift Zahl der Gewalttaten im Stadion: Behörden rudern zurück, dass es nur durchschnittlich sechs Ermittlungsverfahren pro Spiel seien, also weniger als die Hälfte der ursprünglich genannten Zahl. In der Tat ein großer Unterschied! Zudem ist ja auch nicht gesagt, dass ein eingeleitetes Verfahren mit einer Strafe oder Buße endet. Der Medienbericht zählt einige weitere vermeintlich entlastende "Fakten" auf. Interessanterweise ist dort beispielsweise zu lesen, dass in der vergangenen Saison drei Menschen durch die ach so harmlosen Bengalos verletzt worden seien. Und es finden sich die folgende Ausführungen:

"Zum Vergleich: Beim Sommersend 2013 gab es sechs Ermittlungsverfahren, davon drei wegen Körperverletzung. Der Rosenmontagsumzug 2013 produzierte 20 Ermittlungsverfahren, davon zwölf wegen Körperverletzung."

Also alles halb so wild, wenn doch nach dem Send auch sechs Menschen und nach dem Rosenmontag sogar 20 Ermittlungsverfahren am Hals hatten? Zahlen sind ohne Einordnung wertlos. In diesem Fall ist der Gedanke faszinierend, warum die absoluten Zahlen dort so allein stehen. Nach Angaben im selben Text hatte Preußen Münster einen Durchschnittsbesuch von 8986 Menschen im Stadion. Die Besucherzahlen der anderen Veranstaltungen werden nicht genannt.

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27
Mai

Schaden für Preußen und die Glaubwürdigkeit

"Was auch immer geschieht: Nie dürft Ihr so tief sinken, von dem Kakao, durch den man euch zieht, auch noch zu trinken."
(Erich Kästner: Was auch geschieht. In: Ders.: Gesang zwischen den Stühlen. 6. Auflage, München 1999. Online: www.dtv.de/_pdf/blickinsbuch/11007.pdf)

Mit am meisten zu leiden unter der derzeitigen politischen Diskussion in Münster hat der Fußballklub Preußen. Man mag Fußball mögen oder nicht: Der Verein ist aufgestiegen und hat die Chance in der 3. Liga zu spielen. Dafür sind Voraussetzungen zu erfüllen. Und selbstverständlich hat der Verein Anspruch darauf, dass die Stadt bei der Lösung des Problems tatkräftig hilft und eine ernsthafte Diskussion führt, wie dieses Ziel für alle Beteiligten am besten zu erreichen ist.

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