Münster

24
Okt

Warum ich beim Bürgerentscheid "Freier Sonntag Münster" mit "Ja" stimmen werde

Am Sonntag, 6. November, sind die Bürgerinnen und Bürger Münsters zum Bürgerentscheid aufgerufen. Entschieden werden soll, ob ein Ratsbeschluss für einige verkaufsoffene Sonntage in der Altstadt und in Hiltrup aufgehoben werden soll oder nicht. "Ja" heißt in diesem Fall: Sonntags bleiben die Läden in den nächsten drei Jahren dicht. "Nein" bestätigt den Ratsbeschluss. Die Geschäfte können allerdings trotzdem nicht öffnen, weil die Sonntagsöffnungen, die der Rat beschlossen hatte, mittlerweile weitgehend gerichtlich gekippt worden sind. Zum Bürgerentscheid gibt es ausführliche städtische Informationen auf dieser Seite.

Ich werde mit "Ja" stimmen, also für weitgehend geschlossene Geschäfte am Sonntage. Das hat kaum etwas mit der Kampagne des Bündnisses Freier Sonntag Münster zu tun, das das Bürgerbegehren gestartet hat. Das Bündnis ist eine wilde Mischung aus der Gewerkschaft ver.di und kirchlichen Verbänden. Geworben wird mit platten Parolen auf einem problematischen AFD-blau. Wichtiger ist mir, dass ich eine klare Regelung für sinnvoll halte, anstatt erst kleine Ausnahmen zu schaffen, um irgendwann alle Sonntage freizugeben. Ich finde, einen Tag in der Woche sollten die Läden zu haben, beispielsweise auch die Bäckereien.

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25
Mai

Mit seiner singenden Gitarre bringt Major auch ein kleines Publikum zum Toben

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E-Gitarre, das sind für mich charismatische Rock-Riffs und ausufernde, singende Soli. Gelernt habe ich das vom E-Gitarrenspiel Klaus "Major" Heusers. Der war viele Jahre Gitarrist einer meiner Lieblingsbands aus Jugendzeiten: BAP. Gitarrist und Gruppe haben sich bereits vor 17 Jahren getrennt. "Majors" Gitarren-Klang blieb für mich das Maß aller Dinge. Stehe ich vor einer Bühne und höre ihn spielen, geht es mir gut. Umso schöner, dass er nun wieder ausgiebig auftritt. Nur zwei Tage, nachdem BAP in der Halle Münsterland alte Zeiten beschworen, stattete die Klaus Major Heuser Band dem Jovel-Club einige Meter weiter einen Besuch ab. Ich war selig, umso mehr als es diesmal ein Auftritt in einer idealen Örtlichkeit war. Vor zwei Jahren empfand ich das Ambiente beim Konzert im Hot Jazz Club als sehr ärgerlich. Diesmal erlebte ich ein wunderbares Konzert unter schwierigen Startbedingungen.

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22
Mai

Wenn BAP teilweise wie ihre eigene Cover-Band klingen

"Dann habe ich sie wenigstens noch einmal gesehen." Mit dieser Stimmung verließ ich das BAP-Konzert am 18. Mai in der Halle Münsterland. Nach einigen Jahren Pause - den bislang letzten Gig muss ich im Rahmen der Radio-Pandora-Tour gesehen haben - war ich sehr gespannt. Vorliegenden Tonträgern ist zu entnehmen, dass BAP sich mit dem "Märchen vom gezogenen Stecker" noch mal selbst übertroffen hatten. Erinnert sei nur an die geniale Birlikte-Version von "Kristallnaach".

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Nachdem die Gezogene-Stecker-Tour mehr oder weniger akustisch war, liegt nun mit "Lebenslänglich" der erste reguläre Tonträger mit aktuellem Material der neuen BAP-Besetzung um die musikalische Leitung Ulrich Rode und Anne de Wolff vor. Meine Eindrücke von diesem Album - sehr ansehnliche Kompositionen, aber irgendwie fehlt der "Drive" - habe ich bereits hier notiert. Für die Live-Visite in Münster, die gleichzeitig der reguläre Tour-Auftakt nach zwei Warm-Ups in Hilchenbach und Duisburg war, stellten sich einige Fragen: Wird die neu zusammengestellte Band auch als Rock-Formation funktionieren? Wie wird es sein, ein Rock-Konzert im Sitzen zu erleben, denn die Halle Münsterland sollte komplett bestuhlt werden? Wie werden die angekündigten beliebtesten Lieder arrangiert werden angesichts der kaum zu toppenden Gezogene-Stecker-Versionen?

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15
Feb

Ganz großes Kino: Zaz liefert perfekten Paris-Film und spielt ihre eigenen Cover-Versionen

Ausgerechnet ihr bekanntestes Lied war sicher nicht eines der gelungensten des Konzertes: Trotzdem war das Zaz-Konzert am vorigen Mittwoch in der Halle Münsterland ganz wunderbar. Selten habe ich mich auf eine Live-Veranstaltung so gefreut. Zunächst einmal war ich schon länger nicht mehr bei einem Konzert in der Halle Münsterland. Dann ist Zaz eine ganz besondere Künstlerin, deren bisher drei Alben ich sehr gern höre. Vor allem hat es mir ihr aktuelles Werk "Paris" angetan. Diese Sammlung von kritischen, ironischen und verliebten Liedern über Frankreichs Metropole ist einfach zauberhaft. Ich wollte es nur zu gern live sehen.

Meine Hoffnung wurde nicht enttäuscht. Geboten wurde eine weitgehend perfekte, traumhafte Show. Dieses Video gibt einen ganz guten Einblick in den Münsteraner Auftritt:

Es gab richtig was zu sehen: Die Bühne wurde gleichzeitig zum Filmtheater. Manchmal wurde ein Gaze-Vorhang vor die Bühne gezogen. Darauf wurden verschiedene Szenen projiziert, angefangen mit dem Vorspann zu "Paris sera toujours Paris" (Paris wird immer Paris sein) von Maurice Chevalier. In diesem traurig-bissigen Chanson besteht der Sänger trotzig darauf, dass trotz all der Nächte im Keller (während des zweiten Weltkrieges) Paris sich nicht beugen werde.

Paris war das Thema vieler weiterer Lieder des Abends. Entsprechend bildete das französische Zentrum die Kulisse für die Bühnenshow. Geboten wurde eine cineastische Darbietung. Es wurde viel mit Projektionen von Pariser Panoramen und Straßenzügen gearbeitet - ganz besonders natürlich beim wunderbaren "Dans ma rue" -, in die dann per Beleuchtung einzelne Band-Mitglieder hineingestellt wurden. Manchmal schwebten eine oder mehrere Film-Zaz' über allem. Das war super gemacht. Ganz besonders mochte ich, wie Zaz riesengroß hinter der Kulisse erschien und mit einer Leuchte über die Bühnen-Szene schaute, wo vorn ihr "echtes" Double sang. Auch Comic-Stil wurde gepflegt, beispielsweise bei "La Parisienne", wo im Hintergrund eine Zaz-Strichfigur illustrierte, weswegen sie eben gerade nicht ins Pariser Klischee passt.

Alle eher als Chanson arrangierten Lieder waren traumhaft. Eine sehr gute, leicht jazzige Band mit zwei Wahnsinns-Bläsern bildete das stabile Gerüst für Zaz' rauchige, aber trotzdem perfekt intonierende Stimme. Allerdings merkte man am Ende des knapp zweieinhalbstündigen Auftritts deutlich, dass Zaz' Haupt-Instrument gelitten hatte. Viel länger hätte sie vermutlich nicht mehr durchgehalten. Kein Wunder, leistete sie doch Schwerstarbeit. Und das, obwohl ihr in der glänzend klimatisierten Halle offensichtlich kalt war.

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