Lektorat

23
Sep

Klick mich, if you can stand it

tl;dr

Julia Schramms Buch "Klick mich" ist schlecht geschrieben. Erschreckender ist aber die darin geäußerte Haltung zu Individuum und Gesellschaft. Moderne, Politik und gesellschaftliches Engagement werden darin zur belanglosen Selbstbespiegelung.

Mit diesem hyper-, die Autorin würde sagen: "metamodernen", Kürzel plus der folgenden Zusammenfassung sind wir bereits mitten im Thema - und haben dem Buch Klick mich: Bekenntnisse einer Internet-Exhibitionistin von Julia Schramm sogar die Reverenz erwiesen. Gut: früher nannte man so etwas Zusammenfassung, Anriss oder Vorspann, und es wurde bei jedem längeren Zeitungsbericht verwendet, aber Schramm erweckt in ihrem trendigen, schmalen Buch den Eindruck, alles sei neu und werde zum ersten Mal von der Gesellschaft erlebt.

Ein gewisser Gruselfaktor war dabei, als ich das eBook dieser Veröffentlichung kaufte - ganz legal beim Online-Buchhändler des Vertrauens. Dass es nicht literaturnobelpreisverdächtig sei, ließ sich spätestens nach der vernichtenden Kritik von Ole Reißmann auf Spiegel Online erahnen. Nachdem ich auch nirgendwo anders eine gute Kritik fand, musste ich mich doch selbst überzeugen. Und ich habe jede Seite gelesen. Es war hart! Die Kritikerinnen und Kritiker hatten nicht zu viel versprochen. Immer wieder musste ich aufpassen, nicht in großflächiges Querlesen zu verfallen. Denn alles, was Schramm schreibt, ist - so belanglos.

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