Kommunikation

23
Aug

Was wäre passiert, wenn Ernst Nolte heute den Historikerstreit losgetreten hätte? Und was hat das mit Frau Lohfink zu tun?

Achtung, in diesem Text kommen sowohl der Historiker Ernst Nolte als auch das TV-Sternchen Gina-Lisa Lohfink vor. Ein wilde Mischung. An einem gewissen Punkt treffen sich aber meine Gedanken zu beiden.

Am 19. August wurde bekannt, dass der Historiker Ernst Nolte gestorben ist. Die französische "Libération" bezeichnet ihn fälschlicherweise als "größten Nachkriegshistoriker Deutschlands" (so steht es in diesem Artikel). Sein Name steht für den Historikerstreit.

Seit ich von Noltes Tod las, beschäftigt mich die Frage: Was wäre eigentlich passiert, hätte der Mann seine Thesen heute veröffentlicht?

Ich bin mir annähernd sicher, dass es zu einem Historikerstreit, wie wir ihn nun als Teil der deutschen Geistesgeschichte kennen, nicht gekommen wäre. Klar, Nolte hätte in den sogenannten sozialen Medien eine Empörungswelle ohnegleichen geerntet. Online-Petitionen, Demonstrationen, vermutlich auch körperliche Übergriffe auf ihn wären die Folgen gewesen.

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11
Nov

Krisen-Management und Social Media: Vorbereitung ist das Wichtigste, wenn es an allen Ecken und Enden brennt

Schon mal darüber nachgedacht, wie Facebook, Twitter & Co. dabei helfen könnten, die Bevölkerung bei einem Chemieunfall zu warnen? Nein? Aber ich. Am Donnerstag in Potsdam. Der Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik und Electronic Government der Universität Potsdam hatte zum Workshop "Social Media im Krisen- und Katastrophenmanagement" geladen. Dorthin war ich für die  Systec GmbH gereist, für die ich auch die Social-Media-Angebote betreue.

Was will der Abgesandte eines Privatunternehmens, das eher selten Brände löschen und Chemikalien entschärfen muss, bei einer solchen Veranstaltung? Denn es ging dort wirklich um das Social-Media-Management von Flutkatastrophen, Feuern oder auch Chemieunfällen. Die zirka 60 Teilnehmerinnen und Teilnehmer kamen von verschiedenen Katastrophenschutzbehörden, von der Feuerwehr, dem Roten Kreuz oder auch der Polizei-Hochschule.

Es war zunächst das private, fachliche Interesse, das mich trieb. Denn in meiner Magisterarbeit befasste ich mich vor knapp zehn Jahren bereits mit E-Government. Hier besteht also Anschluss an meine "Vorbildung". Eigentlich noch motivierender war für mich aber der Wissenstransfer. Denn das Tagungsprogramm sah am Morgen Berichte von Praktikerinnen und Praktikern aus der Wirtschaft vor.

Gleichwohl nahm mich das Thema als solches schnell gefangen. Denn, ich gestehe, ich habe mir noch nie darüber Gedanken gemacht, dass die zuständigen Stellen mittlerweile Probleme haben, all die rechtzeitig vor einer Katastrophe zu warnen, die davon betroffen wären. Sirenen sind vielfach demontiert. Und wenn sie noch irgendwo heulen, "versteht" sie kaum noch jemand. Radiodurchsagen, TV-Aufrufe, Lautsprecher-Wagen-Patrouillen sind entsprechend aufwendig und erreichen nur Teile der immer zersplitterteren "Zielgruppe".

Der Gedanke liegt nah, deshalb soziale Medien stärker in die Warnung der Bevölkerung vor Krisen- und Katastrophenlagen einzubeziehen. Den Ansatz konnte ich nachvollziehen. Mache ich doch selbst die Erfahrung, dass die Aufmerksamkeit bestimmter Menschen mit "herkömmlichen" Medienbotschaften nicht mehr gewonnen werden kann. Steht dasselbe aber auf einer Facebook-Seite, registrieren diese Zeitgenossen es wie von Zauberhand gelenkt.

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