Notizen

22
Jun

Danke für #dietotenkommen!

Und dann bekommst du ein schlechtes Gewissen und schämst dich. Klar, wie die Europäische Union Flüchtlinge behandelt, findest du unwürdig und es macht dich betroffen. Aber hey, immer wieder spendest du für Pro Asyl. Das Elend der im Mittelmeer ersaufenden Flüchtlinge hast du auch auf dem Schirm. Denn auch Watch the med wurde von dir bereits mit einer Zuwendung bedacht. Schon vor 20 Jahren warst du mal aktiv in der Flüchtlingsarbeit in deinem Heimatort.

Blog-Kategorien: 
20
Apr

Wenn Piraten sagen: "Wir tun jetzt mal was für die Jugend"

Am Wochenende hatte eine gescheiterte Splitterpartei, deren Mitglied ich nie war, für die ich aber leider voriges Jahr auf der Bezirksversammlungsliste kandidierte, Landesparteitag. Durch Twitter darauf aufmerksam geworden, vernahm ich dann Erstaunliches: Mit großer Mehrheit beschloss die Tagung in Gelsenkirchen eine Satzungsänderung, wonach Kinder ab zehn Jahre künftig generell Stimmrecht auf Piraten-NRW-Parteitagen haben sollen. Das ist der Passus, der nun Paragraph 6a der Landessatzung schmückt:

(1) Der Landesparteitag ist die Mitgliederversammlung auf Landesebene. Er tagt mindestens einmal jährlich, grundsätzlich öffentlich und unter Zulassung von Gästen. Stimmberechtigt sind die ordentlich akkreditieren Mitglieder des Landesverbandes, sowie grundsätzlich alle Personen, die das 10. Lebensjahr vollendet, jedoch das 16. Lebenjahr noch nicht erreicht haben, es sei denn gesetzliche Bestimmungen stehen dem entgegen.

Zugrunde lag dem ein Antrag eines 14-Jährigen. In den sozialen Medien schlugen die Wellen hoch. Denn wer nicht an dem gruppendynamischen Prozess in Gelsenkirchen teilgenommen und sich hatte euphorisieren lassen - die dortigen Piraten glauben offenbar ernsthaft, sie hätten einen riesen Schritt in Richtung Kinder-Beteiligung gemacht -, rieb sich verwundert die Augen. Denn laut Satzung der NRW-Piraten, die immerhin im Landtag sitzen, dürfen auf ihren Parteitagen nun akkreditierte Parteimitglieder - dazu muss man mindestens 16 Jahre alt sein - und alle Kinder aus aller Welt zwischen zehn und 14 Jahren abstimmen. In die Röhre schauen die 15-Jährigen, die ja das 15. Lebensjahr vollendet und bereits das 16. Lebensjahr erreicht, aber noch nicht abgeschlossen haben.

Blog-Kategorien: 
29
Dez

Wenn es vor Silvester knallt, kann das auch ein Jäger sein

Wildgehege an der Burg Hülshoff bei Havixbeck

Gestern wurde die herbstwinterliche Regenzeit endlich durch knackig-kaltes, sonniges Winterwetter abgelöst. Ich schnappte mir den Hund und unternahm einen etwas längerem Spaziergang zur Burg Hülshoff. Solche Kurzwanderungen sind schön. Burg Hülshoff mit ihrem angeschlossenen Wildgehege ist ein immer wieder angenehmer Anblick; auf dem Weg von Roxel dorthin geht es unter anderem durch eine hübsche, alte Allee. Auf einigen Passagen des Weges kann meine mittlerweile ältere, ruhigere und nicht mehr jagende Hündin frei laufen, was sie besonders toll findet - und was auch ihrem Menschen gefällt. In den kommenden Tagen - genauer: seit heute - wird sich Coras Freilauf sehr einschränken. Denn wir sind in die Phase eingetreten, in der sich wieder zeigt, dass es einen umgekehrt proportionalen Zusammenhang zwischen der Zahl der Böller im Einkaufswagen und der Hirngröße des Käufers gibt. Mit anderen Worten: Hirnlose Idioten werden in den nächsten Tagen wieder exzessiv herumballern und Haus- und Wildtiere verschrecken. Gestern durfte ich hingegen noch mit weitgehender Ruhe rechnen.

Dann kam ich an einem Nebenerwerbshof im Roxeler Außenbereich vorbei und erlebte, dass es auch anderweitig knallen kann. Dort wohnt ein Jäger, der seine geschossenen Stücke über Nacht auch schon mal auf der Wiese direkt an der Straße ausbreitet. Ich näherte mich, sah diesen Herrn auf das gegenüberliegende Feld laufen und irgendetwas im Feldgraben richten. Als ich das Haus passierte, standen er und ein weiterer Mann direkt am Gebäude und ließen sich durch das Fenster etwas reichen. Ich ging mit angeleintem Hund vorbei. Keine 50 Meter weiter knallte es plötzlich mehrmals ohrenbetäubend. Ich schaute zurück und sah, dass der jagende Hausherr seine Jagdflinte im Anschlag hatte und am Wohnhaus stehend über die Straße hinweg in Richtung des erwähnten Grabens schoss. Mein Hund hatte sich natürlich mächtig erschrocken und wollte nur noch weg.

Für mich ist das ein Vorfall mehr, der mir zeigt, dass Waffen nicht in Wohnhäuser zu Privatleuten gehören. Auch Jäger gehen damit offenbar nicht immer verantwortungsvoll um. Selbst wenn diese Ballerei worauf auch immer legal gewesen sein sollte, war sie doch rücksichtslos.Wäre mein Hund frei gelaufen und mir wegen der Knallerei abgehauen, hätte irgendein Jäger ihn übrigens unter gewissen Voraussetzungen abschießen dürfen.

Blog-Kategorien: 

Seiten

RSS - Notizen abonnieren