Notizen

3
Jul

Unappetitlicher Bürgerentscheid in Münster nimmt seinen Lauf

Manchmal tut mir selbst Münsters Oberbürgermeister Markus Lewe leid. Kürzlich zeigte er Größe und nahm persönlich die Unterschriften des Bürgerbegehrens für eine Wiederbenennung des gerade so benannten Schlossplatzes zu Ehren eines altpreußischen Kriegstreibers entgegen. Ein wirkliches Lächeln brachte er dabei nicht zustande, anders als die drei grauen Herren, die mit ihm auf dem Pressebild grinsten. Der Stadtrat hat das Begehren umgehend zurückgewiesen, so dass es im September zu einem Bürgerentscheid kommen wird. Münsters Bürgerinnen und Bürger dürfen dann selbst entscheiden, ob die Stadt sich komplett blamiert oder zeigt, dass sie die moderne und weltoffene Stadt ist, als die sie sich in der Öffentlichkeit darstellt. Zu dem Komplex habe ich schon im Januar im Text Münster kann nur schwer von seinem Generalfeldmarschall lassen gebloggt.

Anfangs dachte ich noch, eine wirksame Strategie könnte sein, diesen abstrusen Bürgerentscheid zu ignorieren und ihn durch mangelnde Beteiligung zum Scheitern zu bringen. Denn ein Bürgerentscheid ist nach Paragraph 26 der NRW-Gemeindeordnung nur dann gültig, wenn die Mehrheitsmeinung mindestens zehn Prozent der Bürgerinnen und Bürger repräsentiert. Mittlerweile ist meine Haltung klar: Hingehen, für den jetzigen Namen des Platzes vor Münsters Schloss stimmen und öffentlich zeigen, dass Ewiggestrige in dieser Stadt keinen Platz mehr haben!

Aufschlussreich und erschreckend zugleich ist, wer dieses Bürgerbegehren initiiert hat. Auf dem Foto mit dem Oberbürgermeister finden sich die CDU-Mitglieder Stefan Leschniok, Herbert Kober und Klaus Gottwald. Neben der Jungen Union gehören sie zu den Protagonisten der Kampagne für den Preußen-General. Nur nebenbei: Keiner der Herren ist vom historischen Fach; und von den (zumeist pensionierten) Münsterschen Historikern, die die Aktion mit unterstützen, haben sich die aktiven Historiker der Uni Münster distanziert

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16
Jun

Wir wählen Bundestagsabgeordnete ins Parlament, nicht davor

Fragen wir mal ganz naiv: Wozu gibt es Bundestagswahlen? Damit die Abgeordneten für das Reichtagsgebäude in Berlin gewählt werden und dort in den Parlamentssitzungen demokratisch über die Geschicke unseres Landes abstimmen. Und was machen Wählerinnen und Wähler bei der Bundestagswahl? Sie geben stimmen für eine Liste, von der die Leute nach Berlin delegiert werden, die dann diese Entscheidungen im Parlament beschließen. Und sie geben ihre Stimme einem Politiker, der dann gegebenenfalls direkt in den Bundestag gewählt wird.

Dieses "in den Bundestag" sagt bereits alles, oder? Der glasklare Auftrag der Wählerinnen und Wähler an die Abgeordneten ist es, dass diese ihre Hintern in die weichen Sessel des Bundestagsplenarbereichs im Reichtstagsgebäude betten und dort ihrem - allerdings nicht übermäßig hoch - bezahlten Job für das Volk nachgehen.

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22
Mai

Schöne Landschaft inklusive

Nicht-Hundehalter sind häufig skeptisch, wenn ich ihnen erzähle, ich machte morgens einen etwa dreiviertelstündigen Spaziergang mit meiner caniden Vierbeinerin. Dabei ist das auch Balsam für meine Seele. Schaut Euch das Foto an.

Blick über ein Rapsfeld auf einen Bauernhof an der Tilbecker Straße in Roxel

Wie es so ist, hatte ich an den Tagen, an denen der Raps in voller Blüte stand, natürlich keine Kamera dabei. Deshalb müssen wir uns das gelbe Blütenmeer jetzt größtenteils dazu denken. Aber schön ist der Blick auf diesen Bauernhof in der Nähe der Tilbecker Straße in Roxel schon, oder? Und diese Impressionen gibt es einfach so mit dabei! Quasi als Bonus dafür, dass ich morgens den Hund ausführe. In solchen Momenten fühle ich mich echt privilegiert!

Mehr Bilder dieses Spaziergangs (auch das derzeitige Motiv im Seitenkopf ist aus dieser Serie) findet Ihr in der Bildergalerie im Münster-Set.

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10
Mai

In eigener Sache: Geocaching-Texte werden ausgelagert

In diesem Blog gibt es einige Texte zum Geocaching. Diese habe ich nun in eigenen Blog übertragen, den ich künftig etwas ausweiten möchte: geocaching.beteiligen.net. Dort gibt es künftig also Geschichten über meine Geocaching-Aktivitäten. Die Geocaching-Texte bleiben vorerst aber auch in diesem Blog erhalten. Sie finden ja immer wieder interessierte Leserinnen und Leser. Neues zum Geocaching schreibe ich aber separat. Also: Schaut rein!

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23
Apr

Münsters Parteien plakatieren wild

In Münster wahlkämpfen "Gentlemen" gegeneinander - wollen einem Parteien wie die örtliche FDP oder die Piraten weismachen. Es gebe nämlich ein "Gentlemen's agreement", dass gewisse Plätze für Wahlplakate in Münster tabu seien: Bäume beispielsweise, Kreuzungsbereiche, die Promenade, der Ludgerikreisel. Davon hatte ich auf der Münsteraner Mailingliste der Piraten gelesen, die FDP bestätigte es auf Twitter und wies auch auf ihrer Facebook-Seite darauf hin.

Merkwürdig nur, dass - wo in Ortsteilen wie Roxel oder Albachten unter anderem SPD, Piraten und Grüne noch weitgehend inaktiv beim Plakatieren sind - bereits plakatiert wird, als gäbe es kein Morgen mehr. In Roxel gibt es beispielsweise mehrere Plakate der Christenunion an Bäumen, einige sogar unter Verkehrsschilder geschoben. Ein Hinweis an deren Twitter-Account blieb folgenlos. Mehrere Plakate diverser Parteien hängen so tief, dass sich Fußgängerinnen und Fußgänger daran stoßen können.

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