Notizen

1
Jul

Hunde-Kot und Anlein-Pflicht: wahrhaft niedrigschwellige Hinweisschilder in Roxel ohne Sinn und Verstand

Die Stadt Münster betreibt derzeit in Roxel etwas, das in ihren Rechenschaftsberichten wahrscheinlich als Öffentlichkeitsarbeit auftauchen wird. Hundebesitzer werden durch die Stadt, die vor einigen Jahren zwar die Hundesteuer drastisch erhöhte, nach wie vor aber nahezu null Leistung für Hunde und ihre Besitzerinnen und Besitzer erbringt, gern zum Sündenbock gestempelt. Allerdings sollen wohl an einigen Stellen irgendwo im Stadtgebiet endlich Spender für Hundekot-Beutel aufgestellt worden sein. In Roxel in der Grünanlage im Neubaugebiet Bredeheide gibt es diese nicht, dafür aber dies: Laminierte DIN A4-Zettel - mit Ausnahme des abgebildeten, mittlerweile zerstörten Pfahls gern in ca. 40 Zentimeter Höhe angebracht, damit die Hunde es auch gut sehen können - weisen darauf hin: Hundekot muss entfernt und Hunde müssen angeleint werden.

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22
Jun

Rückblick auf das Ergebnis der Kommunalwahl in Münster

Nun sind die Kommunalwahlen bereits seit mehreren Wochen gelaufen. Es wird Zeit für einen Rückblick aus meiner Sicht auf das Geschehen in Münster und Roxel. Warum erst so spät? Viel zu tun, Gedanken ordnen etc. Ihr kennt das. Zunächst blicke ich auf das Ergebnis als solches zurück. Dann erläutere ich, warum ich den Wahlkampf für Münsters Piraten zwar begonnen, aber nicht aktiv zu Ende geführt habe. Weil mir dieser Teil am schwersten gefallen ist, erscheint der Beitrag erst jetzt.

Die Piraten sitzen künftig mit zwei Mitgliedern im Rat. Das ergibt sich aus dem Gesamtergebnis von 2,09 Prozent oder absolut 3001 Stimmen. Wegen der durch die CDU-Direktmandate verursachten Überhangmandate schaffte es neben Pascal Powroznik auch Johannes Schmanck in den Rat. Mittlerweile haben die Piraten mit ÖDP-Ratsherr Franz Pohlmann eine Fraktionsgemeinschaft gegründet. Klingt die Steigerung von 1,6 Prozent bei den Kommunalwahlen 2009 auf nun knappe 2,1 Prozent noch nicht allzu spektakulär, so sind es die absoluten Zahlen durchaus: Denn die Piraten steigerten ihre Stimmenzahl von 1990 Stimmen um 1011 auf 3001 Stimmen. Einschränkung: 2009 traten die Piraten nur in 18 der 33 Kommunalwahlbezirke an. Laut städtischer Wahlstatistik erreichten sie damals in den Bezirken, in denen sie kandidierten, durchschnittlich 2,9 Prozent. Aus dieser Sicht ergäbe sich also eine nachlassende Unterstützung für die Piraten durch die Münstersche Wähler(innen)schaft.

Die Steigerung des politischen Einflusses der Piraten in Münster ist verdient. Ratsmitglied Pascal Powroznik hat als Einzelkämpfer seit seinem Nachrücken in den Rat vor vier Jahren exzellente Arbeit geleistet. Dies musste er in der Tat weitgehend allein bewerkstelligen, da seine Partei weder inhaltlich noch organisatorisch Wesentliches zu seinem Mandat beigetragen hat. Auf einer anderen Ebene ist der Erfolg auch für den Kreisvorsitzenden Sebastian Kroos verdient. Was dieser an organisatorischer Arbeit leistet, kann man eigentlich nur mit den Worten kommentieren: "Der muss wahnsinnig sein!". Gerade im Wahlkampf war er pausenlos unterwegs, plaktierte, verteilte Flugblätter, besetzte Infostände, bereitete Mitgliederversammlungen vor ... Insofern darf er sich einen großen Anteil des Wahlerfolges an sein Revers heften. Allerdings hat sein Wirken auch Nebenwirkungen - wie bei allen Funktionären, die zu lang im Amt sind. Es ist offensichtlich, dass er mit einigen Getreuen die Geschicke der Partei abseits des Protokolls steuert.

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14
Mai

Bogen und Stele in Roxel: zur Kommunalwahl freundlich präsentiert vom netten Kandidaten der SPD

Wahlen - kommunale allen voran - sind in Lokalzeitungsredaktionen eine zweischneidige Sache. Endlich gibt es mal etwas zu berichten. Ähnlich wie beim Fußball kann sich die Berichterstattung auf Duelle mit möglicherweise spannendem Ausgang konzentrieren. Andererseits werden die Redaktionen mit Partei-Werbe-Texten zugeschüttet und müssen sich immer wieder dem Anspruch der lokalen Partei-Prominenz erwehren, den jüngsten PR-Artikel möglichst originalgetreu und mit Kandidatenfoto zu veröffentlichen. Da Zeitungsplatz - gerade auf der Stadtteil-Seite - begrenzt ist, kann das ganze Material gar nicht berücksichtigt werden - von der qualitativen Fage ganz abgesehen. Normalerweise geben sich Redaktionen Richtlinien, wie mit dem parteilichen Wahl-Spam umgegangen wird. Manchmal werden diese Richtlinien auch veröffentlicht. In anderen Fällen versuchen die Redakteurinnen und Redakteure, die Größenverhältnisse der Parteien in Veröffentlichungsproporz umzuwandeln. Im Münsterland wird dann die CDU zu fast jeder Gelegenheit berücksichtigt. Die SPD ist auch sichtbar. Die FDP gilt - genau wie die Grünen - als irgendwie exotische Partei. Und alle anderen Parteien - wie etwa die Piraten - taugen nur zum Lückenfüller oder für die Abteilungen "Kurioses" und "Streit". Und manchmal verhalten sich die Journalistinnen und Journalisten ein wenig devot.

Bericht in der Münsterschen Zeitung über die Wiederrichtung eines Kunstwerkes in RoxelBesonders zugewandt scheint die Redaktion West der Münsterschen Zeitung dem Roxeler SPD-Ratskandidaten Philipp Hagemann zu sein. Auf der anderen Seite ist dieser noch junge Politiker durchaus engagiert und sympathisch. Und er betreibt offenbar eine ordentliche Öffentlichkeitsarbeit. In Roxel passiert im vorigen Herbst etwas von manchen so gar nicht Bedauertes: Ein Lkw schmiss beim Rangieren den Bogen des Kunstwerks "Bogen und Stele" auf dem Platz zwischen den Gasthäusern Kortmann und Brintrup um. Schnell meldeten sich Stimmen, die das nun zerstörte, offenbar nicht bei allen beliebte Kunstwerk gar nicht mehr wiederaufbauen wollten. Stattdessen könne an diese Stelle doch ein Brunnen errichtet werden, schlugen beispielsweise die beiden angrenzenden Wirte vor. Die SPD Roxel sprang ihnen bei und stellte für die Sitzung der Bezirksvertretung West vom 5. Dezember 2013 einen Antrag, unter anderem in Roxel die Errichtung einer Brunnenanlage auf dem Platz an den Gaststätten, alternativ auf dem Pantaleonplatz, zu prüfen.

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18
Apr

Beim Plakatieren in Roxel lehnen SPD, FDP und Piraten die vom Oberbürgermeister angemahnte Vorbildfunktion ab

FDP-Wahlplakat mit Carola Möllemann-Appelhoff für die Kommunalwahl 2014 in RoxelWahlplakat der Piraten Münster in Roxel für die Kommunalwahl 2014

[Update 19.4.2014, 15:25 Uhr]

Foto des Wahlplakats der Piraten Münster hinzugefügt. Wörtliches Zitat aus dem Brief von Markus Lewe eingefügt.

[Update 18.4.2014, 23:15 Uhr]

Geschrieben hatte ich den Text heute am späten Nachmittag. Abends müssen Münster Piraten dann durch Roxel gekommen sein, wie ich beim abendlichen Gang mit dem Hund feststellte. Die Piraten haben sich nun den Baum rechts von der FDP gegriffen und diesen mit ihren Plakaten verziert. Nur weil dieses Plakat von den Piraten ist, finde ich die Aktion nicht weniger schlimm. Das Foto füge ich morgen noch hinzu.

[Ursprünglicher Text]

Den hier abgebildeten Baum an der Schulte-Hermann-Straße und den links daneben stehenden könnten sie in Roxel eigentlich blau-gelb anstreichen. Denn faktisch hat die FDP ihn adoptiert. Bei jeder Wahl zwängen die örtlichen Freidemokraten Doppel-Wahlplakate um ihn herum. Dieses Mal hat es Carola Möllemann-Appelhoff, die Fraktions-Vorsitzende von Münsters Liberalen im Rat der Stadt (danke an Jörg Behrens für den Hinweis, der der wirkliche Münstersche FDP-Vorsitzende ist), erwischt. Ich finde: Das hat sie wirklich nicht verdient. Gequetscht und verzerrt guckt sie die Roxelerinnen und Roxeler an und bittet sie um ihre Stimme bei der anstehenden Kommunalwahl. Dass mittlerweile ein Borussia-Dortmund-Fan-Aufkleber ihre Nase ziert, ist dabei fast Nebensache. Eng verbunden ist "CMA" übrigens kabelbindertechnisch mit Ratsherr Hans Varnhagen, der jeweils auf der anderen Seite an den Baum gezurrt wurde.

Nach wie vor stört mich diese Art des Plakatierens. Im speziellen Fall steht sie für einen speziellen Zug liberaler FDP-Politik: Rücksichtslosigkeit. Im Kampf um die besten Plätze machen sich die Liberalen die Natur Untertan. Bäume sind nicht erfunden worden, damit sie durch geistlose Wahlwerbung im Wuchs behindert werden oder gar ihre Rinde durch die eng anliegenden Plakate Schaden nimmt.

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