Wanderung

27
Jul

Harzer Grenzweg in drei Etappen: die Unterkünfte

Blutwurst! Nachdem ich von Zorge aus durchs wunderschöne Kunzental wieder auf den Harzer Grenzweg gestiegen und bereits einige Zeit bis zu einem Ausichtspunkt auf Sülzhayn gelaufen war, packte ich das Lunchpaket aus, das in meiner Unterkunft für mich vorbereitet worden war. Zwei belegte Brötchen erwarteten mich. Ich wickelte eines aus der Alufolie und sah: Blutwurst! Vielerlei Beläge hätte ich erwartet. Dieser gehörte nicht dazu. Blutwurst gehört zu den eher gewöhnungsbedürftigen Fleischprodukten. Ich hatte bis dato bestimmt 30 Jahre keine mehr gegessen. Man hätte ja vorher mal fragen können. Auf dem Brötchen befanden sich außerdem noch Gurken, Salatblätter und - so glaube ich - Remoulade. Das erleichterte das mutige Verschlingen der Pausen-Stärkung.

Das idyllische, aber tote Örtchen Zorge im Harz war das zweite Etappen-Ziel meiner Harz-Wanderung und würde aller Wahrscheinlichkeit nach nicht über Einkaufsmöglichkeiten verfügen. Da ich mit Rucksack von Ort zu Ort unterwegs war, stellte sich am vorhergenden Etappen-Ziel Braunlage die Frage der Bevorratung für die dritte Etappe ab Zorge. Der Anruf in der Pension in Zorge wirkte sich dann schonend aufs Rucksack-Gewicht für die Etappe Braunlage - Zorge aus.

Wandschmuck im Hotel Nitzschke in Braunlage
Wandschmuck im Hotel Nitzschke in Braunlage

Günstige Zimmer waren kurzfristig buchbar

Meine Unterkünfte - Pensionszimmer mit Frühstück in diesem Fall - hatte ich nur wenige Wochen vorher über den Hotelbuchungsservice meines Vertrauens von zu Hause aus reserviert. Der Harz ist selbst in den Sommerferien offenbar nicht so überlaufen, dass Spontanurlauber dort nicht noch günstig unterkämen. Folgende Pensionen buchte ich:

Alle Bed-and-Breakfast-Einzelzimmer kosteten zwischen 35 und 45 Euro. Großer Luxus ist in dieser Preisklasse nicht zu erwarten. Stattdessen stellte ich mich auf soliden Charme der 70er und 80er Jahre ein. So kam es dann auch. Gleichwohl stellte ich überrascht fest, dass sich im zwischenzeitlich offenbar sanft entschlafenen Tourismus im Harz etwas tut. Denn alle vier Beherbergungsbetriebe, die ich aufsuchte, werden von vergleichsweise jungen Betreiberinnen und Betreibern geführt. Sie haben jeweils alteingesessene, vermutlich nicht allzu rentable Traditionsbetriebe mit neuen Ideen übernommen.

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25
Jul

Wanderung in drei Etappen auf dem Harzer Grenzweg

In drei Etappen war ich in der vergangenen Woche auf dem Harzer Grenzweg unterwegs. Tatsächlich habe ich nur Teile des Harzer Abschnittes des Wanderweges absolviert, der als "Grünes Band" die gesamte ehemalige innerdeutsche Grenze nachvollzieht. Weder Anfangs- noch Endpunkt stimmen mit dem offiziellen Wanderweg überein. Auch habe ich hier und da den Grenzweg verlassen und wechselte auf für mich attraktivere Routen.

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Angereist war ich am Sonnntag, 17. Juli, nach Bad Harzburg. Am Montag ging es dann nach einer Übernachtung weiter über die Eckertalsperre und den Brocken zum Wurmberg und schließlich nach Braunlage. Die zweite Etappe führte am Dienstag, 19. Juli, über das Freilichtmuseum Grenzmuseum Sorge und Hohegeiß nach Zorge. Abschließend wanderte ich am Mittwoch, 20. Juli, von Zorge über Walkenried nach Bad Sachsa, von wo ich nach einer weiteren Übernachtung am Donnerstag, 21. Juli, wieder nach Hause fuhr.

29
Dez

Wenn es vor Silvester knallt, kann das auch ein Jäger sein

Wildgehege an der Burg Hülshoff bei Havixbeck

Gestern wurde die herbstwinterliche Regenzeit endlich durch knackig-kaltes, sonniges Winterwetter abgelöst. Ich schnappte mir den Hund und unternahm einen etwas längerem Spaziergang zur Burg Hülshoff. Solche Kurzwanderungen sind schön. Burg Hülshoff mit ihrem angeschlossenen Wildgehege ist ein immer wieder angenehmer Anblick; auf dem Weg von Roxel dorthin geht es unter anderem durch eine hübsche, alte Allee. Auf einigen Passagen des Weges kann meine mittlerweile ältere, ruhigere und nicht mehr jagende Hündin frei laufen, was sie besonders toll findet - und was auch ihrem Menschen gefällt. In den kommenden Tagen - genauer: seit heute - wird sich Coras Freilauf sehr einschränken. Denn wir sind in die Phase eingetreten, in der sich wieder zeigt, dass es einen umgekehrt proportionalen Zusammenhang zwischen der Zahl der Böller im Einkaufswagen und der Hirngröße des Käufers gibt. Mit anderen Worten: Hirnlose Idioten werden in den nächsten Tagen wieder exzessiv herumballern und Haus- und Wildtiere verschrecken. Gestern durfte ich hingegen noch mit weitgehender Ruhe rechnen.

Dann kam ich an einem Nebenerwerbshof im Roxeler Außenbereich vorbei und erlebte, dass es auch anderweitig knallen kann. Dort wohnt ein Jäger, der seine geschossenen Stücke über Nacht auch schon mal auf der Wiese direkt an der Straße ausbreitet. Ich näherte mich, sah diesen Herrn auf das gegenüberliegende Feld laufen und irgendetwas im Feldgraben richten. Als ich das Haus passierte, standen er und ein weiterer Mann direkt am Gebäude und ließen sich durch das Fenster etwas reichen. Ich ging mit angeleintem Hund vorbei. Keine 50 Meter weiter knallte es plötzlich mehrmals ohrenbetäubend. Ich schaute zurück und sah, dass der jagende Hausherr seine Jagdflinte im Anschlag hatte und am Wohnhaus stehend über die Straße hinweg in Richtung des erwähnten Grabens schoss. Mein Hund hatte sich natürlich mächtig erschrocken und wollte nur noch weg.

Für mich ist das ein Vorfall mehr, der mir zeigt, dass Waffen nicht in Wohnhäuser zu Privatleuten gehören. Auch Jäger gehen damit offenbar nicht immer verantwortungsvoll um. Selbst wenn diese Ballerei worauf auch immer legal gewesen sein sollte, war sie doch rücksichtslos.Wäre mein Hund frei gelaufen und mir wegen der Knallerei abgehauen, hätte irgendein Jäger ihn übrigens unter gewissen Voraussetzungen abschießen dürfen.

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