Gute Texte für das ganze Bild

Autor: Ulrich

  • Header-mäßige Begriffsverwirrung in WordPress

    Header-mäßige Begriffsverwirrung in WordPress

    WordPress ist ein Content-Management-System (CMS), das für fast alle Einsatzzwecke gut geeignet ist, um Homepages rasch und unkompliziert zu erstellen. Auch diese Seite ist damit gestaltet worden. Nahezu jede Homepage-Gestaltung in WordPress beginnt mit der Frage: „Welches Theme sollen wir benutzen?“

    Diese Frage ist alles andere als trivial, werden doch unzählige Themes feilgeboten und sind über das WordPress-Backend leicht zu installieren. Wer dies bereits ausprobiert hat, kennt das folgende Erlebnis: Das Theme wurde aktiviert, dann ging es daran, es individuell anzupassen. Sehr schnell war dann der Punkt erreicht, dass eine gewünschte Funktion nicht realisierbar war – bzw. erst dann hätte umgesetzt werden können, wenn die kostenpflichtige Premiumversion des Themes erworben wurde.

    Kauf-Themes sind meistens nicht nötig

    Ich bin davon überzeugt, dass kaum jemand ein kostenpflichtiges WordPress-Theme benötigt. Das System liefert nämlich kostenfreie Grund-Themes mit, die die wichtigsten Inhaltselemente gleich mitliefern und die sich recht flexibel anpassen lassen. Die Namen dieser Layout-Muster beginnen jeweils mit „Twentytwenty“. Gerade ist „Twentytwentyfive“ aktuell. Warum so viele WordPress-Nutzerinnen und -Nutzer viel Zeit darauf verwenden, andere Themes zu nutzen, mag daran liegen, dass eine beliebige Seite eher karg und „frugal“ aussieht, sobald für sie eines der „Twentytwenty“-Themes aktiviert worden ist.

    Was viele anfangs übersehen mögen, ist die Vielfalt von vorformatierten Inhaltselementen, die beispielsweise Twentytwentyfive bereitstellt. Auch dass eine Seite in den Seiteneinstellungen ganz einfach von einem Template auf ein anderes umgestellt werden kann, springt nicht sofort ins Auge. Wer dann noch erkennt, dass sich recht leicht eigene Seitentemplates und Inhaltsblockvorlagen anfertigen lassen, verliert schnell die Scheu vor dem Einsatz von Twentytwentyfive.

    Es gibt viele Tutorials, um Twentytwentyfive anzupassen

    Tutorials, wie die genannten Blockelemente und Seitentemplates erzeugt werden können, finden sich mit einer einfachen Google-Suche schnell.

    • Bevor Ihr mit Umgestaltungen der vorhandenen Themes anfangt, solltet Ihr ein sogenanntes „Child-Theme“ erstellen. Wie das geht, erklärt unter anderem Tobias Steinmann in diesem Text.
    • Ursula Baliko zeigt Dir, wie man einen Header-Block samt Navigation erstellt. Eingängig ist der Text – weder visuell noch textlich – nicht, dranbleiben lohnt sich aber, es steht nämlich alles Wichtige drin.
    • Dieselbe Autorin erklärt in einem anderen Beitrag, die Geheimnisse hinter Block-Vorlagen und Pattern. Das ist sehr nützlich, damit kann man sich nämlich ein kleines Arsenal an immer wieder benötigten Inhaltselementen anlegen.
    • Einen Blick wert ist auch dieser Artikel von Christina Widner zu nützlichen Patterns in WordPress, also den eben bereits genannten, vorgefertigten Inhaltselementen, die einfach eingefügt und gegebenenfalls angepasst werden können.

    Ganz schön knifflig: der Sticky-Header

    Hier ist nicht der Platz für eine vollständige Link-Liste mit Tutorials zu WordPress-Templates und -Vorlagen. Auf einen Aspekt möchte ich nun aber noch etwas genauer eingehen. Ich hatte mir in den Kopf gesetzt, einen Header-Bereich samt Navigation zu erzeugen, der immer oben auf der Seite präsent bleibt, auch wenn weiter nach unten gescrollt wird. Ich wollte also genau so etwas haben, wie Ihr es mittlerweile auf dieser Seite seht.

    Auch dazu findet Ihr mit einer Google-Suche reichlich Hinweise. Viele Tipps gehen den Weg, über „Custom CSS“, das jedem Template hinzugefügt werden kann, dem jeweils passenden Header-Element die CSS-Anweisung „position:sticky“ mitzugeben. Genau dies funktionierte bei mir aber nicht. Mir gelang es nicht, die passenden Inhaltselemente dafür zu identifizieren.

    Twentytwentyfive bietet Lösung aus Boardmitteln

    Bald wurde mir klar, dass der Weg zur Lösung viel einfacher ist. Denn Twentytwentyfive ist ein sogenanntes blockbasiertes Template. Damit bietet es die Möglichkeit, über die Layoutoptionen der jeweiligen Blöcke festzulegen, dass ein Header-Bereich auf der Seite immer oben gehalten werden muss. Sehr nützlich dafür ist es, die Dokumentenübersicht einzublenden, die Ihr in der Bearbeitungsansicht von Seiten oder Blogbeiträgen, aber auch von Templates und Blöcken im linken oberen Bereich des Bildschirms entdeckt.

    Screenshot der Dokumentenübersicht für den Headerbereich von ulrichklose.de.

    Denn dort könnt Ihr, ganz grob gesagt, den Header als „sticky“ markieren. Achtet beim hier eingeblendeten Bild mal auf das Heftzwecken-Symbol. Dieses zeigt an, dass das entsprechende Blockelement immer oben gehalten wird.

    Geleitet hat mich beim Erstellen dieses „Sticky Headers“ diese Anleitung von Bernd Schmitt. Sie ist vollständig und korrekt – und hat trotzdem zunächst nicht funktioniert! Eine Kleinigkeit hatte ich nämlich übersehen. Zunächst erläutert der Autor die CSS-Option. Dass ich damit nicht klarkam, wusste ich bereits. Dann handelt er aber kurz und knapp den hier bereits skizzierten Lösungsweg für Block-Themes ab.

    Und diese Variante geht so: Die anzuheftenden Elemente werden in der Dokumentenübersicht gruppiert, woraufhin in den Konfigurationsoptionen in der rechten Seitenleiste bei „Position“ die Option „oben gehalten“ ausgewählt wird. Das ist schon alles. In der Tat!

    Nur dass dies bei mir nicht alles war! Ich habe dies, wie ich dachte, folgerichtig im von mir zuvor entsprechend der oben verlinkten Tipps in der Blockvorlage für meinen Seiten-Navigationsheader erledigt. Dort konnte ich wunderbar die entsprechenden Gruppen im Header mit „oben gehalten“ markieren. Allerdings blieb der erwünschte Effekt aus.

    Screenshot des Header-Bereichs inklusive Navigation auf ulrichklose.de
    Ansicht des Header-Bereichs in den WordPress-Vorlagen. Hier ist keine Sticky-Position definiert.

    Blockvorlagen und Templates sind nicht dasselbe – ehrlich!

    Es dauerte eine ganze Weile, bis ich meinen wesentlichen Irrtum bemerkte. Es gibt einen Unterschied, ob man derartige Einstellungen in der Blockvorlage vornimmt oder im Seitentemplate. Zwar habe ich dort einst exakt diese Blockvorlage eingefügt, trotzdem besteht ab diesem Moment keine Verbindung mehr zwischen beiden. Denn ein Blick in das Seitentemplate zeigte mir, dass dort die Sticky-Markierungen nicht vorhanden waren.

    Daraufhin nahm ich mir den Header-Bereich im Seitentemplate vor, umgab den Header mit einer umfassenden Gruppe und stellte für diese die Option „oben gehalten“ ein. Außerdem wies ich noch eine Hintergrundfarbe zu, damit der Sticky-Header den darunter gescrollten Inhalt verdeckt. Schon funktionierte alles wie gewünscht.

    Wenn Ihr bis hierher gekommen seid und Euch nun fragt, wovon ich rede –, dann schaut mal im WordPress-Backend unter „Design – Theme – Customizer“ nach. Dort findet Ihr die Bereiche Vorlage und Templates. Vorlagen sind einzelne Inhaltsblöcke, die einzeln in Seiten oder Beiträge eingesetzt werden können. Sie erscheinen beim Anlegen eines neuen Blocks zur Auswahl, also dort, wo Ihr auch ein Absatz- oder Listenelement auswählen könnt. Templates wiederum sind komplette Seitenvorlagen, in die verschiedene Blockvorlagen eingefügt worden sind. Sie weisen üblicherweise auch Header- und Footer-Elemente auf. Letztgenannte bleiben immer gleich, wenn Ihr eine neue Seite anlegt.

  • Winterurlaub 2025/2026 in Friedrichskoog-Spitze

    Winterurlaub 2025/2026 in Friedrichskoog-Spitze

    Brrr! Auf dem Deich war es kalt, windig, winterlich – und sooo schön!

    Eine ganze Woche war ich an der Nordsee in Friedrichskoog-Spitze. Und was habe ich gemacht? Nichts! Na ja, nicht wirklich nichts, aber keine großen Aktivitäten. Es war einfach eine wunderschöne, entschleunigte Zeit. Drei Spaziergänge pro Tag zum Deich, lesen, kochen und nebenbei noch an meinem privaten Homepage-Projekt arbeiten.

    Schon zum dritten Mal in Friedrichskoog-Spitze

    Seit drei Jahren ist Friedrichskoog-Spitze bereits mein Ziel für den Jahreswechsel-Urlaub. Mein ursprüngliches Ziel war es, mit Rocky quasi vor der Silvesterböllerei in Münster zu fliehen, damit er zum Jahreswechsel weniger Panik erleiden muss.

    Geknallt wird auch dort oben, zwischen Büsum und Cuxhaven im Dithmarscher Land, aber deutlich weniger als in meiner westfälischen Heimat.

    Ruhe hoch im Norden ist unschlagbar

    Was ich an den Tagen dort oben hoch im Norden aber wirklich schätze, ist die Ruhe. Im Winter ist an der Festland-Nordseeküste nicht allzu viel los. Die Kehrseite: Es haben auch nur wenige Restaurants auf.

    Allerdings bin ich ein begeisterter Urlaubskoch. Ich liebe es, mir abends nach einem schönen Tag ein Essen zuzubereiten.

    Das Beste am Norden ist die reduzierte Landschaft. Du hast dort viel plattes Land – und den Deich. Wenn es dann kalt und etwas windig ist, gibt es für mich an der Küste wenig Schöneres, als auf dem Deich herumzuspazieren.

    Das ist sogar relativ anstrengend. Deswegen sind die Gänge nicht allzu lang, dann geht es wieder in die warme Ferienwohnung, und ich lese etwas.

    Fünf Bücher gelesen, viel bewegt, Sturmflut und Schnee bestaunt

    So war es auch dieses Mal: Die Bilanz: Insgesamt fünf Bücher gelesen, jeden Tag lecker gekocht, einige Male gejoggt, mich über den verschneiten Deich gefreut, über eine kleine Sturmflut gestaunt. Und beim Abreisen schon gewusst, dass ich das zum nächsten Jahreswechsel wieder machen möchte.

  • Paul Auster: Stadt aus Glas: So etwas hatte ich noch nicht gelesen

    Paul Auster: Stadt aus Glas: So etwas hatte ich noch nicht gelesen

    Gerade befinde ich mich an der Nordsee, genauer gesagt, in Friedrichskoog-Spitze. Dorthin fahre ich schon seit einigen Jahren über den Jahreswechsel. Der Hund hat hier etwas mehr Ruhe vor der Silvester-Böllerei, auch wenn hier noch genug Idioten (Gendern unnötig) Sprengstoff in die Luft jagen.

    Aus der Zeit gefallener Buchladen

    Eine meiner liebsten „Traditionen“ hier in der schleswig-holsteinischen „Pampa“ ist es, einen wirklich charmanten, komplett aus der Zeit gefallenen Buchladen in Meldorf aufzusuchen: Peter Panter Buchladen. Dass es solche Läden mit einer alternativen, kuratierten Buchauswahl überhaupt noch gibt, ist toll. Ohne die Buchpreisbindung wäre es sicher kaum möglich.

    Ich lande dort also mindestens einmal pro Winteraufenthalt an und suche mir Lektüre für die kommenden Tage aus. Weil Urlaub ist, darf es auch gern mal etwas sein, das ich sonst nicht lese.

    Erster Teil der New-York-Trilogie

    Dieses Mal traf ich ins Schwarze: In meinem Rucksack landete die New-York-Trilogie von Paul Auster. Den ersten der drei Romane, „Stadt aus Glas“, habe ich mittlerweile durchgelesen. Was soll ich sagen: Es ist ein tolles, anregendes und wirklich leicht verstörendes Buch.

    Habe ich den Roman verstanden? Komplett sicher nicht. Dabei ist die Handlung erst einmal gar nicht so schwer. Autor Daniel Quinn erhält einen Anruf, dass er Peter Stillman vor seinem gleichnamigen Vater schützen soll, der bald aus dem Gefängnis entlassen wird. Dieser ist ein durchgeknallter Theologieprofessor, der seinen Sohn vor seinem Gefängnisaufenthalt misshandelt haben soll.

    Nur ist es so, dass der Anruf gar nicht Quinn gilt, sondern an Paul Auster gerichtet ist. Quinn, der als Autor unter einer anderen Identität publiziert, schlüpft also quasi in die Rolle des Romanverfassers selbst.

    Identität und Bewegung sind die großen Themen

    Identität spielt in dem ganzen Roman eine überragende Rolle. Wer ist wer, oder ist es vielleicht doch ganz anders? Auch Peter Stillman selbst, der offensichtlich geistig beeinträchtigt ist, nennt für sich mehrere Namen. Dann gibt es noch Peters Frau Virginia, die gegenüber Quinn behauptet, das Geschehen zu überblicken. Ob das wirklich so ist, bleibt offen. Später verschwindet sie samt Peter spurlos.

    Eine große Rolle in dem Buch spielt Bewegung. Quinn läuft ständig durch New York, detailliert werden seine Wege durch die verschiedenen Straßen nachgezeichnet. Aber auch Stillman senior wandert – scheinbar ziellos? – durch die Mega-Stadt. Der Zweck dieser Wandereien bleibt offen.

    Plötzlich spielt der Autor selbst mit

    Zu allem Überfluss taucht dann auch noch Paul Auster selbst samt Gattin Siri Hustvedt in der Geschichte auf. Und zwar, so wird es behauptet, in ihrer realen Erscheinungsform. Paul Auster und Daniel Quinn führen ein langes Gespräch über die Rezeption des Romans Don Quichote. Inhalt: Wer erzählt diese Geschichte eigentlich, was sehr kompliziert zu sein scheint? Parallelen zu der Frage, wer eigentlich „Stadt aus Glas“ erzählt, drängen sich geradezu auf.

    Ihr merkt, dass Handlung und Bedeutung dieses Romans alles andere als eindeutig sind. Nicht nur das, es ist sogar verwirrend. Paul Auster unterlässt es konsequent, Hinweise auf eine etwaige Auflösung der Verwirrung zu geben. Darunter leidet ganz offensichtlich auch Protagonist Daniel Quinn, der sich im Verlauf der Geschichte komplett verliert.

    Dies kulminiert darin, dass er zum Schluss obdachlos wird, all seinen Besitz, bis auf ein rotes Notizbuch, wegwirft, eine Zeit lang nackt dahinvegetiert, wobei ihm aus unklarer Quelle Nahrung zur Verfügung gestellt wird, und schlussendlich verschwindet. Sein weiteres Schicksal: unklar.

    Wer erzählt hier eigentlich?

    Zu weiterer Klarheit trägt definitiv auch nicht bei, dass im Schlusskapitel der Erzähler der Geschichte ins Rampenlicht tritt. Er gibt sich als Freund von Paul Auster aus. Ob das stimmt, darf zumindest bezweifelt werden. Schließlich bleibt die Frage: Wer erzählt diese Geschichte eigentlich? Welche dieser Figuren gab es wirklich? Wo begann die Fantasie, gab es überhaupt Realität, und welche Rolle spielt New York dabei eigentlich?

    Spannend! Ich bin zunächst einmal gespannt auf die Teile zwei und drei der Trilogie.