Kategorie: prtextethemen

  • Kommunalpolitik auf Social Media: „Das crazy“ oder eher „six seven“?

    Kommunalpolitik auf Social Media: „Das crazy“ oder eher „six seven“?

    Aufmerksame Besucherinnen und Besucher dieser Homepage wissen es: Das ostwestfälische Vlotho ist meine Heimat, und deshalb verfolge ich auch die Kommunalpolitik der Kleinstadt an der Weser gründlich. Der dortige Bürgermeister Rocco Wilken schaffte es 2023 mit einer besonderen Social-Media-Aktion in die Medien. In voller Montur sprang das Stadtoberhaupt zum Start der Sommerferien im örtlichen Freibad vom Drei-Meter-Sprungbrett. Auch in den folgenden Jahren wiederholte er diese Aktion.

    Bekleidet badender Bürgermeister wurde zum Hit

    Mit dieser ungewöhnlichen Aktion erntete Rocco Wilken viel Aufmerksamkeit. Noch mit dem hier eingeblendeten Reel, das zwei Jahre nach seinem ersten Anzug-Dreier-Sprung entstand, sammelte er fast 5 000 Likes und 63 Kommentierungen ein. Sowohl auf seinem eigenen Account als auch auf dem der Stadt Vlotho, der das Reel damals ebenfalls sendete, liegen die Like-Zahlen sonst eher im niedrigen dreistelligen Bereich.

    Selbstverständlich nahmen sich weitere Kommunalpolitiker ein Beispiel an Rocco Wilken. Im Jahr 2024 sprang etwa der Bürgermeister aus Havixbeck, einer westlichen Nachbarstadt meines Wohnortes Münster, mit einem formvollendeten „Köpper“ vom Dreier. Vlothos Verwaltungschef hatte eine amtliche „Arschbombe“ bevorzugt.

    An Social Media kommen Kommunalpolitikerinnen und Kommunalpolitiker nicht mehr vorbei, wenn sie wahrgenommen werden wollen. Das ist klar. Immerhin erreichen sie damit vorwiegend junge Nutzerinnen und Nutzer, die weder die örtliche Tageszeitung lesen, noch über etablierte Formen wie etwa Bürgerversammlungen, Vereinsaktivitäten oder Infostände in der Innenstadt erreichbar wären.

    Junge informieren sich auf Social Media

    Wie stark junge Menschen auch politische Informationen über Social Media konsumieren, ist der Studie „How to Sell Democracy Online (Fast)“ zu entnehmen, die das Progressive Zentrum, die Bertelsmann-Stiftung und die Stiftung Mercator im September 2025 vorgelegt haben:

    „74 Prozent der 16- bis 27-Jährigen nehmen politische Informationen über Social Media auf, noch vor Schule (60 %), Familie (58 %), Freundeskreis (54 %) sowie den klassische[n] Medien wie Zeitung oder Fernsehen (46 %).“

    Kommunalpolitische Accounts: von staubtrocken bis bemüht hipp

    Es liegt nahe, dass Stadtspitzen wie auch Ratsmitglieder und kommunale Parteien Social Media nutzen, um sich direkt an ihre potenziellen Unterstützenden zu wenden. Wie diese Kommunikationsaktivitäten dann konkret umgesetzt werden, hängt sehr vom Einzelfall ab. Manche Instagram-Feeds kommunaler Würdenträger fallen eher staubtrocken aus. Andere Amtsinhaberinnen und -inhaber glänzen dagegen mit kreativen Einfällen und beeindrucken mit einem eher lockeren Tonfall.

    Im Extremfall kommen dabei dann Ergebnisse heraus wie der, den das Portal „eGovernment. Verwaltung digital“ aus dem TikTok-Feed der Osnabrücker Oberbürgermeisterin Katharina Pötter zitiert: „Wir sind no cap eine Stadt mit viel Plus-Aura“. Im Feed auf dem Video-Portal der niedersächsischen Kommunalpolitikerin findet sich demnach auch der „Klassiker“ eines jeden hippen Social-Media-Feeds: Das für Interviews nötige, externe Mikrofon wird an ein „lustiges“ Utensil geklebt. In diesem Fall handelt es sich um einen Pfannenwender.

    Erfolgreiche Social-Media-Kommunikation ist interaktiv

    Das eGovernment-Portal bringt in seinem Bericht noch weitere Beispiele, die zeigen, dass auch die Kommunalpolitik oft den gleichen Social-Media-Marketing-Regeln folgt wie viele Unternehmen und Privatnutzende. Es werden jeweils die aktuellen Trends auf TikTok, Instagram & Co. gesichtet und dann gegebenenfalls kopiert. Davon erhoffen sich die sozialmedial aktiven, kommunalpolitisch Öffentlichkeitsarbeitenden mehr Sichtbarkeit in den Algorithmus-gesteuerten Social-Media-Diensten. Viele Likes werden gern genommen, wichtiger sind allerdings Interaktionen wie etwa Reposts und Kommentare, erklärt unter anderem diese Hannoveraner Social-Media-Agentur.

    Im Streben danach, auf den jeweils aktuellen Trend aufzuspringen und die Content-Konsumgewohnheiten der jungen Zielgruppe zu treffen, können dann schon mal Zeichentrickkrokodile durch einen Beitrag laufen. Dieses Beispiel nennt eGovernment für einen Bürgermeister aus der Region Hannover. Daran schließt das Portal die berechtigte Frage an:

    „Eine Kernfrage ist: Wie unseriös darf ein Bürgermeister sein?“

    Nahbar und authentisch kommunizieren und nicht beliebig werden

    Dieses Dilemma muss nach meiner Meinung tatsächlich gelöst werden. Aktive aus der Kommunalpolitik müssen einen Spagat bewältigen. Sie dürfen auf ihren Social-Media-Accounts nicht wie distanzierte und humorlose Technokraten wirken. Stattdessen wollen sie sympathisch und nahbar rüberkommen. Die Studienleiterin der genannten Studie „How to sell Democracy Online (Fast)“, Paulina Fröhlich, bringt die sprachlich-inhaltlichen Anforderungen laut tagesschau.de auf die folgende Formel. Zu achten sei:

    „[a]uf ein authentisches Profil, auf eine verständliche Sprache, auf Themen, die wirklich mit der Lebensrealität von jungen Leuten auch zu tun haben.”

    Verwechselt werden dürfen diese Maßgaben allerdings nicht mit inhaltlicher Beliebigkeit und dem Anbiedern an die junge Zielgruppe. Laut Fröhlich spreche nichts dagegen, Inhalte unterhaltsam aufzubereiten. Von Tanzen und lustigen Filtern rät sie Politikerinnen und Politikern aber ab. Politischer Instagram- oder TikTok-Content solle sich, so die Studienergebnisse, auf die Lebenswirklichkeit Jugendlicher und Heranwachsender beziehen, alltagsnah sein und nicht abstrakt klingen.

    Wer in der Kommunalpolitik aktiv ist und über das Thema Social Media nachdenkt, sollte sich also vornehmen, ehrlich und authentisch zu wirken, aber nicht aufgesetzt Jugendsprache nachzuahmen. Wie auch grundsätzlich bei der Kommunikation von Behörden gilt auch in diesem Fall: Ja, der oder die Politiker:in ist sicher ein total sympathischer Mensch und darf sich gern nahbar geben. Bedenken sollte er oder sie aber auch, dass es eine Diskrepanz zwischen einem allzu lockeren Auftreten auf Instagram oder TikTok und der sonstigen öffentlichen Wirkung geben könnte. Wenn Politiktreibende beispielsweise Zwangsmaßnahmen gegenüber den Bürgerinnen und Bürgern vertreten müssen oder diesen beantragte Zuschüsse nicht bewilligen können oder wollen, hilft ihnen auch das hippste Auftreten auf Social Media nichts.

    Informieren, erklären, einordnen und Feedback einholen

    Was ihnen allerdings weiterhilft, ist, die sozialen Medien für Informationen und Erklärungen zu nutzen. Dort haben sie die Chance, mit den von einer Entscheidung Betroffenen in echte Gespräche zu kommen, sie frühzeitig zu informieren, die eigene Position zu verdeutlichen und etwaige Handlungsoptionen darzustellen – und zwar schnell und direkt. Neben vielen weiteren Vorteilen gehören diese Aspekte zu den wesentlichen Funktionen der Social-Media-Kommunikation in der Kommunalpolitik. Der Deutsche Städtetag hat dazu im Januar des vorigen Jahres ein lesenswertes Positionspapier herausgegeben.

    Sollten Kommunalpolitiker:innen bis zu dieser Stelle mitgelesen haben, sollten sie sich aufgerufen fühlen – falls noch nicht geschehen –, ihre eigene Social-Media-Kommunikation aufzubauen. Dazu benötigen sie natürlich eine Idee, was sie fortan veröffentlichen wollen. Und sie sollten auch dringend darüber nachdenken, wer zu ihrer Zielgruppe gehört. Wer Rentner:innen erreichen möchte, ist sicher auf Facebook an der besseren Adresse als auf TikTok. Für Angehörige der Generation Z gilt das Umgekehrte.

    Diese drei Content-Typen führen zum Erfolg

    Sind die Kanäle und die Zielgruppe bestimmt, kommt das Wichtigste: die Inhalte. Grob lassen sich drei Typen von Content unterscheiden, fasst das Aktionsprogramm Kommune „Frauen in die Politik!“ zusammen: bildende und unterhaltende Posts sowie Blicke hinter die Kulissen. Instagram, Facebook oder TikTok sind also gut dazu geeignet, die Nutzenden auch einmal mit auf Ausflüge ins heimische Büro, zum Wahlplakate-Kleben etc. zu nehmen. Genauso ist es möglich, dem leckeren Kuchen, den es bei der Landfrauenversammlung gab, die große Bühne zu bereiten.

    Was auf Eurem kommunalpolitischen Social-Media-Kanal allerdings nichts verloren hat, ist die lieblos gespiegelte Pressemitteilung des Kreisverbandes Eurer Partei, möglicherweise noch mit einem knackigen „Genauso ist es!“ angereichert. Nutzt stattdessen die Möglichkeit und erklärt, was damit gemeint ist und was die Auswirkungen des geschilderten Sachverhaltes für die Bürgerinnen und Bürger sind. Fragt nach der Meinung Eurer Folgenden und geht auf die Antworten ein. Das könnt Ihr schriftlich machen, oder Ihr nehmt einfach das Smartphone und filmt Euch beim Spazierengehen, während Ihr Euer Statement einsprecht. So macht Ihr Eure kommunalpolitische Arbeit transparent und sammelt zugleich noch „Punkte“ für den Algorithmus der jeweiligen Plattform.

    Falls Ihr übrigens Unterstützung für Eure Social-Media-Kommunikation benötigt, fragt doch einfach mich! 🙂

  • Fotos an meinen liebsten Plätzen in Vlotho

    Fotos an meinen liebsten Plätzen in Vlotho

    Am Samstag war ich mal wieder in Vlotho. Die Stadt an der Weser betrachte ich als meine Heimatstadt. Dort lebt meine Familie, dort besuche ich immer wieder Freunde. Obwohl ich seit 1996 in Münster wohne, fühle ich mich nach wie vor in Vlotho wohler.

    Genutzt habe ich den Aufenthalt, um neue Porträtfotos von mir anfertigen zu lassen. Diese hat die liebe Heike Begemann-Dröge gemacht. Schaut Euch auf dieser Seite um. Sie sind gut geworden, oder?

    Fotos aus Vlotho auf der Homepage des PR-Texters aus Münster?

    Diese Seite ist ja vor allem auch eine berufliche. Meine Karriere als Redakteur und PR-Texter spielt und spielte sich im Wesentlichen in Münster ab. Warum also packe ich nun ausschließlich Bilder von mir darauf, die mich an einem ganz anderen Ort zeigen?

    Der Grund könnte der folgende sein: Ihr – und idealerweise auch einige neue Kundinnen und Kunden – sollt mich auf meiner Internetseite besser kennenlernen. Meine Kompetenzen sollen sichtbar werden, schließlich bin ich ein begeisterter Texter und seit Jahren und Jahrzehnten im Bereich Marketing und PR aktiv. Natürlich möchte ich auch einen Einblick in meine Persönlichkeit bieten.

    Die beste Voraussetzung dafür, dass diese Ziele erreicht werden, sind authentische Bilder. Ich glaube fest daran, dass diese neuen Porträts eine Nuance „echter“ geworden sind, als wenn sie vor einer beliebigen anderen, ähnlich pittoresken Kulisse geschossen worden wären.

    Persönliche Erinnerungen machen die Motive „echter“

    Mit sämtlichen „Spots“, die Ihr auf den Bildern seht, verbinde ich dutzende Erinnerungen. Entweder bin ich dort als jüngerer Mensch von unseren Treffpunkten auf dem Heimweg entlanggelaufen, oder sie liegen in der Nähe geschätzter Joggingstrecken. Manche Orte sind verbunden mit Familiengeschichten. In einem Hintergrund ist beispielsweise das Gebäude zu erkennen, in dem sich die erste Arbeitsstelle meines Opas nach seiner Ankunft in Vlotho in der Nachkriegszeit befand.

    Jede:r, der:die mich kennt, weiß, dass ich ein echter Lokalpatriot bin. Es wurde Zeit, dass dies auch auf meiner Homepage erkennbar wurde. Wer weiß, vielleicht ergeben sich ja auch Möglichkeiten, dass ich als PR-Texter künftig verstärkt in Vlotho und Umgebung, zumindest aber in Ostwestfalen-Lippe tätig werde.

  • Kurz und gut? Sind Pressemitteilungen mit langen Sätzen immer unverständlich?

    Kurz und gut? Sind Pressemitteilungen mit langen Sätzen immer unverständlich?

    Kurze, präzise Sätze mit aktiven Formulierungen schreiben, auf Fachjargon und erklärungsbedürftige Abkürzungen verzichten und die journalistischen W-Fragen beantworten – laut ChatGPT sind dies entscheidende Faktoren für gut verständliche Pressemitteilungen. Das klingt leistbar, oder? Trotzdem berichteten das KOM Magazin und andere Medien Ende Januar dies: „Pressemitteilungen oft unverständlich“.

    All diese Berichte beziehen sich auf die „Wortliga-Studie 2026“. Darin hat Wortliga – nach eigenen Angaben ein Anbieter von Textanalyse- und Text-Umschreibe-Tools – über 3.000 Pressemitteilungen automatisiert darauf hin untersucht, wie verständlich sie sind. Alle untersuchten Texte stammten von der Pressemitteilungsseite presseportal.de.

    Diese vier Punkte machen Deine Pressemitteilung unverständlich

    Natürlich nutzt Wortliga die Kommunikation dieser Studie dazu, um für seine automatisierten Dienste zu werben. Schließlich sollen diese Online-Werkzeuge wie von Zauberhand Pressemitteilungen verbessern. Die Erkenntnisse sind trotzdem interessant und lohnen einen genaueren Blick. Hauptverantwortlich für schlecht verständliche Pressemitteilungen sind demnach:

    • zu lange, verschachtelte Sätze,
    • ein schlecht nachvollziehbarer Textaufbau,
    • zu komplizierter Fachjargon sowie
    • zu viele passive Formulierungen.

    So wurde die Wortliga-Studie designt

    Soweit, so wenig überraschend. Aus diesen und einigen anderen Anforderungen an gut lesbare Texte haben die Studienentwicklerinnen und -entwickler einen Prüf-Algorithmus entwickelt, mit dem dann die vielen Texte von presseportal.de automatisch gescannt wurden. Dabei wurden die Prüfobjekte in 109 inhaltliche Kategorien einsortiert, sodass die Verständlichkeit von Artikeln aus verschiedenen Genres wie etwa Show, Gesundheit oder auch Logistik und Rechtsprechung gesondert betrachtet werden konnte. 400 Texte wurden zusätzlich qualitativ in Augenschein genommen.

    Vergeben wurden Punkte auf einer Skala von minimal 0 bis maximal 100 Punkten. Weder das eine noch das andere Extrem wurde erreicht – und zwar jeweils mit weitem Abstand nicht. Am besten platzierten sich durchschnittlich Pressemitteilungen aus dem Bereich „Show“ mit einer Durchschnittsbewertung von 63,8, gefolgt von Beiträgen des Genres „Bundesliga“ mit 62,7 und solchen, die sich mit „Fernsehproduktion“ befassten (62,5).

    Dieses PR-Text-Tutorial hilft Euch wirklich weiter

    Pressemitteilungen richten sich an Medien und ahmen journalistische Texte nach. Wenn sie journalistischen Kriterien entsprechen, steigt die Chance, dass sie vom Zielmedium möglichst vollständig veröffentlicht werden. Wer sich näher mit den Anforderungen an journalistisches Texten befassen möchte, sollte zum folgenden Tutorial von OpenPR greifen.

    https://www.openpr.de/magazin/pr/journalistisches-schreiben

    Keine Überraschung: Unterhaltungstexte sind verständlicher

    Texte aus dem Unterhaltungsgenre, die qua Genre bereits wenig komplex sind, erzielen bei der automatisierten Prüfung also Bestwerte. Wen erstaunt dies wirklich? Gegenprobe: Welche Themen landeten am Ende der Verständlichkeitsskala? Genau: „Krankenhaus“, „Logistik“ und „Rechtsprechung“. Hier schaffen es die Pressemitteilungen auf Werte von 36,4 bis 37,2.

    Es drängt sich geradezu zwangsläufig ein Verdacht auf: Bildet die Studie die Komplexität der in den untersuchten Texten behandelten Themen nicht richtig ab? Natürlich kann ein Artikel über ein Jura-Problem nicht ganz so locker-leicht formuliert werden wie einer über den neuesten Rosamunde-Pilcher-Film im ZDF.

    Zumindest müssen sich Texterinnen und Texter mehr ins Zeug legen, wenn sie medizinische oder juristische Sachverhalte optimal allgemeinverständlich aufbereiten wollen. Hinzu kommt noch, dass es bei derart komplexen Materien manchmal auf kleinste Details ankommt, um fachlich korrekt zu bleiben und auch keine juristischen Konflikte heraufzubeschwören. Wer schon für Verwaltungen oder Forschungseinrichtungen getextet hat, kennt es: Der Entwurf geht zum Gegenlesen und kommt in doppelter Länge und mit vielen zusätzlichen Schachtelsätzen im Nominalstil zurück. Dann ist texterseitig Langmut oder großes Verhandlungsgeschick erforderlich, um wenigstens einige der textlichen Grausamkeiten wieder zu beseitigen.

    Gutes Texten beginnt mit intensivem Zuhören

    Der Schlüssel zu gut verständlichen Pressemitteilungen ist die Fähigkeit des Textenden, gut zuzuhören. Erst wenn wir als Texterinnen und Texter begriffen haben, worum es geht, können wir auch gut darüber schreiben. Dazu müssen wir uns schriftliche Quellen oder passende Ansprechpersonen erschließen, denen wir mit unseren Fragen zum Thema „auf die Nerven gehen können“ – und zwar so lange, bis wir erfasst haben, wie weit wir den Sachverhalt vereinfachen können, ohne ihn zu verfälschen. Es ist übrigens nicht die schlechteste Voraussetzung, kein absoluter Experte für die zur Diskussion stehende Materie zu sein. Wer nicht fachlich „verbildet“ ist, verfällt auch nicht in unverständliches Fachchinesisch. Die Lesenden des Endproduktes dürfen sich dann auf besser zugängliche Informationen freuen.

    In den vorhergehenden Absätzen ging es viel um Menschliches – Fragen stellen, begreifen, kommunizieren. Sicher, an vielen Stellen kann ich die Verständlichkeit von Texten mit handwerklichen Mitteln optimieren. In meiner Berufslaufbahn habe ich Methoden erlernt, die mir dabei helfen. Ein journalistischer oder ein PR-Text wird nun mal garantiert besser, wenn ich kurze Sätze schreibe und auch ansonsten darauf achte, dass die inhaltliche Struktur nicht zu komplex wird und dass meine Formulierungen die Lesenden nicht einschläfern. Nebenbei: Jedes Methodenhandbuch würde vom vorigen Satz abraten. Trotzdem bin ich sicher, dass Ihr ihn verstanden habt. Ausnahmen bestätigen immer wieder die Regel, mit dem Abhaken einer starren Checkliste ist es nicht getan.

    Nur Texte von Menschen haben den „besonderen Kniff“

    Womit wir bei meiner abschließenden These wären: Wenn Ihr wirklich gute, verständliche PR-Texte erhalten wollt, fragt die Fachleute. Meine Kolleginnen und Kollegen oder auch ich selbst wissen, worauf es beim Schreiben ankommt, wir beraten Euch professionell, und von uns erhaltet Ihr einzigartige Texte. Mit großen Sprachmodellen, auf die ChatGPT & Co. zugreifen, lassen sich beeindruckende Ergebnisse erzielen. Irgendwie klingen sie aber immer ähnlich. Den „besonderen Kniff“ haben nur Texte, die Menschen geschrieben haben. Und nur mit Menschen könnt Ihr auch wirksam darüber diskutieren, ob in einem bestimmten Absatz nicht doch noch ein Einschub mehr sinnvoll wäre. Oder habt Ihr schon einmal erfolgreich versucht, ChatGPT nachhaltig davon zu überzeugen, dass es etwas falsch macht?