Kategorie: prtextethemen

  • Wer Texte durch LLMs schreiben lässt, hat keinen Respekt vor den Leserinnen und Lesern

    Wer Texte durch LLMs schreiben lässt, hat keinen Respekt vor den Leserinnen und Lesern

    Gestern erst verfasste ich auf LinkedIn einen kurzen Beitrag zu der unsäglichen KI-Posse rund um den thüringischen Ministerpräsidenten. Wer es verpasst hat: Mario Voigt, oder wahrscheinlicher: seine Redenschreiber:innen, hat einen Gastbeitrag in der FAZ durch ein LLM (Large-Language-Modell) verfassen lassen. Das hat eine Recherche von Frag den Staat ergeben. Auch zahlreiche weitere Reden und Beiträge des CDU-Politikers sind dabei unter KI-Verdacht geraten.

    KI-Autor:innen verspielen leichtfertig Vertrauen

    Einen Tag später fordert der KI-Hype sein nächstes „Opfer“. Der Tagesspiegel gibt bekannt, dass sein „Editor at Large“, der ehemalige Chefredakteur und Herausgeber Stephan-Andreas Casdorff, vorerst nicht mehr für das Berliner Blatt schreiben wird. Als Grund wird genannt: Er hat Meinungsbeiträge durch ein LLM verfassen lassen und dies nicht kenntlich gemacht. Es handelt sich übrigens um den Sohn der TV-Journalistenlegende Claus-Hinrich Casdorff. Ich stelle mir gerade vor, wie Stephan-Andreas zu „Ich stelle mich“ eingeladen wird und sich den schneidenden Fragen seines Papas zu seinem Schreibbetrug stellen muss.

    Meine These lautet: „Wer aus Kosten- oder anderen Gründen den Rezipient:innen maschinell erzeugten Mist zumutet, anstatt wenigstens ein wenig eigenes Gehirnschmalz zu investieren, disqualifiziert sich selbst und verspielt Vertrauen.“

    Als Texter steht man mittlerweile unter KI-Generalverdacht

    Für mich ist es eine Frage des Respekts den Leserinnen und Lesern gegenüber, dass ich ihnen meine eigenen Texte vorlege. Wenn etwas mit meinem Namen verbunden wird, hätte ich schon ganz gern, dass es auch von mir ist. Da ich beruflich Texte verkaufe, schmerzt es mich umso mehr, dass meine Kundinnen und Kunden denken könnten, dass ich sie mit LLM-Longform-Content „betuppen“ könnte. Eine andere Art von Schmerz bereitet es mir übrigens, dass es immer schwerer wird, Kunden zu finden, weil potenzielle Kandidat:innen mir ganz selbstbewusst entgegnen, dass sie ihre Texte durch „die KI“ verfassen lassen – weil’s billiger ist.

    Wenn dann Figuren wie die gerade Benannten hingehen und die Idee, dass Texte – welchem geistigen oder kommerziellen Zweck sie auch immer dienen mögen – immer noch das Resultat eines kreativen und intellektuellen Prozesses sind, einfach so mit Füßen treten, denke ich mir: WTF!?

    Es ist auch eine Frage der Meinungs- und Pressefreiheit

    Es gibt noch einen weiteren Aspekt, der mich massiv traurig macht. Egal ob beim Ministerpräsidenten oder beim Tagesspiegel-Promi: Dass wir Beiträge verfassen und diese ohne Behinderungen durch den Staat oder eine andere Zensurstelle veröffentlichen dürfen, ist eine große Errungenschaft. Erst seit 1949 haben wir in Deutschland ununterbrochen die allgemeine Meinungs- und Pressefreiheit. Auch von 1919 bis 1933 gab es schon einmal eine Periode, in der jede:r sagen und schreiben durfte, worauf er:sie Lust hatte. Dann hat Deutschland den Nazis die Macht übergeben, und ab da starben wieder Menschen für ihre Meinungen.

    Und diese Großartigkeit, die wir davon abgesehen auch dringend benötigen, um unsere Demokratie lebendig zu halten, schmeißen wir nun einfach weg und entwerten den Schreibprozess, indem wir ihn einfach an Computersysteme outsourcen, die weitestgehend durch US-amerikanische Tech-Faschisten betrieben werden? Das will mir nicht in den Kopf!

    Wenn ich es nicht ganz falsch beurteile, stolpern wir gerade in die nächste selbstgestellte Falle: Wir nutzen komplett gedankenlos eine Technologie, die wir nicht im Ansatz verstanden haben. Das Beispiel der Social-Media-Oligopole, an deren Nadeln wir nahezu alle hängen, hätte uns zu etwas mehr Vorsicht mahnen können. Stattdessen delirieren ganz unterschiedliche Akteur:innen in nahezu allen gesellschaftlichen Bereichen von den Segnungen der ach so praktischen LLMs. Gegen die Abhängigkeit, die wir dort entwickeln, ist die von russischem Gas oder von US-amerikanischer Sicherheitstechnologie wirklich nur ein „Fliegenschiss“.

  • Blogs und Social Media: Warum Schlagzeilen und Hooks für „die KI“ wieder prägnanter werden sollten

    Blogs und Social Media: Warum Schlagzeilen und Hooks für „die KI“ wieder prägnanter werden sollten

    Das Wichtigste steht im ersten Satz!“ Viel mehr – neben diversen anderen „Kleinigkeiten“! – müssen journalistisch Tätige nicht wissen, um korrekt aufgebaute News-Artikel zu verfassen. So habe ich es in meinem Redaktionsvolontariat gelernt. Damals war von Blogs, Social Media, Content-Marketing, SEO, GEO, ChatGPT, Claude AI und LLMs ganz allgemein natürlich noch keine Rede. Getextet wurde für Print – alles andere war unvorstellbar.

    Als ich den ersten Satz für diesen Blog-Artikel schrieb, hörte ich in meinem Innern bereits das amüsierte Hüsteln Social-Media-affiner Leserinnen und Leser. Auf LinkedIn oder Instagram wäre es fahrlässig, diese Maxime zu befolgen. Natürlich enthält der erste Satz, in der einschlägig bewanderten Szene „Hook“ genannt, – oder gar die Überschrift – nicht die eigentlich relevante Information. Stattdessen ist die namensgebende Funktion der Hook, das Interesse der Lesenden zu angeln und sie somit möglichst lange im Text zu halten. Der komplette Informationsgehalt des langen Beitrags aka Longform-Content wird sich dann – im besten Fall! – ganz am Ende erschließen.

    LinkedIn liebt es: lange Lesezeit = gutes Ranking

    Warum mit möglichst aufsehenerregenden Hooks und weiteren „Cliffhangern“ gearbeitet wird, können wir am Beispiel des LinkedIn-Algorithmus veranschaulichen. Dieser bewertet Postings als relevanter und spielt sie häufiger aus, wenn der Faktor „Dwell Time“ möglichst hoch ist. Gemeint ist damit die Zeit, in der die Nutzenden einen Artikel betrachten – zunächst im Feed und dann noch einmal nach dem Klick auf „mehr“. Je länger Lesende bei einem Posting verweilen, umso besser das Ranking. Die Hashmeta-Agenturgruppe aus Singapur erklärt den LinkedIn-„Algo“ sehr anschaulich. Das bedeutet mit anderen Worten: Stünde die eigentlich wichtige Information bereits in Satz 1 oder Satz 3, wäre dies kontraproduktiv. Das Informationsinteresse der Nutzenden wäre befriedigt, und sie scrollen weiter. Deswegen heißt es in typischen Social-Media-Postings auch: „Dieser Promi äußert sich erstmals zum Geschehen XY“ und nicht „Max Müller sagt, dass ihn Geschehen XY nicht interessiert“.

    In der Welt der Blogs übernimmt die Überschrift die Funktion der Hook. Soweit, so wenig überraschend. Schlagzeilen sollten schon immer Interesse erzeugen. Nur folgt in der Zeit des Longform-Contents eben nicht die schnelle Befriedigung des Informationsinteresses. Wer den Kern eines Blog-Artikels erfassen möchte, sollte sich durchaus 8 000 oder noch mehr Zeichen Zeit nehmen.

    Warum Blogs wieder wichtiger werden

    Vor diesem Hintergrund verstehen wir, dass der Titel dieses lesenswerten Artikels von Udo Raaf nicht wörtlich gemeint ist: „Blogs sind tot: Warum Blogs heute nicht mehr funktionieren“. Er verkündet nämlich gar nicht das Ende von Unternehmensblogs, sondern deren Funktionswandel. Demnach fungierten Blogs heutzutage als Sammelstelle für SEO-Texte, ihre Kommunikations- und Interaktionsfunktion hätten sie weitgehend zulasten von Instagram, LinkedIn & Co. eingebüßt.

    Tatsächlich sind Social-Media-Accounts immer wichtiger geworden. Kein Unternehmen und keine Marketingperson kommt ohne aus. Immer mehr Nutzwert-Content hat sich, wie Raaf es beschreibt, auf LinkedIn verlagert – als Beitrag, um schnelle Sichtbarkeit zu erzeugen, und als Artikel für Longform-Content, der wiederum mit knackigen Beiträgen beworben wird.

    Trotzdem sind Blogs nicht verschwunden, und zwar aus guten Gründen, von denen Corporate-Blog-Expertin Meike Leopold einige nennt: Blogs gehören denen, die sie aufsetzen – das passende Stichwort heißt „Owned Media“. Hier bestimmen wir selbst die Regeln und die Inhalte und sind von den großen Plattformen unabhängig. Anders als Social-Media-Plattformen ermöglichen Blogs es Unternehmen, Nutzwert-Informationen mit Mehrwert zu komplexen Sachverhalten oder Produkten bereitzustellen. Da Google das Internet auch nach vertrauenswürdiger Fachexpertise durchsucht, schlägt sich gut gepflegter, fachlich hochwertiger Blog-Content auch in guten Platzierungen in Suchtrefferlisten und in KI-Zusammenfassungen nieder.

    LLMs mögen vertrauenswürdigen, hilfreichen Content

    „Die KI“ – korrekter: LLMs (Large Language Models) – ist es auch, die die Renaissance der Blogs befeuert. Immer häufiger suchen wir nach Informationen direkt per ChatGPT, Perplexity, Gemini, Claude etc. Laut ARD/ZDF-Medienstudie 2025 nutzen durchschnittlich 22 Prozent der Menschen mindestens einmal pro Woche einen KI-Dienst, bei den 14- bis 29-Jährigen sind es sogar 59 Prozent. Tendenz: steigend. Selbst, wenn wir „klassisch“ mit Google oder Bing suchen, erhalten wir meist oben auf der Trefferseite KI-generierte Antworten.

    LLMs bewerten die Reputation von Informationsangeboten anders als herkömmliche Suchmaschinen. Kurz gesagt: LLMs interessiert nicht, wie oft bestimmte Phrasen in einem Text auftauchen und ob es auch ausreichend ausgehende Links auf ähnliche Themen gibt. Vielmehr analysieren sie, ausgehend von der im Anfrage-Prompt formulierten Anforderung, ob ein Website-Inhalt eine vertrauenswürdige, hilfreiche Antwort darstellt oder eben nicht. Gewonnen haben also die Websites, die gut strukturierte und auffindbare, vertrauenswürdige und hochwertige Inhalte für mögliche LLM-Prompts bereitstellen. Erfüllen sie diese Anforderungen, tauchen Ausschnitte der Inhalte in KI-Antworten auf. Nutzende müssen keine Links mehr anklicken, sondern sehen sie gleich unter ihrer Anfrage. Diesen Mechanismus beschreibt unter anderem dieser Blogbeitrag der Agentur Conpublica sehr anschaulich.

    SEO geht zunehmend in GEO auf

    Für Fans von (Corporate) Blogs ist das eine gute Nachricht! Inhaltlich hochwertiger, relevanter und prägnanter Longform-Content wird wieder wichtiger. Als Verfassende müssen wir Blog-Artikel nicht mehr auf dem SEO-Altar hemmungslos aufblasen und die Lesenden mit reißerischen Überschriften und Cliffhangern motivieren, bis zum fernen Textende durchzuhalten. SEO (Search Engine Optimization) geht zunehmend in GEO (Generative Engine Optimization), der LLM-Optimierung, auf. LLMs lieben zwar auch Longform-Content, besonders achten sie aber auf den Informationskontext, Storytelling, valide Daten und die Expertise der Verfassenden.

    Glaubt man den Daten der Orbit Media Studios aus Chicago aus einer Online-Umfrage von 2025 unter 808 Content-Marketern, führen diese Trends bereits zu kürzeren Blogtext-Längen. Es trauen sich demnach wieder mehr Bloggende, Artikel zu veröffentlichen, die „nur“ 500 bis 1 000 Wörter lang sind (wie dieser Beitrag). Erreichten 2016 noch über 60 Prozent der Artikel diesen Durchschnittsumfang, sank der Wert auf rund 30 Prozent – zugleich stieg der Anteil der längeren Texte kontinuierlich an. Nun kletterte die Quote der Texte ab 500 Zeichen wieder auf immerhin 32 Prozent, und 34 Prozent der Autorinnen und Autoren veröffentlichen Artikel mit einer durchschnittlichen Länge zwischen 1 000 und 1 500 Wörtern.

    Was bedeutet all dies für die eingangs ins Spiel gebrachte Hook? Vielleicht angeln wir künftig nach der Aufmerksamkeit der LLMs und bieten diesen mit prägnanten Hinweisen tollen Content an. Ganz vielleicht steht dann auch wieder das Wichtigste im ersten Satz. Man wird ja noch träumen dürfen!

  • Schrägstrich, Punkt, Unterstrich, Sternchen: Sag, wie hältst Du es mit dem Gendern?

    Schrägstrich, Punkt, Unterstrich, Sternchen: Sag, wie hältst Du es mit dem Gendern?

    In den 1990er-Jahren verbrachte ich in meiner Heimatstadt Vlotho viel Zeit in meinem Stammcafé, dem Café Klatsch. Diese, im Jahr 2000 geschlossene Institution der lokalen grün-alternativen Szene verfügte über ein Gästebuch. Darin wurden die Besuchenden mit der Formulierung „Liebe GästInnen“ angesprochen. Das fand ich damals lustig, ironisch und ein wenig irritierend.

    Damit sind wir beim Thema „Gendern“ angelangt. Wenn man darauf im Lichte des aktuellen, rechtspopulistischen Diskurses gegen die „woke, links-grün-versiffte Gender-Ideologie“ schaut, drängt sich der Eindruck auf, es sei ein neues und vor allem total gefährliches Phänomen, das es in den „guten alten Zeiten“ niemals gegeben hätte, weil die Menschen damals noch vernünftig waren und den gesunden Menschenverstand benutzten.

    Auf geschlechtergerechtes Schreiben wurde schon im Mittelalter geachtet

    Das klingt fast zu schön, um wahr zu sein – weil es eben auch nicht stimmt! Kommen wir zur eingangs erwähnten „Gästin“ (ohne Binnen-I) zurück. Ich wurde journalistisch-sprachlich wesentlich sozialisiert durch meinen Ausbildungsredakteur im Redaktionsvolontariat. Dieser war – ich übertreibe nicht! – ein radikaler Gegner des Genderns und lehnte vor allem das Binnen-I militant ab. Dass er vielleicht etwas einseitig auf diese Materie blickte, ahnte ich schnell. Unter anderem kam ich ins Grübeln, als ich feststellte, dass die „Gästin“ einen regulären Eintrag im Duden hat.

    Wieder aufgefrischt wurde meine Faszination für die weibliche Form des Gastes durch einen LinkedIn-Beitrag von Eva Charlotte Kemper, in dem sie sich kritisch mit der Gästin als solcher auseinandersetzte. In einem Kommentar zu dem Beitrag verlinkte ich ein YouTube-Video, das ein Interview mit Katia Mann von 1969 zeigte, in dem sie ganz selbstverständlich von einer „Kurgästin“ sprach. Weitere Kommentierende hatten bereits angemerkt, dass die Gästin schon im Mittelalter als normale Bezeichnung für weibliche Gäste auftauchte. Das zeigt exemplarisch das Grimm’sche Wörterbuch.

    Während es also bereits im Mittelalter „geschlechtersensible“ Schreibweise – vulgo: Gendern – gab, scheint die Aufregung darüber eher neueren Datums zu sein. Menschen meines Alters begleitet die Diskussion, wie man Sprache gestaltet, damit Frauen nicht nur „mitgemeint“ sind, jedenfalls durch ihr ganzes Leben.

    Als das „phallische“ Binnen-I der große Aufreger war

    Gehen wir noch einmal einen Schritt zurück. Im Gästebuch meines damaligen Stammcafés fand sich die Schreibweise „GästInnen“. Damit nahmen die damaligen BetreiberInnen das Binnen-I auf, das in Deutschland durch die damals linksalternative „tageszeitung“ (taz) populär wurde. Erfunden hat das Berliner Blatt diese Schreibweise, die es mittlerweile selbst kaum noch verwendet – im Kreis der Autorinnen und Autoren wurde dem großen I schon vor fast 20 Jahren sogar etwas Phallisches unterstellt –, indes nicht.

    Die „Credits“ dafür darf für die journalistische Landschaft laut Oliver Tolmein, der das Binnen-I bei der taz mit einführte, die Schweizer „Wochenzeitung“ (WOZ) beanspruchen, die es 1983 einführte. Das Goethe-Institut weiß hingegen vom Journalisten Christoph Busch, der schon zwei Jahre zuvor in einem Buch über freie Radios das große I verwendete.

    Eine frühe Spur der Binnenmajuskel-Gendern-Variante führt also in die Eidgenossenschaft. In diesem Sprachraum, der kein „ß“ kennt, beschäftigen sich die Menschen, so scheint es, intensiv mit der Herausforderung, wie Männlein, Weiblein und alles dazwischen und darüber hinaus in der Sprache repräsentiert werden können. Dementsprechend sei an dieser Stelle dieser kompakte Überblick des Schweizerischen Rundfunks (SRF) über die Geschichte des sprachlichen Genderns empfohlen.

    Der SRF verortet den Anfang des modernen Genderns in den 1960er Jahren. Damals begannen Feministinnen, die weibliche Form mit dem Schrägstrich an den meist männlichen Wortstamm anzufügen. Aus dem Bürger wurde also der/die Bürger/in. Das Binnen-I war quasi als „Vereinfachung“ der Schrägstrich-Variante gedacht.

    Kritik an binären Gendervarianten von mehreren Seiten

    Sprachpuristinnen und Sprachpuristen bemängeln am Gendern immer wieder, dass es nicht mit der vorhandenen Grammatik kompatibel sei. Auf ein/e Bürger/in kann mensch sich schlecht beziehen. Manche Formen (wie etwa Gast und Gästin) lassen sich gar nicht schreiben, weil die Wortstämme verschieden sind. In diesen Fällen bevorzugen viele – auch ich neige dazu –, beide Geschlechterformen auszuschreiben (wie am Beginn des Absatzes geschehen) oder geschlechtsneutrale Formulierungen zu wählen. Auf diese Art geraten Teilnehmende oder Studierende in Texte hinein.

    Über die rein binären Geschlechterschreibweisen rollten die Zeitläufte hinweg. Ob es nun die queerfeministische Ecke oder wer auch immer gewesen ist: Bemängelt wird, dass Bürger/innen, BürgerInnen oder auch Bürgerinnen und Bürger (ein geschlechtsneutrales „Bürgende“ funktioniert in diesem Zusammenhang nunmal nicht) sich jeweils nur auf die männliche oder weibliche Form bezögen und somit alle, die ihre geschlechtliche Identität anders definieren, nicht mit einbezögen.

    Aus dieser Diagnose heraus entwickelten sich die Schreibweisen, die heutzutage so heftigen Widerstand hervorrufen. Gemeint sind natürlich der Gender-Gap (Bürger_in), das Gender-Sternchen (Bürger*in) und der Gender-Doppelpunkt (Bürger:in). Behauptet wird, dass diese Formen inklusiver seien. Das bezweifle ich. Es kann durchaus sein, dass interessierte Kreise nun auch Transpersonen oder sich nicht eindeutig Identifizierende in diesen Buchstabenkonstruktionen wiederfinden. Diese Formen sind aber aus einem anderen Blickwinkel heraus betrachtet gerade nicht inklusiv. Sie schließen Menschen mit einem eingeschränkten Leseverständnis aus. Berichtet wird auch davon, dass Screenreader, die sehbehinderten Menschen Texte vorlesen, weder mit Sternchen noch mit Gender-Gap gut umgehen können. Der Doppelpunkt werde hingegen korrekt interpretiert, sodass zwischen „Bürger“ und „in“ eine kurze Pause gesprochen werde.

    Geschlechtersensible Sprache entwickelt sich auch international weiter

    Gleichwohl sehe ich, dass Sprache sich weiterentwickelt. Das ist gut so. Von den modernen Gendern-Formen erscheint mir der Doppelpunkt als am logischsten. Tatsächlich werdet Ihr ihn auf dieser Internetseite bisweilen entdecken. Restlos überzeugt bin ich davon allerdings nicht. Das betrifft vor allem die Repräsentanz zusätzlicher Geschlechtsidentitäten. Nach meiner Einschätzung ist dieser Aspekt mit einer Grammatik, die nur männliche, weibliche und neutrale Formen bereitstellt, einfach nicht lösbar.

    Gendern ist eine auf die jeweilige Sprache beschränkte Herausforderung. Während Sprechende und Schreibende im deutschen Sprachraum den Eindruck haben müssen, an ihren Doppelpunkt-, Schrägstrich-, Sternchen- oder Unterstrichvorlieben entscheide sich der Weltfrieden, diskutieren Menschen in anderen Ländern ganz andere Zeichen. In spanisch- und auch portugiesischsprechenden Ländern kommen beispielsweise die Zeichen „-e“, „-x“ und sogar „-@“ zum Einsatz, um Geschlechterverweise inklusiver zu gestalten, schreibt die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb).

    Frankreich unterstellt die bpb noch, dass es dort keine vergleichbaren Formen gebe. Das stimmt so nicht. Hier weiß die Gesellschaft für deutsche Sprache mehr: Französinnen und Franzosen konstruieren geschlechtersensible Formulierungen mit dem Bundestrich oder dem Punkt. Die Bewohner dieses schönen Landes schreiben sich somit in der sogenannten „écriture inclusive“ wie folgt: Français.e.s.

    Diskussion ums Gendern ist noch lange nicht vorbei

    Sprechende und Schreibende haben also eine Vielzahl von Möglichkeiten, wie sie sich im Diskurs ums Gendern positionieren. Restlos befriedigend finde ich keine der Varianten. Es ist sehr wahrscheinlich, dass die Diskussion noch nicht an ihrem Ende angelangt ist. Das glaubt auch eine der renommiertesten feministischen Sprachwissenschaftlerinnen aus Deutschland. Luise Pusch weist deutlich darauf hin, dass die „modernen“ Formen des Genderns durchaus dazu führen können, dass Frauen einmal mehr aus der sprachlichen Sichtbarkeit gedrängt werden. Nötig seien ganz neue, eigenständige Sprachformen der Gender-Repräsentation. Wer sich dafür interessiert, sollte sich dieses Interview oder den Alles-gesagt-Podcast mit Luise Pusch zu Gemüte führen.

  • Newsletter im Marketing-Mix: Totgesagte leben länger

    Newsletter im Marketing-Mix: Totgesagte leben länger

    „Newsletter? Liest doch keiner mehr.“ Das behauptete kürzlich ein Kunde der Berliner PR-Kollegin Sybille Sterzer. Davon berichtete sie auf LinkedIn.

    Ich selbst nutze gar nicht so viele Newsletter. Vor allem bin ich ein dankbarer Leser von Nachrichten-Newslettern. So schaue ich etwa regelmäßig in die Mails von Rums und Übermedien. Im beruflichen Bereich interessieren mich einige Suchtpräventionsnewsletter. Diese lese ich jeweils zur Vorbereitung auf den LWL-KS-Newsletter, den ich seit über 20 Jahren schreibe. Wenige weitere Newsletter landen darüber hinaus in meiner Mailbox.

    Bedeutet meine Zurückhaltung, dass ich von diesem Teil des Marketing-Mix nicht restlos überzeugt wäre? Im Gegenteil: Ich glaube sogar, dass Newsletter zu den effektivsten Marketing-Instrumenten zählen.

    Newsletter sind wichtig. Das bestätigen aktuelle Daten. Zwei Drittel der Nutzenden von GMX- und web.de-Webmailangeboten empfingen im Jahr 2022 nach Daten vom United Internet, dem Betreiber der beiden Dienste, Newsletter. Drei Viertel aus dieser Gruppe lasen die abonnierten E-Mails auch. Über die Hälfte der insgesamt 922 Befragten lasen sogar mehrmals pro Woche Newsletter. Der Online-Marketing-Gigant OMR berichtete in einem – allerdings schon fünf Jahre alten – Artikel, dass damals gut ein Drittel der Deutschen mehr als zehn Newsletter pro Woche erhielten. 19 Prozent der Befragten hatten sogar mehr als 20 Newsletter abonniert.

    Verbraucher-Newsletter sind besonders beliebt

    Besonders beliebt sind gemäß der United-Internet-Studie Newsletter mit Verbraucherinformationen – also quasi Angebotsprospekte in E-Mail-Form. Drei Viertel der Newsletter-Lesenden hatten Infomails von Shops abonniert, 47 Prozent interessierten sich für News von Bonusprogrammen und Vergleichsportalen. Recht oft lösen diese Art von Newslettern Kaufimpulse aus. 36 Prozent der Empfängerinnen und Empfänger gaben an, schon mindestens einmal aus einem Newsletter heraus etwas bestellt zu haben. Es gibt aber auch eine weniger kommerzgetriebene Newsletterseite: Immerhin 50 Prozent der Umfrageteilnehmenden konsultierten auch redaktionelle Newsletter mit Nachrichten- oder Magazininhalten.

    Die Daten bestätigen also das Fazit der Autorin des bereits genannten OMR-Beitrags: „Der Mythos, dass Newsletter-Marketing tot sei, ist damit wohl widerlegt.“

    Vor 20 Jahren kam ich „einfach so“ zum Newsletter

    Ich selbst wurde übrigens „einfach so“ Newsletter-Redakteur. Es war keine bewusste Entscheidung nach sorgfältiger Datenanalyse. Direkt nach meinem Studium erhielt ich 2004 die Möglichkeit, am Newsletter der LWL-Koordinationsstelle Sucht mitzuarbeiten. Das ist nun über 20 Jahre her und hat meinen Weg geprägt. Ich schreibe nämlich immer noch sechs LWL-KS-Newsletter im Jahr.

    In dem mindestens 18-seitigen PDF-Dokument – eine Darreichungsform, die sich weiterhin bei der Klientel aus dem Kreis der westfälisch-lippischen Suchtpräventions- und Suchthilfefachkräfte großer Beliebtheit erfreut – berichten wir über Neuigkeiten in der Suchtpäventions und Suchthilfeszene, vor allem aber über interessante Fort- und Weiterbildungen und wegweisende Suchtpräventionsprojekte der LWL-KS. Der Lohn für die kontinuierliche Arbeit: Die Abozahlen für dieses Special-Interest-Angebot sind über die Jahre kontinuierlich nach oben geklettert.

    Schreibst Du erstmal einen Newsletter, kommen weitere hinterher. Ab 2006 war ich mehr als zehn Jahre lang Marketing- und PR-Koordinator des kleinen Mechatronikunternehmens Systec GmbH in Münster. Natürlich etablierten wir dort einen regelmäßig erscheinenden Unternehmensnewsletter und generierten damit direkte Kundenanfragen und Besuchsanfragen für unsere Messestände.

    Über die Jahre hinweg durfte ich meinen Referenzen weitere Newsletter hinzufügen. Beteiligt war ich einige Jahre lang am Newsletter des packaging journal, viele Jahre betreute ich den Newsletter der BaumesseE GmbH, und ich verfasse nach wie vor den ein oder anderen Vereinsnewsletter.

    Es kommt auf authentische Inhalte an

    So, wie ich in die Newsletter-Texterei – im Wesentlichen für B2B-Publikationen – „hineingerutscht“ bin, hat sich auch mein Zugang zu dieser Materie eher in einer pragmatischen Art und Weise entwickelt. Wer im Netz recherchiert, findet zahlreiche Informationen zur richtigen Content-Strategie. Meine Grundsätze in dieser Hinsicht orientieren sich am Machbaren und sind klar und einfach: Es kommt auf echte, authentische Inhalte an, die für die potenziellen Lesenden relevant sind. Im B2B haben wir den Vorteil, dass wir den Nutzendenkreis mehr oder weniger konkret benennen können. Das erleichtert es, Inhalte auszuwählen, die die Empfängerinnen und Empfänger tatsächlich interessieren.

    Wichtig ist auf jeden Fall, dass wir ehrlich bleiben. Wenn wir Neuigkeiten versprechen, sollten diese – das ist nicht immer selbstverständlich! – auch wirklich Neuigkeitswert haben. Dementsprechend sollte Wissens-Content für die Zielgruppe relevant sein.

    Gerade authentische B2B-Newsletter mit relevanten Inhalten bieten Unternehmen die Chance, sich kompetent und nahbar zu präsentieren. Wobei ich immer wieder zufrieden registriere, dass von mir getextete Newsletter Öffnungsraten von über 50 Prozent und Klickraten von über fünf oder sogar zehn Prozent erreicht haben. Der Erfolg eines Newsletters entscheidet sich nicht nur anhand der Öffnungs- und Klickraten. Es geht auch darum, dass sich die Abonnierenden schon auf die nächste Ausgabe freuen. Im besten Fall bildet sich sogar um den Newsletter herum eine aktive Community.

    Lauft nicht pauschalen Vorgaben hinterher!

    Trotz meiner vorherigen Ausführungen sind Öffnungs- und Klickraten natürlich wichtige KPIs für Newsletter. Ab welchen Werten ein Newsletter erfolgreich ist oder nicht, hängt aber sehr von der Branche und der Zielgruppe ab.

    Anstatt pauschalen Zahlen hinterherzuhecheln, solltet Ihr für Euch klare Kriterien definieren, was und wen Ihr mit Eurem Newsletter erreichen möchtet. Schreibt Ihr für die Endkunden eines Versandhandels, erwartet Ihr sicher messbare Effekte beim Produktabsatz und der Produktnachfrage. Bei Newslettern für die Kunden eines Maschinenbauunternehmens geht es vermutlich eher um Vertrauensaufbau und Vertriebsunterstützung.

    So habe ich es tatsächlich im bereits genannten Mechatronikunternehmen erlebt. Dort meldete der Vertriebler zurück, dass sie sich im Kundengespräch viele Erklärungen sparen konnten, weil die Interessenten davon bereits im Newsletter gelesen hatten. Ein schönes Kompliment 🙂

    Also keine Zahlen? Einige KPI-Richtwerte können wir doch nennen. Mit einer Öffnungsrate von etwa einem Viertel der Empfängerinnen und Empfänger dürfe man zufrieden sein, meint beispielsweise Sybille Sterzer. Dementsprechend gelten auch Klickraten von drei Prozent als ganz beachtlich.

    Diese Angaben bestätigt der „E-Mail-Marketing-Benchmark 2026“ der E-Mail-Marketing-Plattform Inxmail. Die durchschnittliche Öffnungsrate lag demnach bei 24,1 Prozent, die Klickrate bei 3,3 Prozent und die effektive Klickrate – also die Quote derer, die einen Newsletter geöffnet und auch auf einen Link geklickt haben – bei 14,8 Prozent.

    Inxmail-Mitbewerber Brevo gibt etwas höhere Werte an. Laut seinem „Brevo Marketing Benchmark 2025“ lag die durchschnittliche Öffnungsrate in Deutschland bei 36,14 Prozent und die Klickrate bei 5,45 Prozent.

    Besonders gut „klicken“ übrigens Kultur-Newsletter. Das bestätigen sowohl die Untersuchung von Inxmail als auch die von Brevo.

    Newsletter sind Vertrauensaufbau

    Newsletter sind toll! Das sage ich nicht nur, weil ich sie liebend gern verfasse. Tatsächlich sind Newsletter, das dürfte deutlich geworden sein, gerade im B2B-Geschäft gut zur effektiven und direkten Kommunikation mit (potenziellen) Kundinnen und Kunden geeignet.

    Eines sind Newsletter aber sicher nicht: Wundermittel, die schnell Eure Verkäufe ankurbeln. Sybille Sterzer fasst es treffend zusammen: „Newsletter ist Vertrauensaufbau. Manchmal dauert es Jahre, bis jemand die hochpreisigen Angebote kauft.“

    Die Mühe lohnt sich aber: Denn Newsletter „gehören“ Euch. Ihr verfasst und verschickt sie über Eure eigene Infrastruktur an Empfängerinnen und Empfänger, die eine Beziehung zu Eurem Unternehmen haben. Das bietet Euch die Gelegenheit, besser mit Euren Botschaften anzukommen.

    Natürlich solltet Ihr den Newsletter einbetten in einen Mix aus anderen Marketingaktivitäten. Denkt beispielsweise darüber nach, den Newsletter mit Euren Social-Media-Kanälen zu verknüpfen. So könnt Ihr etwa Inhalte auf LinkedIn oder Instagram anteasern und die Nutzenden so auf Euren Newsletter leiten. Auch könnt Ihr eine alternative, kürzere Version als LinkedIn-Artikel verfassen und den „Longread“ im Newsletter anbieten. Oder Ihr teasert Content im Newsletter an, um von dort auf die komplette Story in Eurem Unternehmensblog zu verlinken.

  • Viel einfacher als gedacht: neues Template für die Autorenprofilseite in WordPress erstellen

    Viel einfacher als gedacht: neues Template für die Autorenprofilseite in WordPress erstellen

    Heute habe ich mich ein wenig mit meiner Homepage beschäftigt. Diese habe ich bewusst einfach gehalten und auf der Basis des WordPress-Standard-Themes Twentytwentyfive aufgebaut. Vor allem beschäftigte ich mich damit, meinen Blog-Beiträgen Autoreninformationen hinzuzufügen. Das ist mir auch gelungen, wie Ihr beim Blick ans Ende dieses Beitrags feststellen werdet. Dort befindet sich nun eine kleine Autorenbox. Mir gefällt’s einstweilen.

    Während ich an dieser Aufgabe herumtüftelte, fiel mir noch auf, dass es ja Autorenprofilseiten gibt. Klickt einfach mal unter dem Beitrag auf meinen Namen oder macht dasselbe bei meinem Namen im Titel der Autorenbox. Dann landet Ihr auf meiner Profilseite. Diese listet im Wesentlichen die von mir verfassten Blog-Beiträge auf.

    Standardeinstellung lieferte viel zu viel Text

    Und da begann das Problem: In der Standardeinstellung listete die Autorenprofilseite stumpf all meine Beiträge untereinander im Volltext auf. Das ist bereits jetzt eine Menge Holz, und es wird noch mehr werden, versprochen. Mir schwebte hingegen eine einfache Übersicht mit Beitragstiteln, kurzen Textauszügen und eventuell dem Beitragsbild vor.

    Auf der Suche nach einer Lösung für meine Aufgabe googelte ich logischerweise. Es kam, wie es immer kommt, wenn Google Lösungshinweise für WordPress-Herausforderungen anbietet: Entweder finden sich Beiträge von Nerds, die zu umfassenden Änderungen im Quellcode des Themes – bzw. dem Child-Theme, ein solches nutze ich natürlich auch für meine Modifikationen an Twentytwentyfive – vorschlagen, oder es wird auf praktische Plugins verwiesen (so etwa hier, hier und hier).

    Bei vielen WordPress-Plugins bin ich eher skeptisch

    Ich bin, was WordPress-Plugins angeht, ein wenig skeptisch. Meine Erfahrung ist, dass sie oft Basisfunktionalitäten anbieten und für alles, was den Nutzenden wirklich Gestaltungsspielraum verschaffen würde, die Bezahlschranke herunterklappen lassen. Das ist auch der Grund, warum ich möglichst viel auf dieser Homepage mit den Fähigkeiten des Standard-WordPress und des „TT5“-Themes erledigen möchte.

    Ich probierte dies und jenes aus der Menge der vorgeschlagenen „manuellen“ Lösungen aus. Zielführend war nichts davon. Die Lösung war dann viel einfacher als gedacht. Denn bei einem Block-orientierten Theme wie TT5 könnt Ihr recht einfach Templates und Inhaltselement-Vorlagen selbst erstellen. Im Detail gehe ich darauf hier nicht ein. Gewisse Grundkenntnisse solltet Ihr bereits haben. Das grundsätzliche Vorgehen schildere ich aber in den folgenden Absätzen.

    Twentytwentyfive bringt die wichtigen Templates schon mit

    Wordpress-Übersichtsseite aller vorhandenen Templates

    Wenn Ihr im WordPress-Backend den Menüpunkt „Design-Editor“ aufruft, könnt Ihr auf der dann erscheinenden Seite ins Template-Menü wechseln. Es erscheint eine Übersicht aller im Theme vorhandenen Templates samt Voransicht. Im Klartext seht Ihr hier Musterseiten für verschiedene WordPress-Beitrags- und Seitentypen wie etwa die Übersicht der Blog-Startseite, eine typische Inhaltsseite, die Trefferseite für Suchen aller Art und einiges mehr.

    Auf dieser Seite seht Ihr rechts oben den Button „Template hinzufügen“. Diesen habe ich dann einfach angeklickt, und war der Erfüllung meiner Wünsche auf einmal ganz nah.

    Dann erscheint nämlich ein Popup, das Euch anbietet, Templates für bestimmte Zwecke neu zu erstellen. Eine der Auswahloptionen ist „Autoren-Archive“. Dies war genau das, was ich suchte, also wählte ich dieses Angebot. Es erscheint noch ein Hinweis, dass das Template nur für die Autorenprofilseite verwendet werden wird, also genau das, was ich wollte, und schon öffnet sich die Bearbeitungsansicht einer Block-orientierten Seite.

    Vorhandenes Template fürs Autorenprofil nur leicht ändern

    Diese Ansicht seht Ihr oben im Beitragsbild. Vorausgefüllt ist das neue Template bereits mit sinnvollem Standardinhalt, der sich in diesem Fall als der Inhalt des Templates erwies, das bereits die Autorenprofilseite mit den Beitrags-Volltextansichten anzeigt. Dieses musste ich nun nur noch anpassen.

    Das geht ganz leicht, wenn Ihr die Listenansicht der einzelnen Blog-Elemente öffnet, die nicht erwünschten Elemente entfernt und per Drag & Drop neue einfügt. Probiert es einfach aus. Es ist gar nicht schwer. Mit Gruppen- und Spalten-Elementen könnt Ihr das Layout gestalten und dort hinein dann weitere inhaltlich relevante Blöcke einfügen. Die wesentliche Änderung, die ich vornahm, war der Austausch des Beitragsinhalts-Blocks durch ein Textauszug-Element.

    Dann reduzierte ich noch die Schriftgrößen und die Dimensionen des Beitragsbildes – die entsprechenden Kontextmenüs werden in der rechten Seitenleiste angezeigt –, setzte Bild- und Textinformationen in zwei Spalten, und das war’s im Wesentlichen. Das ein oder andere Mal kontrollierte ich das Ergebnis im Browser, dann war ich vorerst zufrieden.

    Alles in allem ist es also gar nicht schwer, typische Templates im WordPress-Theme Twentytwentyfive anzupassen. Und zwar ganz ohne Coden und neu zu installierende Templates.

  • Kommunalpolitik auf Social Media: „Das crazy“ oder eher „six seven“?

    Kommunalpolitik auf Social Media: „Das crazy“ oder eher „six seven“?

    Aufmerksame Besucherinnen und Besucher dieser Homepage wissen es: Das ostwestfälische Vlotho ist meine Heimat, und deshalb verfolge ich auch die Kommunalpolitik der Kleinstadt an der Weser gründlich. Der dortige Bürgermeister Rocco Wilken schaffte es 2023 mit einer besonderen Social-Media-Aktion in die Medien. In voller Montur sprang das Stadtoberhaupt zum Start der Sommerferien im örtlichen Freibad vom Drei-Meter-Sprungbrett. Auch in den folgenden Jahren wiederholte er diese Aktion.

    Bekleidet badender Bürgermeister wurde zum Hit

    Mit dieser ungewöhnlichen Aktion erntete Rocco Wilken viel Aufmerksamkeit. Noch mit dem hier eingeblendeten Reel, das zwei Jahre nach seinem ersten Anzug-Dreier-Sprung entstand, sammelte er fast 5 000 Likes und 63 Kommentierungen ein. Sowohl auf seinem eigenen Account als auch auf dem der Stadt Vlotho, der das Reel damals ebenfalls sendete, liegen die Like-Zahlen sonst eher im niedrigen dreistelligen Bereich.

    Selbstverständlich nahmen sich weitere Kommunalpolitiker ein Beispiel an Rocco Wilken. Im Jahr 2024 sprang etwa der Bürgermeister aus Havixbeck, einer westlichen Nachbarstadt meines Wohnortes Münster, mit einem formvollendeten „Köpper“ vom Dreier. Vlothos Verwaltungschef hatte eine amtliche „Arschbombe“ bevorzugt.

    An Social Media kommen Kommunalpolitikerinnen und Kommunalpolitiker nicht mehr vorbei, wenn sie wahrgenommen werden wollen. Das ist klar. Immerhin erreichen sie damit vorwiegend junge Nutzerinnen und Nutzer, die weder die örtliche Tageszeitung lesen, noch über etablierte Formen wie etwa Bürgerversammlungen, Vereinsaktivitäten oder Infostände in der Innenstadt erreichbar wären.

    Junge informieren sich auf Social Media

    Wie stark junge Menschen auch politische Informationen über Social Media konsumieren, ist der Studie „How to Sell Democracy Online (Fast)“ zu entnehmen, die das Progressive Zentrum, die Bertelsmann-Stiftung und die Stiftung Mercator im September 2025 vorgelegt haben:

    „74 Prozent der 16- bis 27-Jährigen nehmen politische Informationen über Social Media auf, noch vor Schule (60 %), Familie (58 %), Freundeskreis (54 %) sowie den klassische[n] Medien wie Zeitung oder Fernsehen (46 %).“

    Kommunalpolitische Accounts: von staubtrocken bis bemüht hipp

    Es liegt nahe, dass Stadtspitzen wie auch Ratsmitglieder und kommunale Parteien Social Media nutzen, um sich direkt an ihre potenziellen Unterstützenden zu wenden. Wie diese Kommunikationsaktivitäten dann konkret umgesetzt werden, hängt sehr vom Einzelfall ab. Manche Instagram-Feeds kommunaler Würdenträger fallen eher staubtrocken aus. Andere Amtsinhaberinnen und -inhaber glänzen dagegen mit kreativen Einfällen und beeindrucken mit einem eher lockeren Tonfall.

    Im Extremfall kommen dabei dann Ergebnisse heraus wie der, den das Portal „eGovernment. Verwaltung digital“ aus dem TikTok-Feed der Osnabrücker Oberbürgermeisterin Katharina Pötter zitiert: „Wir sind no cap eine Stadt mit viel Plus-Aura“. Im Feed auf dem Video-Portal der niedersächsischen Kommunalpolitikerin findet sich demnach auch der „Klassiker“ eines jeden hippen Social-Media-Feeds: Das für Interviews nötige, externe Mikrofon wird an ein „lustiges“ Utensil geklebt. In diesem Fall handelt es sich um einen Pfannenwender.

    Erfolgreiche Social-Media-Kommunikation ist interaktiv

    Das eGovernment-Portal bringt in seinem Bericht noch weitere Beispiele, die zeigen, dass auch die Kommunalpolitik oft den gleichen Social-Media-Marketing-Regeln folgt wie viele Unternehmen und Privatnutzende. Es werden jeweils die aktuellen Trends auf TikTok, Instagram & Co. gesichtet und dann gegebenenfalls kopiert. Davon erhoffen sich die sozialmedial aktiven, kommunalpolitisch Öffentlichkeitsarbeitenden mehr Sichtbarkeit in den Algorithmus-gesteuerten Social-Media-Diensten. Viele Likes werden gern genommen, wichtiger sind allerdings Interaktionen wie etwa Reposts und Kommentare, erklärt unter anderem diese Hannoveraner Social-Media-Agentur.

    Im Streben danach, auf den jeweils aktuellen Trend aufzuspringen und die Content-Konsumgewohnheiten der jungen Zielgruppe zu treffen, können dann schon mal Zeichentrickkrokodile durch einen Beitrag laufen. Dieses Beispiel nennt eGovernment für einen Bürgermeister aus der Region Hannover. Daran schließt das Portal die berechtigte Frage an:

    „Eine Kernfrage ist: Wie unseriös darf ein Bürgermeister sein?“

    Nahbar und authentisch kommunizieren und nicht beliebig werden

    Dieses Dilemma muss nach meiner Meinung tatsächlich gelöst werden. Aktive aus der Kommunalpolitik müssen einen Spagat bewältigen. Sie dürfen auf ihren Social-Media-Accounts nicht wie distanzierte und humorlose Technokraten wirken. Stattdessen wollen sie sympathisch und nahbar rüberkommen. Die Studienleiterin der genannten Studie „How to sell Democracy Online (Fast)“, Paulina Fröhlich, bringt die sprachlich-inhaltlichen Anforderungen laut tagesschau.de auf die folgende Formel. Zu achten sei:

    „[a]uf ein authentisches Profil, auf eine verständliche Sprache, auf Themen, die wirklich mit der Lebensrealität von jungen Leuten auch zu tun haben.”

    Verwechselt werden dürfen diese Maßgaben allerdings nicht mit inhaltlicher Beliebigkeit und dem Anbiedern an die junge Zielgruppe. Laut Fröhlich spreche nichts dagegen, Inhalte unterhaltsam aufzubereiten. Von Tanzen und lustigen Filtern rät sie Politikerinnen und Politikern aber ab. Politischer Instagram- oder TikTok-Content solle sich, so die Studienergebnisse, auf die Lebenswirklichkeit Jugendlicher und Heranwachsender beziehen, alltagsnah sein und nicht abstrakt klingen.

    Wer in der Kommunalpolitik aktiv ist und über das Thema Social Media nachdenkt, sollte sich also vornehmen, ehrlich und authentisch zu wirken, aber nicht aufgesetzt Jugendsprache nachzuahmen. Wie auch grundsätzlich bei der Kommunikation von Behörden gilt auch in diesem Fall: Ja, der oder die Politiker:in ist sicher ein total sympathischer Mensch und darf sich gern nahbar geben. Bedenken sollte er oder sie aber auch, dass es eine Diskrepanz zwischen einem allzu lockeren Auftreten auf Instagram oder TikTok und der sonstigen öffentlichen Wirkung geben könnte. Wenn Politiktreibende beispielsweise Zwangsmaßnahmen gegenüber den Bürgerinnen und Bürgern vertreten müssen oder diesen beantragte Zuschüsse nicht bewilligen können oder wollen, hilft ihnen auch das hippste Auftreten auf Social Media nichts.

    Informieren, erklären, einordnen und Feedback einholen

    Was ihnen allerdings weiterhilft, ist, die sozialen Medien für Informationen und Erklärungen zu nutzen. Dort haben sie die Chance, mit den von einer Entscheidung Betroffenen in echte Gespräche zu kommen, sie frühzeitig zu informieren, die eigene Position zu verdeutlichen und etwaige Handlungsoptionen darzustellen – und zwar schnell und direkt. Neben vielen weiteren Vorteilen gehören diese Aspekte zu den wesentlichen Funktionen der Social-Media-Kommunikation in der Kommunalpolitik. Der Deutsche Städtetag hat dazu im Januar des vorigen Jahres ein lesenswertes Positionspapier herausgegeben.

    Sollten Kommunalpolitiker:innen bis zu dieser Stelle mitgelesen haben, sollten sie sich aufgerufen fühlen – falls noch nicht geschehen –, ihre eigene Social-Media-Kommunikation aufzubauen. Dazu benötigen sie natürlich eine Idee, was sie fortan veröffentlichen wollen. Und sie sollten auch dringend darüber nachdenken, wer zu ihrer Zielgruppe gehört. Wer Rentner:innen erreichen möchte, ist sicher auf Facebook an der besseren Adresse als auf TikTok. Für Angehörige der Generation Z gilt das Umgekehrte.

    Diese drei Content-Typen führen zum Erfolg

    Sind die Kanäle und die Zielgruppe bestimmt, kommt das Wichtigste: die Inhalte. Grob lassen sich drei Typen von Content unterscheiden, fasst das Aktionsprogramm Kommune „Frauen in die Politik!“ zusammen: bildende und unterhaltende Posts sowie Blicke hinter die Kulissen. Instagram, Facebook oder TikTok sind also gut dazu geeignet, die Nutzenden auch einmal mit auf Ausflüge ins heimische Büro, zum Wahlplakate-Kleben etc. zu nehmen. Genauso ist es möglich, dem leckeren Kuchen, den es bei der Landfrauenversammlung gab, die große Bühne zu bereiten.

    Was auf Eurem kommunalpolitischen Social-Media-Kanal allerdings nichts verloren hat, ist die lieblos gespiegelte Pressemitteilung des Kreisverbandes Eurer Partei, möglicherweise noch mit einem knackigen „Genauso ist es!“ angereichert. Nutzt stattdessen die Möglichkeit und erklärt, was damit gemeint ist und was die Auswirkungen des geschilderten Sachverhaltes für die Bürgerinnen und Bürger sind. Fragt nach der Meinung Eurer Folgenden und geht auf die Antworten ein. Das könnt Ihr schriftlich machen, oder Ihr nehmt einfach das Smartphone und filmt Euch beim Spazierengehen, während Ihr Euer Statement einsprecht. So macht Ihr Eure kommunalpolitische Arbeit transparent und sammelt zugleich noch „Punkte“ für den Algorithmus der jeweiligen Plattform.

    Falls Ihr übrigens Unterstützung für Eure Social-Media-Kommunikation benötigt, fragt doch einfach mich! 🙂

  • Fotos an meinen liebsten Plätzen in Vlotho

    Fotos an meinen liebsten Plätzen in Vlotho

    Am Samstag war ich mal wieder in Vlotho. Die Stadt an der Weser betrachte ich als meine Heimatstadt. Dort lebt meine Familie, dort besuche ich immer wieder Freunde. Obwohl ich seit 1996 in Münster wohne, fühle ich mich nach wie vor in Vlotho wohler.

    Genutzt habe ich den Aufenthalt, um neue Porträtfotos von mir anfertigen zu lassen. Diese hat die liebe Heike Begemann-Dröge gemacht. Schaut Euch auf dieser Seite um. Sie sind gut geworden, oder?

    Fotos aus Vlotho auf der Homepage des PR-Texters aus Münster?

    Diese Seite ist ja vor allem auch eine berufliche. Meine Karriere als Redakteur und PR-Texter spielt und spielte sich im Wesentlichen in Münster ab. Warum also packe ich nun ausschließlich Bilder von mir darauf, die mich an einem ganz anderen Ort zeigen?

    Der Grund könnte der folgende sein: Ihr – und idealerweise auch einige neue Kundinnen und Kunden – sollt mich auf meiner Internetseite besser kennenlernen. Meine Kompetenzen sollen sichtbar werden, schließlich bin ich ein begeisterter Texter und seit Jahren und Jahrzehnten im Bereich Marketing und PR aktiv. Natürlich möchte ich auch einen Einblick in meine Persönlichkeit bieten.

    Die beste Voraussetzung dafür, dass diese Ziele erreicht werden, sind authentische Bilder. Ich glaube fest daran, dass diese neuen Porträts eine Nuance „echter“ geworden sind, als wenn sie vor einer beliebigen anderen, ähnlich pittoresken Kulisse geschossen worden wären.

    Persönliche Erinnerungen machen die Motive „echter“

    Mit sämtlichen „Spots“, die Ihr auf den Bildern seht, verbinde ich dutzende Erinnerungen. Entweder bin ich dort als jüngerer Mensch von unseren Treffpunkten auf dem Heimweg entlanggelaufen, oder sie liegen in der Nähe geschätzter Joggingstrecken. Manche Orte sind verbunden mit Familiengeschichten. In einem Hintergrund ist beispielsweise das Gebäude zu erkennen, in dem sich die erste Arbeitsstelle meines Opas nach seiner Ankunft in Vlotho in der Nachkriegszeit befand.

    Jede:r, der:die mich kennt, weiß, dass ich ein echter Lokalpatriot bin. Es wurde Zeit, dass dies auch auf meiner Homepage erkennbar wurde. Wer weiß, vielleicht ergeben sich ja auch Möglichkeiten, dass ich als PR-Texter künftig verstärkt in Vlotho und Umgebung, zumindest aber in Ostwestfalen-Lippe tätig werde.

  • Kurz und gut? Sind Pressemitteilungen mit langen Sätzen immer unverständlich?

    Kurz und gut? Sind Pressemitteilungen mit langen Sätzen immer unverständlich?

    Kurze, präzise Sätze mit aktiven Formulierungen schreiben, auf Fachjargon und erklärungsbedürftige Abkürzungen verzichten und die journalistischen W-Fragen beantworten – laut ChatGPT sind dies entscheidende Faktoren für gut verständliche Pressemitteilungen. Das klingt leistbar, oder? Trotzdem berichteten das KOM Magazin und andere Medien Ende Januar dies: „Pressemitteilungen oft unverständlich“.

    All diese Berichte beziehen sich auf die „Wortliga-Studie 2026“. Darin hat Wortliga – nach eigenen Angaben ein Anbieter von Textanalyse- und Text-Umschreibe-Tools – über 3.000 Pressemitteilungen automatisiert darauf hin untersucht, wie verständlich sie sind. Alle untersuchten Texte stammten von der Pressemitteilungsseite presseportal.de.

    Diese vier Punkte machen Deine Pressemitteilung unverständlich

    Natürlich nutzt Wortliga die Kommunikation dieser Studie dazu, um für seine automatisierten Dienste zu werben. Schließlich sollen diese Online-Werkzeuge wie von Zauberhand Pressemitteilungen verbessern. Die Erkenntnisse sind trotzdem interessant und lohnen einen genaueren Blick. Hauptverantwortlich für schlecht verständliche Pressemitteilungen sind demnach:

    • zu lange, verschachtelte Sätze,
    • ein schlecht nachvollziehbarer Textaufbau,
    • zu komplizierter Fachjargon sowie
    • zu viele passive Formulierungen.

    So wurde die Wortliga-Studie designt

    Soweit, so wenig überraschend. Aus diesen und einigen anderen Anforderungen an gut lesbare Texte haben die Studienentwicklerinnen und -entwickler einen Prüf-Algorithmus entwickelt, mit dem dann die vielen Texte von presseportal.de automatisch gescannt wurden. Dabei wurden die Prüfobjekte in 109 inhaltliche Kategorien einsortiert, sodass die Verständlichkeit von Artikeln aus verschiedenen Genres wie etwa Show, Gesundheit oder auch Logistik und Rechtsprechung gesondert betrachtet werden konnte. 400 Texte wurden zusätzlich qualitativ in Augenschein genommen.

    Vergeben wurden Punkte auf einer Skala von minimal 0 bis maximal 100 Punkten. Weder das eine noch das andere Extrem wurde erreicht – und zwar jeweils mit weitem Abstand nicht. Am besten platzierten sich durchschnittlich Pressemitteilungen aus dem Bereich „Show“ mit einer Durchschnittsbewertung von 63,8, gefolgt von Beiträgen des Genres „Bundesliga“ mit 62,7 und solchen, die sich mit „Fernsehproduktion“ befassten (62,5).

    Dieses PR-Text-Tutorial hilft Euch wirklich weiter

    Pressemitteilungen richten sich an Medien und ahmen journalistische Texte nach. Wenn sie journalistischen Kriterien entsprechen, steigt die Chance, dass sie vom Zielmedium möglichst vollständig veröffentlicht werden. Wer sich näher mit den Anforderungen an journalistisches Texten befassen möchte, sollte zum folgenden Tutorial von OpenPR greifen.

    https://www.openpr.de/magazin/pr/journalistisches-schreiben

    Keine Überraschung: Unterhaltungstexte sind verständlicher

    Texte aus dem Unterhaltungsgenre, die qua Genre bereits wenig komplex sind, erzielen bei der automatisierten Prüfung also Bestwerte. Wen erstaunt dies wirklich? Gegenprobe: Welche Themen landeten am Ende der Verständlichkeitsskala? Genau: „Krankenhaus“, „Logistik“ und „Rechtsprechung“. Hier schaffen es die Pressemitteilungen auf Werte von 36,4 bis 37,2.

    Es drängt sich geradezu zwangsläufig ein Verdacht auf: Bildet die Studie die Komplexität der in den untersuchten Texten behandelten Themen nicht richtig ab? Natürlich kann ein Artikel über ein Jura-Problem nicht ganz so locker-leicht formuliert werden wie einer über den neuesten Rosamunde-Pilcher-Film im ZDF.

    Zumindest müssen sich Texterinnen und Texter mehr ins Zeug legen, wenn sie medizinische oder juristische Sachverhalte optimal allgemeinverständlich aufbereiten wollen. Hinzu kommt noch, dass es bei derart komplexen Materien manchmal auf kleinste Details ankommt, um fachlich korrekt zu bleiben und auch keine juristischen Konflikte heraufzubeschwören. Wer schon für Verwaltungen oder Forschungseinrichtungen getextet hat, kennt es: Der Entwurf geht zum Gegenlesen und kommt in doppelter Länge und mit vielen zusätzlichen Schachtelsätzen im Nominalstil zurück. Dann ist texterseitig Langmut oder großes Verhandlungsgeschick erforderlich, um wenigstens einige der textlichen Grausamkeiten wieder zu beseitigen.

    Gutes Texten beginnt mit intensivem Zuhören

    Der Schlüssel zu gut verständlichen Pressemitteilungen ist die Fähigkeit des Textenden, gut zuzuhören. Erst wenn wir als Texterinnen und Texter begriffen haben, worum es geht, können wir auch gut darüber schreiben. Dazu müssen wir uns schriftliche Quellen oder passende Ansprechpersonen erschließen, denen wir mit unseren Fragen zum Thema „auf die Nerven gehen können“ – und zwar so lange, bis wir erfasst haben, wie weit wir den Sachverhalt vereinfachen können, ohne ihn zu verfälschen. Es ist übrigens nicht die schlechteste Voraussetzung, kein absoluter Experte für die zur Diskussion stehende Materie zu sein. Wer nicht fachlich „verbildet“ ist, verfällt auch nicht in unverständliches Fachchinesisch. Die Lesenden des Endproduktes dürfen sich dann auf besser zugängliche Informationen freuen.

    In den vorhergehenden Absätzen ging es viel um Menschliches – Fragen stellen, begreifen, kommunizieren. Sicher, an vielen Stellen kann ich die Verständlichkeit von Texten mit handwerklichen Mitteln optimieren. In meiner Berufslaufbahn habe ich Methoden erlernt, die mir dabei helfen. Ein journalistischer oder ein PR-Text wird nun mal garantiert besser, wenn ich kurze Sätze schreibe und auch ansonsten darauf achte, dass die inhaltliche Struktur nicht zu komplex wird und dass meine Formulierungen die Lesenden nicht einschläfern. Nebenbei: Jedes Methodenhandbuch würde vom vorigen Satz abraten. Trotzdem bin ich sicher, dass Ihr ihn verstanden habt. Ausnahmen bestätigen immer wieder die Regel, mit dem Abhaken einer starren Checkliste ist es nicht getan.

    Nur Texte von Menschen haben den „besonderen Kniff“

    Womit wir bei meiner abschließenden These wären: Wenn Ihr wirklich gute, verständliche PR-Texte erhalten wollt, fragt die Fachleute. Meine Kolleginnen und Kollegen oder auch ich selbst wissen, worauf es beim Schreiben ankommt, wir beraten Euch professionell, und von uns erhaltet Ihr einzigartige Texte. Mit großen Sprachmodellen, auf die ChatGPT & Co. zugreifen, lassen sich beeindruckende Ergebnisse erzielen. Irgendwie klingen sie aber immer ähnlich. Den „besonderen Kniff“ haben nur Texte, die Menschen geschrieben haben. Und nur mit Menschen könnt Ihr auch wirksam darüber diskutieren, ob in einem bestimmten Absatz nicht doch noch ein Einschub mehr sinnvoll wäre. Oder habt Ihr schon einmal erfolgreich versucht, ChatGPT nachhaltig davon zu überzeugen, dass es etwas falsch macht?