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  • Blogs und Social Media: Warum Schlagzeilen und Hooks für „die KI“ wieder prägnanter werden sollten

    Blogs und Social Media: Warum Schlagzeilen und Hooks für „die KI“ wieder prägnanter werden sollten

    Das Wichtigste steht im ersten Satz!“ Viel mehr – neben diversen anderen „Kleinigkeiten“! – müssen journalistisch Tätige nicht wissen, um korrekt aufgebaute News-Artikel zu verfassen. So habe ich es in meinem Redaktionsvolontariat gelernt. Damals war von Blogs, Social Media, Content-Marketing, SEO, GEO, ChatGPT, Claude AI und LLMs ganz allgemein natürlich noch keine Rede. Getextet wurde für Print – alles andere war unvorstellbar.

    Als ich den ersten Satz für diesen Blog-Artikel schrieb, hörte ich in meinem Innern bereits das amüsierte Hüsteln Social-Media-affiner Leserinnen und Leser. Auf LinkedIn oder Instagram wäre es fahrlässig, diese Maxime zu befolgen. Natürlich enthält der erste Satz, in der einschlägig bewanderten Szene „Hook“ genannt, – oder gar die Überschrift – nicht die eigentlich relevante Information. Stattdessen ist die namensgebende Funktion der Hook, das Interesse der Lesenden zu angeln und sie somit möglichst lange im Text zu halten. Der komplette Informationsgehalt des langen Beitrags aka Longform-Content wird sich dann – im besten Fall! – ganz am Ende erschließen.

    LinkedIn liebt es: lange Lesezeit = gutes Ranking

    Warum mit möglichst aufsehenerregenden Hooks und weiteren „Cliffhangern“ gearbeitet wird, können wir am Beispiel des LinkedIn-Algorithmus veranschaulichen. Dieser bewertet Postings als relevanter und spielt sie häufiger aus, wenn der Faktor „Dwell Time“ möglichst hoch ist. Gemeint ist damit die Zeit, in der die Nutzenden einen Artikel betrachten – zunächst im Feed und dann noch einmal nach dem Klick auf „mehr“. Je länger Lesende bei einem Posting verweilen, umso besser das Ranking. Die Hashmeta-Agenturgruppe aus Singapur erklärt den LinkedIn-„Algo“ sehr anschaulich. Das bedeutet mit anderen Worten: Stünde die eigentlich wichtige Information bereits in Satz 1 oder Satz 3, wäre dies kontraproduktiv. Das Informationsinteresse der Nutzenden wäre befriedigt, und sie scrollen weiter. Deswegen heißt es in typischen Social-Media-Postings auch: „Dieser Promi äußert sich erstmals zum Geschehen XY“ und nicht „Max Müller sagt, dass ihn Geschehen XY nicht interessiert“.

    In der Welt der Blogs übernimmt die Überschrift die Funktion der Hook. Soweit, so wenig überraschend. Schlagzeilen sollten schon immer Interesse erzeugen. Nur folgt in der Zeit des Longform-Contents eben nicht die schnelle Befriedigung des Informationsinteresses. Wer den Kern eines Blog-Artikels erfassen möchte, sollte sich durchaus 8 000 oder noch mehr Zeichen Zeit nehmen.

    Warum Blogs wieder wichtiger werden

    Vor diesem Hintergrund verstehen wir, dass der Titel dieses lesenswerten Artikels von Udo Raaf nicht wörtlich gemeint ist: „Blogs sind tot: Warum Blogs heute nicht mehr funktionieren“. Er verkündet nämlich gar nicht das Ende von Unternehmensblogs, sondern deren Funktionswandel. Demnach fungierten Blogs heutzutage als Sammelstelle für SEO-Texte, ihre Kommunikations- und Interaktionsfunktion hätten sie weitgehend zulasten von Instagram, LinkedIn & Co. eingebüßt.

    Tatsächlich sind Social-Media-Accounts immer wichtiger geworden. Kein Unternehmen und keine Marketingperson kommt ohne aus. Immer mehr Nutzwert-Content hat sich, wie Raaf es beschreibt, auf LinkedIn verlagert – als Beitrag, um schnelle Sichtbarkeit zu erzeugen, und als Artikel für Longform-Content, der wiederum mit knackigen Beiträgen beworben wird.

    Trotzdem sind Blogs nicht verschwunden, und zwar aus guten Gründen, von denen Corporate-Blog-Expertin Meike Leopold einige nennt: Blogs gehören denen, die sie aufsetzen – das passende Stichwort heißt „Owned Media“. Hier bestimmen wir selbst die Regeln und die Inhalte und sind von den großen Plattformen unabhängig. Anders als Social-Media-Plattformen ermöglichen Blogs es Unternehmen, Nutzwert-Informationen mit Mehrwert zu komplexen Sachverhalten oder Produkten bereitzustellen. Da Google das Internet auch nach vertrauenswürdiger Fachexpertise durchsucht, schlägt sich gut gepflegter, fachlich hochwertiger Blog-Content auch in guten Platzierungen in Suchtrefferlisten und in KI-Zusammenfassungen nieder.

    LLMs mögen vertrauenswürdigen, hilfreichen Content

    „Die KI“ – korrekter: LLMs (Large Language Models) – ist es auch, die die Renaissance der Blogs befeuert. Immer häufiger suchen wir nach Informationen direkt per ChatGPT, Perplexity, Gemini, Claude etc. Laut ARD/ZDF-Medienstudie 2025 nutzen durchschnittlich 22 Prozent der Menschen mindestens einmal pro Woche einen KI-Dienst, bei den 14- bis 29-Jährigen sind es sogar 59 Prozent. Tendenz: steigend. Selbst, wenn wir „klassisch“ mit Google oder Bing suchen, erhalten wir meist oben auf der Trefferseite KI-generierte Antworten.

    LLMs bewerten die Reputation von Informationsangeboten anders als herkömmliche Suchmaschinen. Kurz gesagt: LLMs interessiert nicht, wie oft bestimmte Phrasen in einem Text auftauchen und ob es auch ausreichend ausgehende Links auf ähnliche Themen gibt. Vielmehr analysieren sie, ausgehend von der im Anfrage-Prompt formulierten Anforderung, ob ein Website-Inhalt eine vertrauenswürdige, hilfreiche Antwort darstellt oder eben nicht. Gewonnen haben also die Websites, die gut strukturierte und auffindbare, vertrauenswürdige und hochwertige Inhalte für mögliche LLM-Prompts bereitstellen. Erfüllen sie diese Anforderungen, tauchen Ausschnitte der Inhalte in KI-Antworten auf. Nutzende müssen keine Links mehr anklicken, sondern sehen sie gleich unter ihrer Anfrage. Diesen Mechanismus beschreibt unter anderem dieser Blogbeitrag der Agentur Conpublica sehr anschaulich.

    SEO geht zunehmend in GEO auf

    Für Fans von (Corporate) Blogs ist das eine gute Nachricht! Inhaltlich hochwertiger, relevanter und prägnanter Longform-Content wird wieder wichtiger. Als Verfassende müssen wir Blog-Artikel nicht mehr auf dem SEO-Altar hemmungslos aufblasen und die Lesenden mit reißerischen Überschriften und Cliffhangern motivieren, bis zum fernen Textende durchzuhalten. SEO (Search Engine Optimization) geht zunehmend in GEO (Generative Engine Optimization), der LLM-Optimierung, auf. LLMs lieben zwar auch Longform-Content, besonders achten sie aber auf den Informationskontext, Storytelling, valide Daten und die Expertise der Verfassenden.

    Glaubt man den Daten der Orbit Media Studios aus Chicago aus einer Online-Umfrage von 2025 unter 808 Content-Marketern, führen diese Trends bereits zu kürzeren Blogtext-Längen. Es trauen sich demnach wieder mehr Bloggende, Artikel zu veröffentlichen, die „nur“ 500 bis 1 000 Wörter lang sind (wie dieser Beitrag). Erreichten 2016 noch über 60 Prozent der Artikel diesen Durchschnittsumfang, sank der Wert auf rund 30 Prozent – zugleich stieg der Anteil der längeren Texte kontinuierlich an. Nun kletterte die Quote der Texte ab 500 Zeichen wieder auf immerhin 32 Prozent, und 34 Prozent der Autorinnen und Autoren veröffentlichen Artikel mit einer durchschnittlichen Länge zwischen 1 000 und 1 500 Wörtern.

    Was bedeutet all dies für die eingangs ins Spiel gebrachte Hook? Vielleicht angeln wir künftig nach der Aufmerksamkeit der LLMs und bieten diesen mit prägnanten Hinweisen tollen Content an. Ganz vielleicht steht dann auch wieder das Wichtigste im ersten Satz. Man wird ja noch träumen dürfen!

  • Viel einfacher als gedacht: neues Template für die Autorenprofilseite in WordPress erstellen

    Viel einfacher als gedacht: neues Template für die Autorenprofilseite in WordPress erstellen

    Heute habe ich mich ein wenig mit meiner Homepage beschäftigt. Diese habe ich bewusst einfach gehalten und auf der Basis des WordPress-Standard-Themes Twentytwentyfive aufgebaut. Vor allem beschäftigte ich mich damit, meinen Blog-Beiträgen Autoreninformationen hinzuzufügen. Das ist mir auch gelungen, wie Ihr beim Blick ans Ende dieses Beitrags feststellen werdet. Dort befindet sich nun eine kleine Autorenbox. Mir gefällt’s einstweilen.

    Während ich an dieser Aufgabe herumtüftelte, fiel mir noch auf, dass es ja Autorenprofilseiten gibt. Klickt einfach mal unter dem Beitrag auf meinen Namen oder macht dasselbe bei meinem Namen im Titel der Autorenbox. Dann landet Ihr auf meiner Profilseite. Diese listet im Wesentlichen die von mir verfassten Blog-Beiträge auf.

    Standardeinstellung lieferte viel zu viel Text

    Und da begann das Problem: In der Standardeinstellung listete die Autorenprofilseite stumpf all meine Beiträge untereinander im Volltext auf. Das ist bereits jetzt eine Menge Holz, und es wird noch mehr werden, versprochen. Mir schwebte hingegen eine einfache Übersicht mit Beitragstiteln, kurzen Textauszügen und eventuell dem Beitragsbild vor.

    Auf der Suche nach einer Lösung für meine Aufgabe googelte ich logischerweise. Es kam, wie es immer kommt, wenn Google Lösungshinweise für WordPress-Herausforderungen anbietet: Entweder finden sich Beiträge von Nerds, die zu umfassenden Änderungen im Quellcode des Themes – bzw. dem Child-Theme, ein solches nutze ich natürlich auch für meine Modifikationen an Twentytwentyfive – vorschlagen, oder es wird auf praktische Plugins verwiesen (so etwa hier, hier und hier).

    Bei vielen WordPress-Plugins bin ich eher skeptisch

    Ich bin, was WordPress-Plugins angeht, ein wenig skeptisch. Meine Erfahrung ist, dass sie oft Basisfunktionalitäten anbieten und für alles, was den Nutzenden wirklich Gestaltungsspielraum verschaffen würde, die Bezahlschranke herunterklappen lassen. Das ist auch der Grund, warum ich möglichst viel auf dieser Homepage mit den Fähigkeiten des Standard-WordPress und des „TT5“-Themes erledigen möchte.

    Ich probierte dies und jenes aus der Menge der vorgeschlagenen „manuellen“ Lösungen aus. Zielführend war nichts davon. Die Lösung war dann viel einfacher als gedacht. Denn bei einem Block-orientierten Theme wie TT5 könnt Ihr recht einfach Templates und Inhaltselement-Vorlagen selbst erstellen. Im Detail gehe ich darauf hier nicht ein. Gewisse Grundkenntnisse solltet Ihr bereits haben. Das grundsätzliche Vorgehen schildere ich aber in den folgenden Absätzen.

    Twentytwentyfive bringt die wichtigen Templates schon mit

    Wordpress-Übersichtsseite aller vorhandenen Templates

    Wenn Ihr im WordPress-Backend den Menüpunkt „Design-Editor“ aufruft, könnt Ihr auf der dann erscheinenden Seite ins Template-Menü wechseln. Es erscheint eine Übersicht aller im Theme vorhandenen Templates samt Voransicht. Im Klartext seht Ihr hier Musterseiten für verschiedene WordPress-Beitrags- und Seitentypen wie etwa die Übersicht der Blog-Startseite, eine typische Inhaltsseite, die Trefferseite für Suchen aller Art und einiges mehr.

    Auf dieser Seite seht Ihr rechts oben den Button „Template hinzufügen“. Diesen habe ich dann einfach angeklickt, und war der Erfüllung meiner Wünsche auf einmal ganz nah.

    Dann erscheint nämlich ein Popup, das Euch anbietet, Templates für bestimmte Zwecke neu zu erstellen. Eine der Auswahloptionen ist „Autoren-Archive“. Dies war genau das, was ich suchte, also wählte ich dieses Angebot. Es erscheint noch ein Hinweis, dass das Template nur für die Autorenprofilseite verwendet werden wird, also genau das, was ich wollte, und schon öffnet sich die Bearbeitungsansicht einer Block-orientierten Seite.

    Vorhandenes Template fürs Autorenprofil nur leicht ändern

    Diese Ansicht seht Ihr oben im Beitragsbild. Vorausgefüllt ist das neue Template bereits mit sinnvollem Standardinhalt, der sich in diesem Fall als der Inhalt des Templates erwies, das bereits die Autorenprofilseite mit den Beitrags-Volltextansichten anzeigt. Dieses musste ich nun nur noch anpassen.

    Das geht ganz leicht, wenn Ihr die Listenansicht der einzelnen Blog-Elemente öffnet, die nicht erwünschten Elemente entfernt und per Drag & Drop neue einfügt. Probiert es einfach aus. Es ist gar nicht schwer. Mit Gruppen- und Spalten-Elementen könnt Ihr das Layout gestalten und dort hinein dann weitere inhaltlich relevante Blöcke einfügen. Die wesentliche Änderung, die ich vornahm, war der Austausch des Beitragsinhalts-Blocks durch ein Textauszug-Element.

    Dann reduzierte ich noch die Schriftgrößen und die Dimensionen des Beitragsbildes – die entsprechenden Kontextmenüs werden in der rechten Seitenleiste angezeigt –, setzte Bild- und Textinformationen in zwei Spalten, und das war’s im Wesentlichen. Das ein oder andere Mal kontrollierte ich das Ergebnis im Browser, dann war ich vorerst zufrieden.

    Alles in allem ist es also gar nicht schwer, typische Templates im WordPress-Theme Twentytwentyfive anzupassen. Und zwar ganz ohne Coden und neu zu installierende Templates.