23
Aug

Was wäre passiert, wenn Ernst Nolte heute den Historikerstreit losgetreten hätte? Und was hat das mit Frau Lohfink zu tun?

Achtung, in diesem Text kommen sowohl der Historiker Ernst Nolte als auch das TV-Sternchen Gina-Lisa Lohfink vor. Ein wilde Mischung. An einem gewissen Punkt treffen sich aber meine Gedanken zu beiden.

Am 19. August wurde bekannt, dass der Historiker Ernst Nolte gestorben ist. Die französische "Libération" bezeichnet ihn fälschlicherweise als "größten Nachkriegshistoriker Deutschlands" (so steht es in diesem Artikel). Sein Name steht für den Historikerstreit.

Seit ich von Noltes Tod las, beschäftigt mich die Frage: Was wäre eigentlich passiert, hätte der Mann seine Thesen heute veröffentlicht?

Ich bin mir annähernd sicher, dass es zu einem Historikerstreit, wie wir ihn nun als Teil der deutschen Geistesgeschichte kennen, nicht gekommen wäre. Klar, Nolte hätte in den sogenannten sozialen Medien eine Empörungswelle ohnegleichen geerntet. Online-Petitionen, Demonstrationen, vermutlich auch körperliche Übergriffe auf ihn wären die Folgen gewesen.

27
Jul

Harzer Grenzweg in drei Etappen: die Unterkünfte

Blutwurst! Nachdem ich von Zorge aus durchs wunderschöne Kunzental wieder auf den Harzer Grenzweg gestiegen und bereits einige Zeit bis zu einem Ausichtspunkt auf Sülzhayn gelaufen war, packte ich das Lunchpaket aus, das in meiner Unterkunft für mich vorbereitet worden war. Zwei belegte Brötchen erwarteten mich. Ich wickelte eines aus der Alufolie und sah: Blutwurst! Vielerlei Beläge hätte ich erwartet. Dieser gehörte nicht dazu. Blutwurst gehört zu den eher gewöhnungsbedürftigen Fleischprodukten. Ich hatte bis dato bestimmt 30 Jahre keine mehr gegessen. Man hätte ja vorher mal fragen können. Auf dem Brötchen befanden sich außerdem noch Gurken, Salatblätter und - so glaube ich - Remoulade. Das erleichterte das mutige Verschlingen der Pausen-Stärkung.

Das idyllische, aber tote Örtchen Zorge im Harz war das zweite Etappen-Ziel meiner Harz-Wanderung und würde aller Wahrscheinlichkeit nach nicht über Einkaufsmöglichkeiten verfügen. Da ich mit Rucksack von Ort zu Ort unterwegs war, stellte sich am vorhergenden Etappen-Ziel Braunlage die Frage der Bevorratung für die dritte Etappe ab Zorge. Der Anruf in der Pension in Zorge wirkte sich dann schonend aufs Rucksack-Gewicht für die Etappe Braunlage - Zorge aus.

Wandschmuck im Hotel Nitzschke in Braunlage
Wandschmuck im Hotel Nitzschke in Braunlage

Günstige Zimmer waren kurzfristig buchbar

Meine Unterkünfte - Pensionszimmer mit Frühstück in diesem Fall - hatte ich nur wenige Wochen vorher über den Hotelbuchungsservice meines Vertrauens von zu Hause aus reserviert. Der Harz ist selbst in den Sommerferien offenbar nicht so überlaufen, dass Spontanurlauber dort nicht noch günstig unterkämen. Folgende Pensionen buchte ich:

Alle Bed-and-Breakfast-Einzelzimmer kosteten zwischen 35 und 45 Euro. Großer Luxus ist in dieser Preisklasse nicht zu erwarten. Stattdessen stellte ich mich auf soliden Charme der 70er und 80er Jahre ein. So kam es dann auch. Gleichwohl stellte ich überrascht fest, dass sich im zwischenzeitlich offenbar sanft entschlafenen Tourismus im Harz etwas tut. Denn alle vier Beherbergungsbetriebe, die ich aufsuchte, werden von vergleichsweise jungen Betreiberinnen und Betreibern geführt. Sie haben jeweils alteingesessene, vermutlich nicht allzu rentable Traditionsbetriebe mit neuen Ideen übernommen.

25
Jul

Wanderung in drei Etappen auf dem Harzer Grenzweg

In drei Etappen war ich in der vergangenen Woche auf dem Harzer Grenzweg unterwegs. Tatsächlich habe ich nur Teile des Harzer Abschnittes des Wanderweges absolviert, der als "Grünes Band" die gesamte ehemalige innerdeutsche Grenze nachvollzieht. Weder Anfangs- noch Endpunkt stimmen mit dem offiziellen Wanderweg überein. Auch habe ich hier und da den Grenzweg verlassen und wechselte auf für mich attraktivere Routen.

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Angereist war ich am Sonnntag, 17. Juli, nach Bad Harzburg. Am Montag ging es dann nach einer Übernachtung weiter über die Eckertalsperre und den Brocken zum Wurmberg und schließlich nach Braunlage. Die zweite Etappe führte am Dienstag, 19. Juli, über das Freilichtmuseum Grenzmuseum Sorge und Hohegeiß nach Zorge. Abschließend wanderte ich am Mittwoch, 20. Juli, von Zorge über Walkenried nach Bad Sachsa, von wo ich nach einer weiteren Übernachtung am Donnerstag, 21. Juli, wieder nach Hause fuhr.

25
Mai

Mit seiner singenden Gitarre bringt Major auch ein kleines Publikum zum Toben

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E-Gitarre, das sind für mich charismatische Rock-Riffs und ausufernde, singende Soli. Gelernt habe ich das vom E-Gitarrenspiel Klaus "Major" Heusers. Der war viele Jahre Gitarrist einer meiner Lieblingsbands aus Jugendzeiten: BAP. Gitarrist und Gruppe haben sich bereits vor 17 Jahren getrennt. "Majors" Gitarren-Klang blieb für mich das Maß aller Dinge. Stehe ich vor einer Bühne und höre ihn spielen, geht es mir gut. Umso schöner, dass er nun wieder ausgiebig auftritt. Nur zwei Tage, nachdem BAP in der Halle Münsterland alte Zeiten beschworen, stattete die Klaus Major Heuser Band dem Jovel-Club einige Meter weiter einen Besuch ab. Ich war selig, umso mehr als es diesmal ein Auftritt in einer idealen Örtlichkeit war. Vor zwei Jahren empfand ich das Ambiente beim Konzert im Hot Jazz Club als sehr ärgerlich. Diesmal erlebte ich ein wunderbares Konzert unter schwierigen Startbedingungen.

22
Mai

Wenn BAP teilweise wie ihre eigene Cover-Band klingen

"Dann habe ich sie wenigstens noch einmal gesehen." Mit dieser Stimmung verließ ich das BAP-Konzert am 18. Mai in der Halle Münsterland. Nach einigen Jahren Pause - den bislang letzten Gig muss ich im Rahmen der Radio-Pandora-Tour gesehen haben - war ich sehr gespannt. Vorliegenden Tonträgern ist zu entnehmen, dass BAP sich mit dem "Märchen vom gezogenen Stecker" noch mal selbst übertroffen hatten. Erinnert sei nur an die geniale Birlikte-Version von "Kristallnaach".

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Nachdem die Gezogene-Stecker-Tour mehr oder weniger akustisch war, liegt nun mit "Lebenslänglich" der erste reguläre Tonträger mit aktuellem Material der neuen BAP-Besetzung um die musikalische Leitung Ulrich Rode und Anne de Wolff vor. Meine Eindrücke von diesem Album - sehr ansehnliche Kompositionen, aber irgendwie fehlt der "Drive" - habe ich bereits hier notiert. Für die Live-Visite in Münster, die gleichzeitig der reguläre Tour-Auftakt nach zwei Warm-Ups in Hilchenbach und Duisburg war, stellten sich einige Fragen: Wird die neu zusammengestellte Band auch als Rock-Formation funktionieren? Wie wird es sein, ein Rock-Konzert im Sitzen zu erleben, denn die Halle Münsterland sollte komplett bestuhlt werden? Wie werden die angekündigten beliebtesten Lieder arrangiert werden angesichts der kaum zu toppenden Gezogene-Stecker-Versionen?

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